|
adidas und Specialized bringen ihre neuen Zugpferde ins
Rennen. Bereits auf der Eurobike waren die beiden, Evil Eye ClimaCool™ Pro und Arc,
zu bestaunen. Wir berichteten. Nun haben
wir sie im Test und auf dem Renn- und Triathlonrad gegeneinander antreten lassen.
|
Produkt: Arc
Hersteller: Specialized
Tel.:
URL: www.specialized.com
Preis: 190,-€
Details:
- Phototrope Gläser
- Titan-Bügel
- Robustes Case
- Reinigungstuch
|
Produkt: Evil Eye ClimaCool™ Pro
Hersteller: adidas
Tel.: 0 7 32 / 37 11 17
URL: www.adidas.com/eyewear
Preis: 189€
Details:
- Wechselgläser
- Robustes Case
- Reinigungstuch
- Bügel und Nasensteg verstellbar
|
Tragekomfort und Design
Zwei Brillen wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten.
Die eine rahmenlos, mit phototropen Gläsern und eher groß, die andere mit
Rahmen, Wechselgläsern und sehr schmal. Lifestyle und Exklusivität verkörpern
beide.
Specialized Arc: Das neuste Modell aus dem Hause
Specialized ist ein wahres Leichtgewicht. Als leichteste Radbrille beworben,
bringt sie nach Herstellerangaben nur 17g auf die Waage. Auf der Nase ist sie
kaum zu spüren. Dies begünstigt der gut geformte, aber nicht verstellbare,
Nasensteg. Leicht ist die Arc auch wegen der Titan-Bügel. Nachteil: die flexiblen
Bügel sind nicht mit Gummi überzogen. Deswegen kann es dazu führen, dass die
Bügel, angedrückt vom Helm, unbequem auf dem Ohr liegen.
adidas Evil Eye ClimaCool™ Pro: Mit der überarbeiteten Version
der Evil Eye setzt adidas eine hervorragende Modell-Linie fort. Im Gegensatz
zum Vorgänger bietet das Modell 2006 aber keinen abnehmbaren Schweißfang. Dafür
besticht das Design im Evil-Look, verstärkt durch das neue ClimaCool™-Ventilationssystem.
Die Brille bietet individuellen Tragekomfort, dank des verstellbaren Nasenstegs
und den, in drei Stufen verstellbaren, Bügeln. Wegen der schmalen Linienführung
der Brille ist das Blickfeld nicht komplett abgedeckt. So kann es dazu kommen,
dass man trotz Sonnenbrille von der Sonne geblendet wird, weil sie von oben
herein scheint.
Funktionalität
Das Einsatzgebiet der Arc ist ganz klar die Straße. Das
Blickfeld ist auf Grund der Größe der Brille sehr gut abgedeckt. Auch beim
Fahren in der Aero-Position gibt es keine Probleme. Neben der Sonne werden die
Augen auch gut vor dem Fahrtwind abgeschirmt. Während unserer Tests kam es
gelegentlich dazu, dass die Brille im mittleren Teil leicht beschlug. Dies
passierte immer dann, wenn sie zu dicht an die Augenbrauen rutschte. Ein Manko
der Arc: Die Bügel lassen sich nicht zusammenklappen. Es ergibt sich
zwangsläufig auch ein großes Aufbewahrungsetui, welches in keine Trikottasche
passt. Unterwegs mal eben in der Tasche verstauen oder an den Kragen hängen ist
leider nicht möglich.
Sehr zufrieden waren wir mit den Adaptalite™-Linsen, dem phototropen Visier,
der Arc. Selbst bei regnerischem Wetter war die Sicht gut. Der Blick wird in
einen angenehmen blau-lila Ton gehüllt. Das Material, aus dem die Linsen Gefertigt sind wird als NXT™bezeichnet. Dies ist leichter und als herkömmliches Polycarbonat und Bruchsicher.
Die Grafik erläutert vereinfacht die
Funktionsweise.
 Phototrope Gläser passen sich den herschenden Lichtverhältnissen an.
