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Zwei Finnen, zwei High-End Uhren. Für welches Lager sollte man sich entscheiden, wenn man keinen Kompromiss bei einer anspruchsvollen Trainingsdokumentation und -planung eingehen möchte? Suuntos t6 oder Polars S625X? Im folgenden Artikel haben wir beide funktionsstrotzenden Pulscomputer einander gegenüber gestellt.
Suunto t6
Lieferumfang und Zubehör:
Beim Kauf des t6-Computers werden standardmäßig neben der Uhr selbst ein Benutzerhandbuch, eine Software-CD und ein USB-Datenübermittlungskabel für die Verbindung mit dem eigenen PC mitgeliefert.
Optional ist auch ein Foot- sowie ein Bike-Pod zu erwerben – Zusatzgeräte für die Messung der Geschwindigkeit beim Laufen bzw. Radfahren.
Inhalt der CD:
Auf der mitgelieferten CD ist zum einen die „Suunto Training Manager“-Software enthalten; zum anderen bieten sich ein allgemeines Benutzerhandbuch für den t6, ein Trainingsführer, ein Benutzerhandbuch für den Foot-Pod sowie eines für den Bike-Pod und schließlich die speziellen t6-USB-Treiber dar.
Grundsätzliche Funktionen:
Wie für das Vorzeigeprodukt eines Herstellers nicht anders zu erwarten, sind die Funktionen des Armbandcomputers äußerst vielfältig. Zu den gewohnten Messdaten kommt jedoch eine echte Neuheit hinzu: der t6 ist der erste Trainingscomputer, der den so genannten EPOC-Wert (EPOC = „Excess Postexercise Oxygen Consumption“) bereits während des Trainings messen kann. Hinter der Angabe dieses Wertes versteckt sich die Sauerstoffmenge, die der Körper braucht, um sich nach einer Belastung wieder zu erholen. Je größer diese Menge dabei ist, desto anstrengender war die vorausgegangene Einheit. Mithilfe der Messung des EPOC-Wertes lassen sich so Rückschlüsse auf den Trainingseffekt ziehen.
Neben dieser Besonderheit ist selbstverständlich auch noch die Herzfrequenz messbar. Weitere Funktionen sind die Erhebung von Sauerstoff- und Energieverbrauchsdaten sowie die Atemwert-, Temperatur-, Luftdruck- und Höhenmessung. Mithilfe der nicht im Lieferumfang enthaltenen Pods lassen sich der Disziplin entsprechende Geschwindigkeitswerte auf dem beleuchtbaren Display anzeigen.
Der Benutzer hat die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Maßeinheiten auszuwählen (Längeneinheiten in Fuß und Meilen bzw. in Metern und Kilometern, Zeiteinheiten in Stunden oder Minuten mit entsprechenden Geschwindigkeitsangaben, Herzfrequenz in bpm oder %, Temperatur in °C und °F, den Luftdruck in hPa oder inHg).
Modi und erweiterte Funktionen:
Zu unterscheiden sind drei verschiedene Mess-Modi, die allesamt unterschiedliche Schwerpunkte in Sachen anzuzeigende Werte haben und neben der herkömmlichen Uhrzeit- und Datumsangabe (TIME-Modus) auswählbar sind:
1. ALTI/BARO-Modus:
Hier werden Höhen- und Klimaangaben angezeigt - entweder nutzt man die Alti- Funktionen, um über ersteres informiert zu werden, oder man Benutzt den BARO- Modus, um Näheres über Temperatur und Luftdruck zu erfahren. Neben der Höhe über NN lassen sich auch die Strecken bereits bewältigter Auf- und Abstiege ersehen und mit einer Memory-Funktion Messdaten speichern. Ein besonderer Clou ist die Darstellung einer Kurve, welche alle 15 Minuten aktualisiert angibt, wie sich die Luftdruckverhältnisse verändern.
2. TRAINING-Modus:
Wie schon der Name verrät, werden in diesem Modus all diejenigen Daten angezeigt, die man üblicherweise für das Training benötigt: die begrenzbare Herzfrequenz, deren Durchschnitt, eine Stoppuhr, Rundenzeit/Timer, die Geschwindigkeit und Höhe.
Ein Logbuch sowie eine „History“ zeigen zusätzlich die gespeicherten Trainingswerte, Minima und Maxima erhobener Daten an.
