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Der Wal gegen die Erde
Montag, 15 Mai 2006
Orca vs. XterraEin guter Neo ist oftmals des Triathleten letzte Rettung, wenn es um die erste Disziplin geht. Er gleicht nicht nur zum Teil Schwimmschwächen aus, sondern kann je nach Modell auch Stärken unterstreichen. Je nach Bedarf. Zwei Hersteller gehen besonders auf die Bedürfnisse des Marktes ein und sind zu Recht führend in Ihrem Segment: Orca und Xterra. Welche Firma darf es sein? Wir haben Orcas Apex und Xterras Vengeance getestet. t





Orca Apex
Xterra Vengeance
Hersteller
Orca
Xterra
Modell
Apex
Vengeance
Tel.
0 83 21 / 7 14 14
0 23 62 / 79 62 22
URL

www.orca.com
www.orca-europe.de

www.xterrawetsuits.de
Preis
€ 525,-
€ 425,-
Varianten
männlich, weiblich
Full Suit
männlich, weiblich
Full Suit, Sleeveless (€ 325,-)



Details
AirLite Body Pane
Duo-Smooth Kragen
Aquacatch Panel
#39-Neoprenl
Loc-Flex-Kragen
Phase 1-Catch Panel



Einleitung

Auftrieb und Flexibilität sind die beiden Schlagwärter, die einen guten Neoprenanzug ausmachen. Man möge meinen, dass eine Kombination aus beiden Charaktereigenschaften das Maß aller dinge wäre, hier kommt es aber ganz deutlich auf die Bedürfnisse und den Grad des Schwimmerkönnens an. Der Auftrieb verbessert die Wasserlage und macht das Problem zu tief im Wasser hängender Beine bedingt wett. Man schwimmt eben „auf“ dem Wasser. Für technikversierte Triathleten ist der Auftrieb nicht mehr zwingend entscheidend, denn die Technik kann den Auftrieb des Neos kompensieren.
Bei der Flexibilität ist es hingegen gleich, wie gut der Triathlet schwimmen kann: Ein guter Bewegungsgrad gerade im Bereich des Schultergürtels und der Schulter kann je nach Modell eine doch nicht ganz zu verachtende Energieersparnis bieten. Man soll optimalerweise dem Schwimmen-ohne.Neo mit Neo sehr gleich kommen, um sauber und effizient schwimmen zu können.

Mit dem Schwerpunkt auf diese beiden Kriterien sind wir in die Testphase gegangen, denn diese bestimmen die Performance einen Neoprenanzuges.


Die Theorie
                                                                    Apex


ImageDer Apex verwendet folgende Features: Duo-smooth Neck [0.5mm], AirLite Body Panel [4mm], Powercurve Shoulder Panel [2mm], Flex-sector Underarm Panel [2mm],  Freespan Arm Panel [1.5mm], Aquacatch DPS Panel [3mm], Bi-rhythm Back Panel [3mm], Speedseal Cuff und Slipstream Zip. Bei den Angaben zur Neoprendicke fällt schon auf, dass Orca mit dem Apex einen dünneren und somit theoretisch flexibleren Neopren auf den Markt gebracht hat als in den Jahren zuvor. Im Schulterbereich weißt die Dicke 2 mm auf, am Unterarm ebenso.
Die entscheidende Innovation des Apex ist das AirLite Body Panel – Ein Neoprengewebe, das in sich Luftkammern birgt, die einen Aufrieb mit einer 25% höheren Effektivität bietet. Zudem ist der Neopren dank seiner geringen Dicke und des AirLite Body Panels nach Angaben des Herstellers bis zu 15% leichter als herkömmliche Neoprenanzuge.

Die Theorie verspricht also einen bis dato nie da gewesenen Auftrieb bei einer sehr guten Flexibilität durch die geringe Dicke der bewegungsrelevanten Anzugpartien. Nach Einführung des Apex erhielt er größter Beliebtheit unter den Top Triathleten, vor allem auf der Olympischen Distanz.
















                                                                  Vengeance

ImageDer Vengeance wartet mit folgenden Features auf: SCS#39 Neopren von Yamamoto, V-Span-Innenbeschichtung, Loc Flex-Kragen, Hydro Slide-Reißverschluss, verschweißte Blindstichnähte und Phase 1. Catch Panel.

Die Neoprendicken des Vengeance unterscheiden sich von 5 mm an den Beinen bis hinzu 3 mm am u.a. Rücken und Bauch und 1,5 mm im Bereich der Arme. Auch hier handelt es sich um einen sehr ergonomischen Neo, wenn nicht sogar ergonomischer als der Apex, was durch das SCS#39 Neopren begründen ist. Dies ist auch die bedeutende verbaute Innovation des Vegeance. Die Flexibilität soll hierdurch sehr hoch sein und somit die Performance fördern.

