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Mythos Pulsuhr – Polars S625X
Donnerstag, 08 Dezember 2005

Polar S625XDas finnische Unternehmen Polar ist führend im Bereich der Pulsmessgeräte. Dieses Jahr wurden zwei neue Modelle auf den Markt gebracht und eine davon ist die S625X. Propagiert wird sie als Multifunktionstalent. Doch was steckt genau hinter dem Mythos Pulsuhr, hinter dem Mythos Polar und hinter dem bereits jetzt entstandenen Mythos Polars Aushängeschildes S625X?








Polar S625X, S1 und WearLinkProdukt: S625X

Hersteller: Polar

Tel.: 0 61 52 / 92 36 0

URL: www.polar-deutschland.de

Preis: € 369,95

Details:
WearLink
S1 Laufsensor
zahlreiche Funktionen
optionales Zubehör


Im Zeitalter des herausragenden Individuums und der Informations- und Medienwelt definiert sich der Sportler immer mehr durch sein Material. Längst zum Aushängeschild des Status ist die Pulsuhr geworden. Umso teurer, desto aussagekräftiger wirkt der Sportler. Das hinter einer leistungsstarken Pulsuhr in vielen Fällen kein leistungsstarker Athlet stehen muss, sollte nichts unbekanntes sein. Dennoch kommt der Anspruch nach einer „guten“ Pulsuhr nicht von ungefähr: Es geht nicht darum, den teuersten Computer am Handgelenk zu besitzen, sondern das funktionsvielfälltigste Modell. Funktionalität steigt nun einmal exponentiell mit dem Preis. Was aber verbirgt sich hinter dem Preis? Das eingangs erwähnte Phänomen des Aushängeschildes geht einher mit oftmals einer Art von Ahnungslosigkeit, was die Pulsuhr tatsächlich kann und was ich von diesen Funktionen wirklich in Anspruch nehmen würde. Nicht selten verläuft der Kauf wie folgt: „Meine Vereinskollegen besitzen die Uhr auch, also wird es nichts schlechtes sein. Werde sie mir daher auch kaufen“.

Im Folgenden lest ihr, was eine Pulsuhr im High-End-Bereich leisten kann und welchen Ansprüchen sie Genüge tut. Es soll ersichtlich werden, ob eine High-End-Uhr wie die S625X unabdinglich ist, auch für den Breitensportler.


Anspruch und Funktionalität


Die S625X richtet sich an alle Ansprüche, maßgeblich deckt sie aber von Haus aus dasjenige ab, was das Läuferherz begehrt: Jegliche Geschwindigkeits- (akutell, durchschnitt, Intervall) und Distanzmessungen (aktuell, Enddistanz). Es wird hierdurch eine optimale Trainingsdokumentation vor allem für den Laufbereich ermöglicht. Optional sind die Radfunktionen, so wie sie die S725X von Haus aus bietet. Somit kann die Laufbetonung der Pulsuhr auch auf Radfunktionen erweitert werden und wäre somit für den Triathleten wie geschaffen. Die Radfunktionen können allerdings auch gut konventionelle Tachos übernehmen, was zumeist kostengünstiger wäre. Innovativ ist eben die Tatsache, dass Laufparameter gemessen werden, was vorher nicht in Pulsuhrform möglich war. Die Lauffunktionen könnten somit Breitensportler ansprechen, die ihre Hausstrecken messen möchten, ebenso gut auch ambitionierte bis Profitriathleten, um einige Parameter mehr für ihre Leistungsdarstellung zu erhalten. Das Publikum ist hier ein breites. Eine weitere sehr angenehme und hilfreiche Funktion ist die Option „Trainings-Optimizer“, „Optimierer“ oder „OwnOptimizer“. Diese Funktion ermittelt den aktuellen Trainingsstand in Abgleich mit vorher einzugebenden Daten. Ein Übertraining kann somit theoretisch verhindert werden und gibt mit Hilfe der Software genauer an, in welchen Bereichen trainiert werden sollte, um seine eigene Leistung zu verbessern.