3. SPEED/DISTANCE-Modus:
Alle Informationen zur Geschwindigkeit oder der Trainingsstrecke sind mittels eines entsprechenden Pods hier abrufbar. Im Einzelnen sind dies: die momentane Geschwindigkeit, der Durchschnittswert und die bereits zurückgelegte Strecke. Dabei sind automatische Zwischenzeiten, Intervalle und Höchstgeschwindigkeiten einstellbar. Ebenso ist eine Stoppuhr wie im Trainingsmodus mit manueller Rundenzeitennahme verfügbar und auch die Herzfrequenzwerte sind in diesem Modus ersichtlich.
Allen Modi gemein ist, dass die zentrale Messgröße groß hervorgehoben wird (im ALTI/BARO-Modus die Höhe bzw. der Luftdruck, im TRAINING-Modus die Herzschlagfrequenz und im SPEED/DISTANCE-Modus die zurückgelegte Strecke).
Der Brustgurt und die Pods lassen sich allesamt nur manuell mit der Uhr verbinden und letztere auch über den Armbandcomputer kalibrieren.
Benutzerfreundlichkeit / Bedienung:
Wie schon die Aufteilung in die verschiedenen Modi erkennen lässt, ist mit dem t6 immer eine Anzeige schwerpunktmäßig vorgegebener Werte möglich – je nachdem, wie man trainiert bzw. was für Messwerte einen interessieren. Dass hierbei nicht absolut alle miteinander kombiniert werden können (beispielsweise die Geschwindigkeit und die momentane Höhe), hat zur Folge, dass es sein kann, den Modus während des Trainings wechseln zu müssen. Gravierend ist dieser Umstand jedoch deswegen nicht, weil sich die meisten Werte in der dritten Zeile auswählen lassen: Der Benutzer besitzt die Möglichkeit, sie über die ALT/BACK-Taste nach Belieben zu variieren, sprich, aus einer vordefinierten Auswahl jedes Modus’, einen Parameter anzeigen zu lassen. In jedem Modus ist hierbei die Uhrzeit verfügbar.
Doch trotz dieser Übersichtlichkeit sind einige Einstellungen recht kompliziert vorzunehmen; zwar besitzen alle Knöpfe eine zugewiesene Rolle – START/STOP, ALT/BACK, DOWN/LIGHT, ENTER, UP/LAP – doch anders als bei POLAR-Computern fehlt eine zentrale multifunktionale Taste, was die Bedienung bei der Fülle an Funktionen schon erschwert. Um sich also an die Handhabung zu gewöhnen, bedarf es des Benutzerhandbuches sowie etwas Zeit, Übung und Geduld.
Tragekomfort:
Auffällig ist, dass der Computer eine ziemlich schlanke Form besitzt, bedenkt man, wie viel Technik in ihm steckt. Alles andere als klobig sorgt er somit für eine enge Linie am Handgelenk. Das Armband zeichnet sich dabei durch keine Besonderheit aus – es ist weder sehr starr und unangenehm noch äußerst weich und bequem. Seine Breite steht im Verhältnis zum Computer und seiner Funktionalität und sorgt somit für einen guten Sitz.
Bei einem Gesamteindruck ist es jedoch wichtig zu beachten, welche Form der Arm hat: Bei einem eher mitteldicken oder kräftigen ist der t6 sehr ergonomisch, anhand seiner dünnen Bauweise kein „Klotz“ am Handgelenk. An einem eher dünneren, zierlichen Arm fühlt er sich schon etwas mächtig – da breit – an.
Bei dem Brustgurt haben wir in Punkto Tragegefühl einen sehr positiven Eindruck gewinnen können. Obwohl er nicht wie POLARs Wear Link über eingenähte Sensoren und somit nur eine kleine steife Fläche verfügt, sondern dem gewohnten Schema einer breiten Plastikfront folgt, sorgte er bei jedweder Disziplin für ein sehr angenehmes Gefühl. Hierfür ist die gute Flexibilität des Plastiks und des Gurtes, welcher sicher an der Messeinheit verankert wird, verantwortlich.
Suunto-Training-Manager-Software:
Zur Trainingsübersicht, -auswertung, -kontrolle und -planung dient Suuntos „Training Manager“. Hier bieten sich dem Sportler zahl- und umfangreiche Funktionen mit vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten dar:
Zunächst einmal wird der Armbandcomputer über ein USB-Kabel mit dem PC verbunden. Ersterer besitzt dabei keine für Dreck und Schweiß anfällige Schnittstelle, sondern drei Dockingpunkte, an die eine Klemme mit entsprechenden Kontakten ansetzt. Ist dies erfolgt, so wird die Aufschrift „PC Interface“ auf dem Display des t6 angezeigt. Jetzt kann man im Managerprogramm durch das Klicken eines speziellen Buttons das Programm mit dem t6 verbinden, um alle gespeicherten Daten abzurufen.
