In Nikes fassettenreichem Schuhsortiment siedeln sich zunehmend mehr Schuhe für den nicht geteerten Untergrund an - die Trailschuhe. Asics und New Balance positionieren sich immer mehr in diesem Bereich, wie steht es also um den Mitkonkurrenten Nike? Drei Schuhe von der Siegesgöttin haben wir unter die Lupe genommen.
Nike Free Trail 5.0
Die
Trailvariante des Nike Free ist der leichteste und flexibelste Schuh, den man
auf Unebenheiten laufen kann. Unebenheiten sind allerdings nicht gleich
Unebenheiten, denn der Trail hat neben der absolut angenehmen Sohle und der
guten Belüftung auch seine Schwächen: wenig Seitenstabilität, wenig Robustheit
und keine Allwettertauglichkeit. So hat man doch Probleme, den Free Trail als
Crossschuh einzusetzen, wo starke seitliche Richtungswechsel und extremste
Bodenunebenheiten auf einen warten. Der Fuß sitzt nicht in einer festen
Passform im Schuh und hat somit zu sehr Spielraum bei stark auftretenden
Seitenkräften – der Fuß kann leicht über den Sohlenrand rutschen.
Der Free Trail ist sehr gut belüftet, maßgeblich hieran beteiligt sind die zahlreichen,
nicht gerade kleinen Belüftungseinlässe. Dies kann Vor- und Nachteile mit sich
bringen. Bei schönem Wetter ist das verwendete Belüftungssystem sehr hilfreich,
bei schlechtem Wetter jedoch zu anfällig für Regen. Von Matsch
ganz zu schweigen. Kälte kann trotz der leichten Oberfläche erstaunlich lang abgehalten werden. In Punkto Robustheit lässt sich schreiben, dass der Free Trail aufgrund seines
Konzeptes sicherlich nicht für Steifheit und extremes Gelände ausgelegt ist.
Baumwurzeln und spitze Steine spürt man schon.
Seine
Stärken spielt der Free Trail allerdings im seichten Gelände und auf dem
namensgebenden Trail aus. Auch Feldwegen sind optimal zu laufen. Dies liegt an
Nikes einzigartigem Free-Prinzip, das ein sehr gutes Bodenkontaktgefühl
vermittelt, den Fuß nicht einschränkt und arbeiten lässt und ein Höchstmaß an
Freiheit und Unbeschwertheit vermittelt.
Gegenüber seiner Vorgänger ist der Trail relativ gut verarbeitet. Die Verse,
die bis dato als Schwachpunkt des Free galt, wurde gut überarbeitet. Auch die
weitere Verarbeitung des Schuhs überzeugt.
Der Free Trail ist für Vorfuß- als auch Fersenläufer geeignet. Auf Pronations-
oder Supinationsstützen wurde komplett verzichtet, denn der Fuß arbeitet durch
die sehr bewegliche Sohle selber.
 Fazit
Ein
wunderbarer Schuh für Läufer, die sich nicht das extremste Gelände aussuchen
und Bodenkontaktfreudigkeit schätzen. Er ist sehr leicht zu laufen, bietet
ausreichend Grip (bei Schnee und Matsch hat er ein leichtes Nachsehen) und
fühlt sich angenehm an. Eine deutlich bessere Seitensteifigkeit des Schuhs
würde dem Free-Prinzip nicht gleichkommen und macht ihn daher spezieller
einsetzbar. Für sein Einsatzgebiet allerdings sehr gut. Nur die
Wetterfestigkeit könnte etwas besser sein.
Nike Air Trail Pegasus II
Der Nike Air Trail Pegasus II
ist vom Prinzip das genaue Gegenteil des Free Trail. Das Augenmerk liegt hier
eindeutig auf Robustheit. Die feste Sohle besitzt einen Steintrittschutz, der
dafür sorgt, dass keine spitzen Steine durch die Sohle drücken können. So eine
Technologie macht sich auch im Gewicht bemerkbar und wiegt daher (428g bei Größe 45). Auch die
weitere Verarbeitung des Pegasus II gibt einen klaren Fingerzeig auf Robustheit
und ein extremeres Einsatzgebiet, als es für den Free Trail gedacht ist. Die
Oberfläche ist sehr gut Wasser abweisend und die Sohle neben dem
Steintrittschutz weniger flexibel.
Zudem ist die Sohle relativ hoch konzipiert, was im Trailschuhbereich üblicher
ist. Dennoch erscheinen die Außenkanten des Schuhs als relativ hoch, was sich
schwammig während unserer Tests auf das Laufgefühl auswirkte: Es ist in sehr
unebenem Gelände schwer, seine propriozeptiven Fähigkeiten (Eigenwahrnehmung
des Körpers) beizubehalten, denn die hohen Außenkanten lassen den Fuß schneller
als gewöhnlich in ursächlichen Situationen nach außen Knicken. Mit anderen
Worten: Das Sprunggelenk hat es deutlich schwerer, den Fuß gegen ein Umknicken
zu stabilisieren.
