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Ostseeman 2006
Dienstag, 08 August 2006
Ostseeman 2006Dass es in Sachen Langdistanz nicht immer gleich das Lizenzrennen sein muss, ist wohl bekannt. Wo befinden sich allerdings die „Alternativen“ in Deutschland? Mit dem Ostseeman startet unsere Impressionsserie über Langdistanzen in Deutschland. 

Der Ostseeman erinnert durch seine Schreibweise sehr seinem großen Bruder dem Ironman. Dennoch sind beide Rennen bis auf die Distanz grundlegend verschieden – und das ist auch gut so. Schon durch seine Streckenführung bietet der Triathlon an der Flensburger Förde einen markanten Eigencharakter: Geschwommen wird zwar ein zweifach zu umkreisender Schwimmkurs, beim Radfahren sind es hingegen sechs, beim Laufen fünf Runden. Von einer möglicherweise eintretenden Monotonie abgesehen ein äußerst gut zu taktierender Wettkampf. Sicherlich muss auch das Wetter mitspielen; wechselhafter als unmittelbar an der See kann das Wetter kaum sein. Winde sind direkt spürbar. So auch am Wettkampftag des 5. Ostseeman in Glücksburg. Hinzu gesellten sich hochsommerliche Temperaturen, die das Bild zusammen mit der Streckenführung zu einem anspruchsvollen Wettkampfes abrunden.


Organisation

Die Organisation des diesjährigen Ostseeman erwies sich als einwandfrei. Bei Fragen war immer jemand zur Stelle, es gab keine logistischen als auch informative Probleme, die Verpflegung stimmte als auch die Beschilderungen. Ein Wehrmutstropfen war allerdings, dass die Zugänge zum Athletenbereich (Wechselzone, Endverpflegung, Massage, etc.) etwas undurchsichtig zu begehen waren. Anders beim Laufen. An zwei Versorgungsständen wurden Zwischenkontrollen genommen, am Ende einer jeden Runde bekam der Athlet ein Band umgehängt.
Vor dem Wettkampf bekam jeder Teilnehmer und jede Staffel einen Umschlag der eine Karte von Glücksburg, auf der die drei Strecken eingezeichnet waren, enthielt. Des weiteren fanden sich nette Kleinigkeiten und ein Vorbildliches zweisprachiges Hand-Out darin. In englischer und deutscher Sprache waren dort Ablauf, wichtige Hinweise zu den Strecken und Zeitplan nach zu lesen.


Schwimmen

Das Schwimmen in der Flensburger Förde gestaltete sich recht vielseitig. Der Massenstart vom Strand aus, bei dem die Zuschauer vom nebenstehenden Steg aus kräftig applaudierten, verlieh zuallererst eine spannungsgeladene Gänsehautatmosphäre.

Nach dem Startschuss musste man sich zunächst im recht engen Startbereich in Richtung offeneres Gewässer durch die Massen kämpfen, bis endlich am Ende des Steges abgebogen und schließlich parallel zum Ufer weiter geschwommen wurde.

Nun – in breiterem Terrain – hatte der Athlet einen Dreieckskurs zweimal zu durchschwimmen, der durch Eck- und Seitenboyen gekennzeichnet war. Obwohl der Wind am diesjährigen Wettkampftag recht seicht und die See daher ruhig war, bremste – wie beim Schwimmen im Meer zu erwarten – ein leichter Wellengang den Athleten vor allem auf dem Teilstück parallel zum Strand ein wenig ab.

 Schwimmstrecke  Start


Der weitere Verlauf der ersten Disziplin gestaltete sich dann für die Athleten äußerst angenehm; das klare Wasser gewährleistete einen guten Durchblick, der relativ geringe Salzgehalt desselbigen führte nicht zu einem besonders unkomfortablen Befinden, zahlreiche Kontrollboote waren immer in der Nähe und auch die hier und da auftretenden Quallen stellten keine wirkliche Behinderung dar.

Waren die 3,8 km absolviert, ging es wieder zum Startbereich zurück, wo man schon recht früh aufstehen und durch das Wasser laufen, jedoch ebenso gut auch etwas weiter schwimmen konnte. Aus dem Wasser ausgestiegen, erfolgte direkt die Zeitnahme; auf dem Weg zu seinem Rad oder Staffelmitglied konnte noch eine Verpflegungsmöglichkeit wahrgenommen werden, bis man die sehr nahe gelegene Wechselzone erreichte.

Alles in allem lässt die Schwimmstrecke des Ostseeman im Vergleich mit den meisten Binnengewässern etwas langsamere Zeiten zu, wobei der Wind einen entscheidenden Faktor – auch für die Wasserströmungen – darstellt. Doch darüber hinaus war der zu durchschwimmende Dreieckskurs sehr angenehm zu absolvieren und nicht zuletzt die Meer-Atmosphäre für einen sehr positiven Gesamteindruck verantwortlich.