Tragekomfort


Seit jeher verbaut Polar solide Armbänder, die aus zwei Komponenten bestehen: einem weicheren und einem etwas härterem Plastik. Das härtere Material bietet eine nahezu abnutzungsfreie Einstellung des Armbandes am Handgelenk (hier sind die Löcher eingestanzt), das weichere Material eine stabilere und angenehmere Haftung des Armbandes am Handgelenk. Der Gesamteindruck ist somit durchweg gut. Je nach Handgelenkstyp kann der doch recht klobig im Vergleich zur Konkurrenz wirkende Uhrenkörper leichte Unannehmlichkeiten bereiten, sollte aber in der Regel durch ein genaueres Herausfinden einer Optimalposition nahezu nichtig gemacht werden. Unter dem Strich eine für diese Maßstäbe sehr angenehm zu tragende Uhr.

Der WearLink ist die Ablösung der herkömmlichen Brustgurte, die bei jedem Modell mitgeliefert werden. Der WearLink bietet einen höheren Grad an Flexibilität, da der statische Anteil deutlich minimiert wurde. Einzig der Empfänger, der ungefähr 6,8 cm misst, besteht aus Plastik. Die Elektroden sind in einen weichen Stoff eingearbeitet. All dies eröffnet die Möglichkeit, den WearLink noch genauer an die körpereigene Morphologie (äußerliche Körperbeschaffenheit) anzupassen, was sinnigerweise ein angenehmeres Tragegefühl gewährleistet. Nicht ferner wichtig ist auch die Tatsache, dass bei unseren Tests der neue Brustgurt spürbar seltener und weniger weiter von der ursprünglichen Positionierung abrutscht. Dies wiederum bedeutet eine kontinuierlichere Messdauer, da die Gefahr gemindert ist, dass der Kontakt abbricht.


Der S1 Laufsensor

S1 LaufsensorBevor der Laufsensor zum Einsatz kommt, solle dieser kalibriert werden. Dies geschieht mittels der Absolvierung einer vorher in die Uhr eingegebenen und in der Praxis (im Stadion) zurückgelegten Distanz. Als Beispiel würde man 800m bei der betreffenden Option eingeben und nach Aktivierung der Kalibrierung ziemlich exakt 800m in einer konstanten Geschwindigkeit laufen. Nach Absolvierung der Distanz beendet man den Test, die Daten werden mit der Werkseinstellung gegen gerechnet und somit ist der Laufsensor kalibriert. Ab sofort greifen dann alle Lauffunktionen.



Einstellungsmöglichkeiten und Funktionsvielfalt

In Folgenden wird aufgelistet, welche Optionen die S625X bieten:

Uhrzeit – Messmodus, Trainingsmodus
File (Datei) – aufgezeichnete Trainingsinformationen
Tests – Optimierungstest, Fitnesstest
Connect (Datenübertragung) – Infrarot-Datenübertragung
Monitor Set (Empfängereinstellungen) – Sound an/aus, Units (Einheiten 1/2), Help (Hilfe) an/aus
Watch Set (Uhreinstellungen) – Alarm, Time (Uhrzeit) 1/2, Date (Datum), Remind (Erinnerungsfunktion) ein/aus
Exercise Set (Trainingseinstellungen) – BasicUse (E0), ExeSet 1 (E1), E2-E5, Intervall ein/aus
Memory Set (Speicherintervalleinstellungen) – Recording Rate 5 sec, 15 sec, 60 sec
Function Set (Funktionseinstellungen) – OwnCal ein/aus, Tests ein/aus, HRmax-p ein/aus, Altitude (Höhenmesser) ein/aus, AutoLap ein/aus
Speed Set (Geschwindigkeitseinstellungen) – Speed (Geschwindigkeit) aus, Run
(Lauffunktion) ein, Bike (Fahrrad) 1/2, Wheel (Reifenumfang), Cadence (Trittfrequenz) ein/aus, Power (Kraft) ein/aus, Speed Calibration (Laufsensor-Kalibrierung)
User Set (Benutzerinformationen) – Gewicht (kg), Größe (cm), Geburtsdatum, Sex (Geschlecht), Activity (Aktivitätsniveau), HR Max, VO2 Max 