Neben den hohen Außenkanten besitzt der Pegasus II einen nicht unerhebliche
Pronationsstütze, die im Gelände neben der ewigen Diskussion über eines natürlichen
Laufens reine Geschmackssache ist. Auch sie kann unter Umständen und je nach
Fußtyp das Laufgefühl beeinträchtigen. Im Testfeld lief sich allerdings die
Pronationsstütze angenehm.
Der Schuh ist optimal für Fersenläufer, für Vorfußläufer allerdings auch
einsetzbar. Die hohe Bauweise und die Robustheit und Steifheit der Sohle lassen
das Vorfußlaufgefühl deutlich anders erscheinen als bei normalen Straßenlaufschuhen.

Fazit
Der Pegasus II ist ein sehr guter Schuh für sehr steinigen und matschigen Untergrund.
Seine Konzeption spricht für einen Allround-Schuh mit einem vielseitigen
Einsatzgebiet. Durch seine ausreichende Profilierung ist das Laufen auf Schnee
und Matsch gut möglich. Seine fehlende Flexibilität und die Steifigkeit der
Sohle und des Innenschuhs zeigen deutlich, dass des Pegasus’ Einsatzgebiet
genau das ist, bei dem der Free Trail sein Nachsehen hat. Selbst auf der Straße
lässt dich der Schuh im Verhältnis angenehm laufen. Wenn man mit den hohen
Außenkanten und der Pronationsstütze klar kommt, ist der Pegasus II ein
empfehlenswerter Schuh für Schotter, Wald und Berg.
Nike Air Zoom Orizaba
Der Orizaba ist ein sehr bodenkontaktfreudiger
Laufschuh, der nicht rein für den Trail
konzipiert wurde. Dennoch findet er gerade hier ein sehr gutes Einsatzgebiet.
Seine flache Bauweise führt zu einem guten Laufgefühl, ganz egal ob im Wald,
auf dem Feldweg oder auf der Straße – laute unserer Tester das Beste. Der gute
Eindruck des Orizaba wird abgerundet durch seine robuste und wetterfeste
Verarbeitung samt gut funktionierendem unkonventionellem Verschlusssystem (Zug
am Schnürsenkel und Fixierung mittels Feststellsystem, keine Schleife nötig),
das einmal fixiert auch nicht mehr aufgeht.
Die Sohle des Orizaba ist ausreichend flexible, die Zwischensohle für einen
Trailschuh sehr neutral und die wirklich gute Profilierung machen das Laufen
auf jedem Untergrund bei jeglicher Konsistenz möglich.
Die Verarbeitung des Schuhs ist für einen Trailschuh optimal. Neben den sauber
geklebten Komponenten des Schuhs besticht das Oberflächenmaterial (Goretex XCR Membran) durch gute
Atmungsaktivität bei Schlechtwettertauglichkeit. Matsch, Schnee und leichter
Regen sind kein Problem.
 Fazit
Der Air Zoom Orizaba ist unserer Meinung nach derzeit der kompletteste
Trailschuh, den man erwerben kann. Neutral und bodenkontaktfreundlich, sehr
gute Profilierung, Wetterfestigkeit, angenehme Dämpfung – was will man mehr?
Das Einsatzgebiet ist das weitläufigste, selbst die Straße lief sich äußerst
gut. Der Orizaba vereint die positiven Aspekte des Free Trail und des Pegasus
II. Unsere Tester waren sehr angetan. Eine echte Empfehlung.
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| Modell:
| Free Trail 5.0
| Air Trail Pegasus II
| Air Zoom Orizaba
| Hersteller:
| Nike
| Nike
| Nike
| Gewicht:
| folgt
| 428 g (Gr. 45)
| folgt
| Einsatzgebiet:
| Trail, Straße, Feldweg
| Felse, Geröll, Wald (bedingt), Feldweg, Trail
| überall abseits der Straße
| Farben:
| rot-grau (Frauen) braun-baige, grau-gelb (Männer)
| grau-schwarz
| orange-grau, grau-gelb (Mann) grau-blau-schwarz (Frau)
| Frauenmodell:
| ja
| ja
| ja
| Preis:
| 99,95 €
| 110,- €
| 95,- €
| Fazit:
| + Flexibilität + Leichtigkeit + Freiheitsgefühl + Profilierung - Wetterfestigkeit - Reinigung
| + Robustheit + Wetterbeständigkeit + Steintrittschutz + Profilierung - hohe Außenkante
| + Einsatzgebiet + flache Bauweise + Wetterbeständigkeit + Schnürsystem + Gewicht + Profilierung
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Text: Dennis Wachter in Zusammenarbeit mit Benjamin Foks Fotos: Benjamin Foks
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