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Trailschuhe von Nike
Sonntag, 19 Februar 2006
Nike Trailschuhe In Nikes fassettenreichem Schuhsortiment siedeln sich zunehmend mehr Schuhe für den nicht geteerten Untergrund an - die Trailschuhe. Asics und New Balance positionieren sich immer mehr in diesem Bereich, wie steht es also um den Mitkonkurrenten Nike? Drei Schuhe von der Siegesgöttin haben wir unter die Lupe genommen.





Nike Free Trail 5.0

Die Trailvariante des Nike Free ist der leichteste und flexibelste Schuh, den man auf Unebenheiten laufen kann. Unebenheiten sind allerdings nicht gleich Unebenheiten, denn der Trail hat neben der absolut angenehmen Sohle und der guten Belüftung auch seine Schwächen: wenig Seitenstabilität, wenig Robustheit und keine Allwettertauglichkeit. So hat man doch Probleme, den Free Trail als Crossschuh einzusetzen, wo starke seitliche Richtungswechsel und extremste Bodenunebenheiten auf einen warten. Der Fuß sitzt nicht in einer festen Passform im Schuh und hat somit zu sehr Spielraum bei stark auftretenden Seitenkräften – der Fuß kann leicht über den Sohlenrand rutschen.

Der Free Trail ist sehr gut belüftet, maßgeblich hieran beteiligt sind die zahlreichen, nicht gerade kleinen Belüftungseinlässe. Dies kann Vor- und Nachteile mit sich bringen. Bei schönem Wetter ist das verwendete Belüftungssystem sehr hilfreich, bei schlechtem Wetter jedoch zu anfällig für Regen. Von Matsch ganz zu schweigen. Kälte kann trotz der leichten Oberfläche erstaunlich lang abgehalten werden.  Nike Free TrailIn Punkto Robustheit lässt sich schreiben, dass der Free Trail aufgrund seines Konzeptes sicherlich nicht für Steifheit und extremes Gelände ausgelegt ist. Baumwurzeln und spitze Steine spürt man schon.

Seine Stärken spielt der Free Trail allerdings im seichten Gelände und auf dem namensgebenden Trail aus. Auch Feldwegen sind optimal zu laufen. Dies liegt an Nikes einzigartigem Free-Prinzip, das ein sehr gutes Bodenkontaktgefühl vermittelt, den Fuß nicht einschränkt und arbeiten lässt und ein Höchstmaß an Freiheit und Unbeschwertheit vermittelt.
Gegenüber seiner Vorgänger ist der Trail relativ gut verarbeitet. Die Verse, die bis dato als Schwachpunkt des Free galt, wurde gut überarbeitet. Auch die weitere Verarbeitung des Schuhs überzeugt.

Der Free Trail ist für Vorfuß- als auch Fersenläufer geeignet. Auf Pronations- oder Supinationsstützen wurde komplett verzichtet, denn der Fuß arbeitet durch die sehr bewegliche Sohle selber.

Nike Free Trail


Fazit

Ein wunderbarer Schuh für Läufer, die sich nicht das extremste Gelände aussuchen und Bodenkontaktfreudigkeit schätzen. Er ist sehr leicht zu laufen, bietet ausreichend Grip (bei Schnee und Matsch hat er ein leichtes Nachsehen) und fühlt sich angenehm an. Eine deutlich bessere Seitensteifigkeit des Schuhs würde dem Free-Prinzip nicht gleichkommen und macht ihn daher spezieller einsetzbar. Für sein Einsatzgebiet allerdings sehr gut. Nur die Wetterfestigkeit könnte etwas besser sein. 


Nike Air Trail Pegasus II

Der Nike Air Trail Pegasus II ist vom Prinzip das genaue Gegenteil des Free Trail. Das Augenmerk liegt hier eindeutig auf Robustheit. Die feste Sohle besitzt einen Steintrittschutz, der dafür sorgt, dass keine spitzen Steine durch die Sohle drücken können. So eine Technologie macht sich auch im Gewicht bemerkbar und wiegt daher (428g bei Größe 45). Auch die weitere Verarbeitung des Pegasus II gibt einen klaren Fingerzeig auf Robustheit und ein extremeres Einsatzgebiet, als es für den Free Trail gedacht ist. Die Oberfläche ist sehr gut Wasser abweisend und die Sohle neben dem Steintrittschutz weniger flexibel.
Nike Air Trail Pegasus II Zudem ist die Sohle relativ hoch konzipiert, was im Trailschuhbereich üblicher ist. Dennoch erscheinen die Außenkanten des Schuhs als relativ hoch, was sich schwammig während unserer Tests auf das Laufgefühl auswirkte: Es ist in sehr unebenem Gelände schwer, seine propriozeptiven Fähigkeiten (Eigenwahrnehmung des Körpers) beizubehalten, denn die hohen Außenkanten lassen den Fuß schneller als gewöhnlich in ursächlichen Situationen nach außen Knicken. Mit anderen Worten: Das Sprunggelenk hat es deutlich schwerer, den Fuß gegen ein Umknicken zu stabilisieren.