Während unserer Ausfahrten ist die Evil Eye von
adidas kein einziges Mal beschlagen. Zum einen dank des neuen ClimaCool™-Systems,
zum anderen sind die Linsen anti-beschlag beschichtet. Eine unschlagbare
Kombination während jeder Radtour und -rennen. Während dessen bleibt die Evil
Eye auch dort wo sie hin gehört. Traction Grip™ heißt das System, mit dem die
Bügel ausgestattet sind, bereits bekannt vom älteren Modell. Druckfrei und mit
gutem Halt liegen die Bügel am Kopf. Ohne, dass die Brille verrutschen oder gar
herunterfallen kann. Fahrer, bei denen das Gestell näher am Gesicht sitzt,
hilft das neue Ventilationssystem. Direkt in Rahmen und Visier eingelassen sind
Belüftungslöcher, die für eine gute Umlüftung der Brille sorgen und damit das
Beschlagen verhindern.
Eine Brille mit Rahmen kann in manchen Fällen
hinderlich sein. Nämlich immer dann, wenn man die Kante des Rahmens ständig im
Blickfeld hat. Um dem vorzubeugen, ist es erforderlich, das Objekt der Begierde
zuvor einmal aufgesetzt oder sogar Probe gefahren zu haben. Im Hinblick auf die
individuelle Anpassung ist die Verstellmöglichkeit von Nasensteg und Bügeln ein
weiterer Vorteil. Der Nasensteg, welcher am Visier befestigt ist, lässt sich in
zwei Stufen verstellen. Die Bügel haben eine drei-stufige Verstellmöglichkeit.
Gute Sicht während unserer Ausfahrten lieferten die
LST-Linsen, die schon in unserem großen Vergleichstest am besten abgeschnitten
haben. Diese sind ebenso wie Rahmen und Bügel bruchsicher und konturenverstärkend.
Verarbeitung
Beide Brillen sind sehr gut und mit hohem Aufwand
gefertigt. Bei adidas steckt die Besonderheit in vielen kleinen Feinheiten und
Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger-Modell. Specialized bietet schlichte
aber hochqualitative Solidität. Nasensteg und Bügel sind mit dem rahmenlosen
Visier verschraubt. An der Oberkante, an der die Bügel befestigt sind, macht es
den Eindruck, als könnte diese Stelle bei einem Sturz oder ungeschickter
Handhabung zu einer Bruchstelle führen.
Das Visier der Arc ist aber sehr Flexibel, so dass
es nicht ab zu sehen ist, bei welcher Beanspruchung es zu einem Schaden kommen
könnte.
Pflege
Beide Hersteller liefern die Möglichkeit, seine
Brille zu säubern mit. Bei Specialized Arc ist es ein herkömmliches
Brillenputztuch. Bei adidas sind es gleich zwei, die auch als
Aufbewahrungsbeutel, zum einen für die Brille und zum anderen für das
Wechselvisier, dienen.
Fazit Evil Eye als auch Arc sind in zwei verschiedenen
Größen erhältlich. Das Blickfeld wird abhängig von Gesichtsform und -größe mehr
oder weniger gut vor Sonne und Wind geschützt. Wegen ihrer Form liegt die
Specialized Arc in dieser Hinsicht aber vorn.
adidas hingegen bietet etwas für Individualisten. Die
Evil Eye ClimaCool™ Pro steht in sechs verschiedenen Rahmenfarben zur Auswahl.
Des Weiteren gibt es die ausgezeichneten LST-Linsen in vier verschiedenen
Abstufungen. Mit verstellbarem Nasensteg und Bügeln sowie optional erhältlichem
Performence Insert™ bietet sie sehr gute Anpassungsmöglichkeiten. Der Punkt für
Individualität und Anpassung geht somit an adidas.
Ausstattung, Anpassung und bequemer Sitz bei der
Evil Eye ClimaCool™ Pro stehen einem gut abgedeckten Blickfeld und Phototropen
Gläsern, welche das wechseln überflüssig machen, gegenüber. Im Duell der beiden
liegt die Evil Eye ClimaCool™ Pro um eine Nasenspitze vorn. Edles Design mit zu
wenig Funktionalität. Die Bügel der Specialized Arc, zwar sehr flexibel aber
nicht gummiert und nicht einklappbar, haben den Ausschlag gegeben. Für den
Alltag vielleicht zu minimalistisch.
Über besser oder schlechter entscheidet letztendlich
aber die Gesichtsform und der eigene Geschmack des Käufers.
Letztendlich richten sich die beiden Brillen an ein unterschiedliches Publikum. Benjamin Foks
|