Radfahren

Grundlegend kann die Radstrecke als eher anspruchsvoll eingestuft werden, das zuweilen kurvige und hügelige Profil tragen dazu bei. In diesem Jahr konnte man ebenfalls deutlich spüren, dass der Wind kein unwesentlicher Faktor ist, der für die Radzeit eine Rolle spielt. Die ersten drei Radrunden wurden mit zum Teil böigen Winden begleitet, der dann allerdings deutlich zunahm. Ein Großteil der Strecke liegt auf einer Landzunge, dementsprechend wirken auch die Winde der See.

All dies sollte aber nicht abschrecken, denn die Radstrecke gilt, vom möglichen Wind abgesehen, als schnell. Die Hügel sind sehr ausgewogen, man kann bei diversen Anfahrten Schwung mitnehmen und es sind keine schweren „Berge“ zu erklimmen. Am Wahrberg und direkt in Glücksburg findet man die höchsten Steigungen mit jeweils 7,5%.


Die Verpflegung auf der Strecke war ausgewogen. Angeboten wurden bei jeweils 15 km der 30-km-Radrunde Wasser, Iso, Bananen und Riegel. Auch die Helfer waren jederzeit hellwach und reichten dann, wenn es nötig war.

Trotz teilweise für den Verkehr offene Teilstrecken funktionierte die Streckenführung einwandfrei. An markanten Streckenabschnitten standen Streckenposten/Polizei und haben den Verkehr zu Gunsten der Athleten geleitet.

Fazit: Die Strecke macht wirklich Spaß. Aufgewogen hügelige Strecke, schnelle Abfahrten, anspruchsvolle Streckenpassagen. Wenn der Wind mitspielt, eine schnelle Radstrecke.


Laufen

Auf der der Marathonstrecke wartete auf alle Teilnehmer sehr gute Versorgung. Etwa alle zwei Kilometer wurde Wasser gereicht, außerdem isotonische Getränke und Cola. Neben der Möglichkeit, seinen Flüssigkeitsbedarf zu decken, gab es auch Nahrung für den Energiehaushalt. Neben Bananen haben sich die Veranstalter des OstseeMan etwas Besonderes einfallen lassen. So gab es an einem Versorgungsstand Gels von Squeezy, an einem anderen salzige Kekse, Brezeln und Salzstangen. Zwischen durch wurden sogar Haribos ausgegeben. „Haribo macht Kinder froh und den Läufer ebenso!“ hallte es am Versorgungsstand kurz nach dem Zielbereich. Eine willkommene Abwechslung.

Fünf runden zu je 8,44 km waren zu absolvieren. Etwa drei Kilometer direkt an der Strandpromenade, der übrige Teil durch Wohngebiet und Wald. Abwechslungsreiches Terrain und einige kleinere Steigungen machten die Runde interessant. Etwa die Hälfte der Laufrunde verlief im Schatten, bei über 25°C durchaus angenehm.

Image Ziel


Absperrungen, Markierungspfeile und Helfer deuteten den Weg und standen im Notfall zur Stelle. Der THW regelte den Verkehr an den Stellen an denen Hauptverkehrsstraßen überquert wurden. Unseres Wissens nach kam es an diesen Stellen zu keinerlei Problemen. Ein flüssiges und sicheres Laufen war gewährleistet.

Zahlreiche Glücksburger und die mitgereisten Fans sorgten für eine super Atmosphäre überall an der Strecke. Im Zielbereich sorgten jubelnde Fans, lautstark, für den Schub zwischen durch und im Schlusssprint.
Direkt hinter der Ziellinie, im tobenden Applaus der Zuschauer, bekam jeder Finisher eine Medaille umgehängt.

Vorbildlich war die Fülle und Vielfalt der Versorgung im Zielbereich. Frisches Obst (Wassermelone und Bananen), belegte Brötchen, sogar Würstchen, Brezeln, Slazstangen, Kekse, Kuchen, Kaffe und drei verschiedene Suppen fanden sich auf den Tischen im Zielbereich. Auch ausreichend Getränke wurden angeboten. Von Wasser über Limonade bis zu Cola.


Fazit

Ein bis auf kleine Details sehr gelungener Wettkampf - dort, wo andere Urlaub machen. Die Strecke ist sehr interessant, die begleitende Landschaft ebenso. Sehr ausgewogen, harmonisch und mit einem familiären Flair. Der Ostseeman bietet eine angenehme Alternative für die IM-Serie. Es kommt aber auch vor, dass Athleten den Ostseeman IM-Rennen vorziehen - Man kann es nachvollziehen. Mit der Option Staffel ist aber auch selbst für Qualifikanten eine gute Möglichkeit geboten, sich für "das" Rennen wettkampfgetreu vorzubereiten. Das Datum lässt es zudem wohlwollend zu.

Landschaft

 

Image



Ostseeman

Christian Wachter, Dennis Wachter, Benjamin Foks


 

 

 
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