Neben den hohen Außenkanten besitzt der Pegasus II einen nicht unerhebliche Pronationsstütze, die im Gelände neben der ewigen Diskussion über eines natürlichen Laufens reine Geschmackssache ist. Auch sie kann unter Umständen und je nach Fußtyp das Laufgefühl beeinträchtigen. Im Testfeld lief sich allerdings die Pronationsstütze angenehm.

Der Schuh ist optimal für Fersenläufer, für Vorfußläufer allerdings auch einsetzbar. Die hohe Bauweise und die Robustheit und Steifheit der Sohle lassen das Vorfußlaufgefühl deutlich anders erscheinen als bei normalen Straßenlaufschuhen.

Nike Air Trail Pegasus II


Fazit

Der Pegasus II ist ein sehr guter Schuh für sehr steinigen und matschigen Untergrund. Seine Konzeption spricht für einen Allround-Schuh mit einem vielseitigen Einsatzgebiet. Durch seine ausreichende Profilierung ist das Laufen auf Schnee und Matsch gut möglich. Seine fehlende Flexibilität und die Steifigkeit der Sohle und des Innenschuhs zeigen deutlich, dass des Pegasus’ Einsatzgebiet genau das ist, bei dem der Free Trail sein Nachsehen hat. Selbst auf der Straße lässt dich der Schuh im Verhältnis angenehm laufen. Wenn man mit den hohen Außenkanten und der Pronationsstütze klar kommt, ist der Pegasus II ein empfehlenswerter Schuh für Schotter, Wald und Berg. 


Nike Air Zoom Orizaba

Der Orizaba ist ein sehr bodenkontaktfreudiger Laufschuh, der nicht  rein für den Trail konzipiert wurde. Dennoch findet er gerade hier ein sehr gutes Einsatzgebiet. Seine flache Bauweise führt zu einem guten Laufgefühl, ganz egal ob im Wald, auf dem Feldweg oder auf der Straße – laute unserer Tester das Beste. Nike Air OrizabaDer gute Eindruck des Orizaba wird abgerundet durch seine robuste und wetterfeste Verarbeitung samt gut funktionierendem unkonventionellem Verschlusssystem (Zug am Schnürsenkel und Fixierung mittels Feststellsystem, keine Schleife nötig), das einmal fixiert auch nicht mehr aufgeht.

Die Sohle des Orizaba ist ausreichend flexible, die Zwischensohle für einen Trailschuh sehr neutral und die wirklich gute Profilierung machen das Laufen auf jedem Untergrund bei jeglicher Konsistenz möglich.

Die Verarbeitung des Schuhs ist für einen Trailschuh optimal. Neben den sauber geklebten Komponenten des Schuhs besticht das Oberflächenmaterial (Goretex XCR Membran) durch gute Atmungsaktivität bei Schlechtwettertauglichkeit. Matsch, Schnee und leichter Regen sind kein Problem.

Nike Air Zoom Orizaba


Fazit

Der Air Zoom Orizaba ist unserer Meinung nach derzeit der kompletteste Trailschuh, den man erwerben kann. Neutral und bodenkontaktfreundlich, sehr gute Profilierung, Wetterfestigkeit, angenehme Dämpfung – was will man mehr? Das Einsatzgebiet ist das weitläufigste, selbst die Straße lief sich äußerst gut. Der Orizaba vereint die positiven Aspekte des Free Trail und des Pegasus II. Unsere Tester waren sehr angetan. Eine echte Empfehlung.



Nike Free Trail
Nike Air Trail Pegasus II
Nike Air Zoom Orizaba
Modell:
Free Trail 5.0
Air Trail Pegasus II
Air Zoom Orizaba
Hersteller:
Nike
Nike
Nike
Gewicht:
folgt
428 g (Gr. 45)
folgt
Einsatzgebiet:
Trail, Straße, Feldweg
Felse, Geröll, Wald (bedingt),
Feldweg, Trail
überall abseits der Straße
Farben:
rot-grau (Frauen)
braun-baige, grau-gelb
(Männer)
grau-schwarz
orange-grau, grau-gelb (Mann)
grau-blau-schwarz (Frau)
Frauenmodell:
ja
ja
ja
Preis:
99,95 €
110,- €
95,- €
Fazit:
+ Flexibilität
+ Leichtigkeit
+ Freiheitsgefühl
+ Profilierung
- Wetterfestigkeit
- Reinigung
+ Robustheit
+ Wetterbeständigkeit
+ Steintrittschutz
+ Profilierung
- hohe Außenkante
+ Einsatzgebiet
+ flache Bauweise
+ Wetterbeständigkeit
+ Schnürsystem
+ Gewicht
+ Profilierung


Text: Dennis Wachter in Zusammenarbeit mit Benjamin Foks
Fotos: Benjamin Foks


 
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