Bei dem Vengeance wird nicht mit prozentualen Angaben geworden wie bei dem Apex. Theoretische Messgrößen sind hier nicht zu finden und machen den Anzug eher zu einem Neo, den man einfach ausprobieren muss, um sich sein Urteil zu bilden. Sicherlich gilt dies auch für den Apex, allerdings geht man bei dem Vengeance unbeeinflusster an die Sache. Es sei aber auch gesagt, dass Xterra für Flexibilität bekannt ist. Zu guter Letzt vertrauen auch die deutschen Langstreckenschwimmer bei Olympia auf Xterra.



Die Praxis

    Apex

Orca ist bekannt für Anzüge mit gutem Auftrieb. Der Speedsuit spricht Bände. Im Obersten Preissegment wurde der Auftrieb unserer Meinung nach durch den Apex noch einmal stark verbessert. Während unserer Tests konnten wir auch im Vergleich zu älteren Orca-Modellen deutlich merken, dass der Auftrieb sehr stark, aber dennoch nicht gänzlich unnatürlich war. In Punkto auftrieb wirklich spitze.

Die Flexibilität ist eine andere Sache. Dennoch hat Orca viel getan und im Verhältnis zu Vorgängermodellen ist die Bewegungsfreiheit spürbar gewachsen. Im Bereich der Schultern merkt man ein minimales Spannen, was aber gut auszuhalten ist. Auch verbessert und im Vergleich zum Pflex komplett überarbeitet ist der Kragen. Man merkt endlich kein unangenehmes Drücken am Hals, das vor allem bei der maximalen Körperstreckung bei den Modellen aus den letzten Jahren und auch bei der Konkurrenz zumeist deutlich zu verspüren war.

Alles in Allem schränkt der Apex kaum ein und bietet einen hervorragenden Auftrieb. Gerade schwimmschwache Triathleten profitieren gut vom Apex, wie unsere Tests zeigten. Aber auch Profies jagen mit ihm nach Bestzeiten.


    Vengeance

Xterra wird gerne in Verbindung mit Flexibilität gebracht. Es ist nicht selten zu sehen, dass sehr schwimmstarke Triathleten eher auf den Auftrieb verzichten, um dem natürlichen Schwimmen näher zu kommen – und Xterra zähle da zur ersten Wahl.

Während unserer Tests ist tatsächlich aufgefallen, dass die Flexibilität sehr groß ist. Es hat einfach Spaß gemacht, seine Schultern einmal nicht zu merken oder eben nur sehr minimal (je nach Proband). Wie beim Apex drückt auch der Kragen des Vengeance keinesfalls, was, wie bereits geschrieben, in der letzten Saison bei anderen Herstellern noch nicht der Fall war. Xterra bot schon immer die etwas halsfreundlichere Kragenlösung.

Man spürt beim Vengeance neben der hohen Flexibilität, dass der Auftrieb nicht ganz so groß ist, wie bei Orcas Apex. Dennoch leidet die Performance keinesfalls und nur gering bei technikschwachen Schwimmern, so wie unsere Tests ergeben haben.

Unter dem Strich kann man zum Vengeance sagen, dass er seinem großen Bruder, dem Vector Pro2, sehr nahe kommt. Seine Flexibilität macht Spaß, der Auftrieb ist für jede Leistungsklasse gut ausreichend. Ein rundum gelungener Anzug, was nicht nur die Profis bemerkt haben. 



Fazit

Es ist schwer, den Apex mit dem Vengeance auf die Goldene Wage zu legen, denn von der Theorie orientieren sie sich nicht unbedingt an der selben Zielgruppe und auch preislich liegen sie auseinander. Des Apex’ Stärke ist eindeutig der Auftrieb, wobei im Verhältnis zu diesem und zu Orcas generellem Prinzip die Flexibilität gut ist. Auftrieb ist aber zumeist auch subjektiv und kaum messbar.

Der Vengeance besitzt seine Stärke eindeutig im Bereich der Flexibilität. Es ist einfach zu spüren, wie leicht es sich mit dem Vengeance schwimmen lässt. Der Auftrieb steht hier auch im Verhältnis zu Xterra und seiner Linie und macht einen guten Eindruck.

Mit wenigen Worten könne man meinen: Der Apex bietet top Auftrieb bei guter Flexibilität, der Vengeance bietet top Flexibilität bei gutem Auftrieb.

Beide Anzüge sind allemal ein Probeschwimmen wert und bieten nach ihren Stärken einen hohen Grad an Performance.

Dennis Wachter

 
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