Jedes Training lässt sich nun auf der Grundlage der gemessenen Parameter analysieren und durch Diagramme optisch darstellen (siehe…). Der Benutzer hat dabei die Möglichkeit, die Übersicht aller Daten als simple Auflistung oder durch die Darstellung von Kalendern (Jahres-, Monats-, Wochen- oder Tages-) zu gestalten. Wählt man mehrere Trainingseinheiten aus, kann man auch Gesamtbilanzen in Balken- und Kurvenform anzeigen lassen (siehe…).
Durch diese Auswertung von Belastungen lässt sich leicht erkennen, an welcher Stelle man wann welche Fehler begangen oder sehr gute Phasen hatte. Genau hier kommt auch der gemessene EPOC-Wert zur Geltung: Auf seiner Grundlage wird der Trainingseffekt berechnet und in einer Levelabstufung von 1 bis 5 zusammengefasst (1: geringfügige Trainingswirkung, 2: konditionserhaltendes Training, 3: verbesserndes Training, 4: stark verbesserndes Training, 5: überanstrengendes Training). Mit seiner Messung und einer solchen Auswertung des EPOC-Wertes wurde dem Sportler eine echte Innovation für die gezielte Steuerung der eigenen Trainingsfortschritte geschaffen. Detaillierte Protokolle bestimmter Zeitintervalle sind ebenfalls verfügbar und erhöhen die Kontrollgenauigkeit für eine Einheit. Als Aktivitäten kann das Laufen oder Radfahren angegeben werden.
Für die bestmögliche Genauigkeit aller Bilanzen muss der Benutzer persönliche Merkmale wie das Alter, Gewicht, die Größe, Aktivitätsklasse, den Ruhe- und Maximalpuls und Weiteres angeben sowie ständig aktualisieren.
Neben der Auswertung der Daten können auch verschiedene Belastungseinheiten geplant werden: Dafür sind in der Manager-Software verschiedene Trainingsprogramme und Tests (Cooper-, Submaximal- und Maximaltest) bereits vordefiniert – mit einschlägigen Vorgaben zur Durchführung. Darüber hinaus kann man eigene Trainingsprogramme erstellen und ausgestalten.
Auffallend in unserem Test war jedoch, dass die Software ähnlich wie der Armbandcomputer relativ unübersichtlich angelegt ist: Die Einstellmöglichkeiten einiger Funktionen müssen z.T. erst gesucht werden. Ebenfalls fiel negativ auf, dass die Verbindung des t6 mit dem PC relativ viel Strom aus der eigenhändig austauschbaren Uhrenbatterie verbraucht – selbst dann, wenn man gar nicht mit der Uhr arbeitet oder gar den Training-Manager aufgerufen hat. Bei einem kurzen Abrufen der gespeicherten Daten sollte dies allerdings kein großes Problem darstellen.
Ständig neue Software-Releases mit erweiterten Features können vom Benutzer kostenlos heruntergeladen werden – ein Link zur offiziellen Suunto-Website ist in der Training-Manager-Maske enthalten.
Sonstiges:
Als besonders benutzerfreundlich fielen uns die Informationen auf, die Suunto dem Kunden im Trainingsführer anheim stellt. Hier werden alle Parameter detailliert erläutert, auch ihre Bedeutung für das Training aufgezeigt. So stehen selbst Anfänger, die absolut keine Ahnung davon haben, was sich hinter dem Begriff „EPOC“ verbirgt, nicht mit drei Fragezeichen über dem Kopf da.
Des Weiteren sind in dem Führer Tipps für das Training an sich, für den Umgang mit dem t6 und der Manager-Software enthalten.
So wird der Sportler nicht mit der Fülle an zu erhebenden Daten, zu beachtenden Trainingsinformationen und natürlich auch auszuwählenden Funktionen des t6 und des Managers alleine gelassen.
Fazit:
Alles in allem hat der t6-Armbandcomputer auf der ganzen Linie überzeugt. Zwar hat er einige relevante Schwächen in Sachen Übersichtlichkeit, doch diese Tatsache kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit diesem kompakten Alleskönner eine optimale Trainingssteuerung, -planung sowie -übersicht möglich ist. Es zeigte sich, dass der t6 Suuntos Philosophie „Replacing Luck“ genüge tut – vor allem ist hierfür die Messung des EPOC-Wertes verantwortlich.
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