Ausstattung

Die S625X wird mit einem Rundumpaket geliefert, dass neben dem Pulsmesser den WearLink, den S1 Laufsensor, die Software und ein Handbuch bietet. Leider fehlt auch hier, wie bei Vorgängermodellen ebenfalls bekannt, eine Infrarotschnittstelle, damit die S625X auch mit der Software auf dem Rechner kommunizieren kann. Die Schnittstelle ist optional zu erwerben. Ebenso optional sind Trittfrequenz- und Kraftmessung, sowie der Sensor für das Ermöglichen der Radfunktionen.


Software

Die Software stellt alle gespeicherten Daten der S625X in Diagrammform dar und dies recht übersichtlich.  Neben den von der Pulsuhr gespeicherten Trainingsdaten ist es möglich, manuell weitere wichtige Daten in die Software zu ergänzen: Wetter-Bedingungen, Gemütszustand, KCal-Verbrauch, Gewicht, Ruhepuls, Std. Schlaf, Sportart, uvm. Außerdem kann man sich ein Wochenprotokoll erstellen, in dem Distanzen, Zeiten u.a. in der Summe oder aber auch einzelnd dargestellt weden können (Diagramme). Selbstverständlich werden auch die Pulsbereiche angezeit und in Relation zu den übrigen Parametern gesetzt.
Die Software ist generell einfach zu bedienen und auch die Datenübertragung zum Rechner kann einfacher kaum sein. Es sei aber gesagt, dass zur Datenübertragung nicht zwingend notwendig ist, eine Infrarotschnittstellen von Polar zu nutzen. Eine herkömmliche IR-Verbindung tut es auch.



Software - Leistungskurve

Software - Trainingstagebuch




Alternativen

Je nach Anspruch kommt potentiell jedes Modell in Frage, nicht nur polareigene. Grundfunktionen wie Uhrzeit, Puls und Stoppuhr bieten nahezu jede Modelle. Nach oben ist vieles offen. Aber gerade der Laufsensor schränkt Alternativen ein, wenn man auf Geschwindigkeits- und Distanzangabe nicht verzichten möchte. Die S725X bietet optional das selbe Feature, der Endpreis wird dann aber ein deutlich höherer sein. Suunto, ebenfalls ein Finne, bietet mit der t6 ebenfalls neben gängigen Grundfunktionen die Möglichkeit der Aufrüstung auf Geschwindigkeits- und Distanzmessung und wäre somit eine direkte Alternative, rein theoretisch. Ein Test der t6 folgt in den kommenden Wochen. 


Fazit

Die S625X ist Polars vielfältigstes Modell im Laufbereich. Sie bietet eine Fülle an nützlichen Messdaten, die eine genauere Trainingsdokumentation ermöglicht; neben den bekannten Parametern Herzfrequenz und Zeit zeichnet die S625X auch die aktuelle Geschwindigkeit, die Durchschnittsgeschwindigkeit (insgesamt und variabel einstellbar je nach Distanz), die momentan zurückgelegten Kilometer und die Enddistanz. Ein Optimum für den Läufer. Selbst die Software ist gut ausgeklügelt und eröffnet neben den gemessenen Daten der Uhr auch manuelle Eingaben verschiedenster Bereiche (Laufuntergrund, Disziplin, etc.) – eine komplette Software für die Trainingsdokumentation. Pulsuhr und Software haben uns überzeugt. Für 369,- Euro wird einiges geboten, daher erscheint der Preis weniger überdimensioniert gemessen an der Funktionalität. Man wird viel Spaß mit der S625X haben.

Dennis Wachter

 
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