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Alternativen zu Neos
Montag, 21 August 2006
Schwimmanzüge im Test Schwimmen – nicht jedem Triathleten sein Steckenpferd. Probates Mittel zur leichten Kompensierung von Schwimmschwächen war und ist der Neoprenanzug, der dank seines Auftriebes zu einer guten Wasserlage beiträgt. Wie sieht es allerdings bei erreichen einer Wassertemperatur von 24 Grad aus? Der Neo ist hier nicht mehr erlaubt? Im Folgenden eine Übersicht von vier Alternativen zum Neo ohne Wärme isolierende Eigenschaften.


Spätestens seit dem Ironman Germany wurde wieder einmal sichtbar, dass viele Athleten ohne Neoprenanzug schlechtere Schwimmsplits erzielen als mit. Gerade die Wasserlage wird durch den Neopren kompensiert, bedingt durch den neoprencharakteristischen Auftrieb. Hinzu kommt, dass der Einsatz der Beine zumeist mit Neo eingespart wird, da der Beinschlag zur Korrektur der Wasserlage nicht mehr zwingend ist.

Zusammengefasst lässt sich eine verbesserte Schwimmzeit mittels Neopren durch den Auftrieb und mit leichten Akzenten im minimierten Wasserwiderstand erklären. Bei Temperaturen um 24 Grad besteht die Möglichkeit des Nutzens von Schwimmanzügen, so wie wir sie von Franziska van Almsick und Co kennen. Deren Prinzip ist, den Wasserwiderstand bedingt durch des Anzugs Materialeigenschaften (Oberflächenbeschaffenheit) zu minimieren. Der Auftrieb bleibt hier außen vor.

Vier unterschiedliche Prinzipien für ein und dasselbe Ziel: Geschwindigkeit.



Orca Killa


Nike EMA 9006

Modell
Killa


Accelerator III
Hersteller
Orca

Nike
Einsatzgebiet
Triathlon

Schwimmen
Varianten
nur Kurzbein und ärmellos

nur ärmellos und langbein
Preis
€ 249,-

€ 140,-
Fazit
+ triathlonspezifisch
+ hervorragendes Tragegefühl
+ ergonomisch
+ leicht
- keine weiteren Varianten

+ gute Bewegungsfreiheit
+ ergonomisch
+ optimal für's Training
- keine inovative Beschichtung
  - etwas weniger Vortriebszuwachs




Speedo FSII



Modell
Fast Skin II (FSII)

Powerskin X-Treme
Hersteller
Speedo

Arena
Einsatzgebiet
Schwimmen

Schwimmen
Varianten

jegliche Anzügslängen
    - mit/ohne Arm
    - kurze/lange Beine


jegliche Anzugslängen
- mit/ohne Arm
- kurze/lange Beine

Preis
€ 429,-

€ 299,-
Fazit
+ äußerst ergonomisch
+ guter Vortrieb
+ Nähte unterstützen Muskelspannung
- nur optimal für Gleiten
- klein ausfallende Größen

+ gut ergonomisch
+ guter Tragekomfort
+ hervorragende Bewegungsfreiheit
+ sehr guter Vortrieb
+ nicht spezifisch schwimmtechnikversiert
- Design

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Orca

Entgegen dem Haifisch besitzt der Wal, somit auch der Orca, eine glatte Hautoberfläche. Glatte Oberfläche für harmonisches gleiten im Wasser. Ähnlich wie Speedo greift die Firma Orca auf ein Prinzip aus der Fischwelt auf, um ein Textil bieten zu können, mit dem ein Geschwindigkeitsvorteil im Wasser erzielt werden kann – der Killa.

Orca KillaIn der Tat wurde der Killa angenehm glatt gestaltet, begründet durch die unbeschichtete und sehr eng gewebte Oberfläche. Ein eindeutiges Plus für den Tragekomfort, der passgenau und leicht ausfällt. Die Plattstichnähte tragen ihr Weiteres zu einem störungsfreien Komfort bei. Allerdings sind die Kanten rund um die Schulter und den Haus nicht die Weichsten und können, je nach Körperstruktur, leicht scheuern. 
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Das oben angedeutete angewendeten Prinzip beim Killa ist interessant, schon alleine, weil man hiermit gegen den Strom schwimmt, der beinhaltet, eine raue und scharfe Oberfläche trage zur Geschwindigkeitssteigerung bei. Während unserer Testschwimmen konnten wir leichte Vorteile gegen die Zeit erringen, allerdings kam es und eher dadurch begründet vor, dass das Wassergefühl und der Tragekomfort sehr zufrieden stellend sind. Weiterhin ist der Killa der einzige Anzug ohne lange Beine. Es bleibt anzuwarten, ob Orca sein Killa-Prinzip für weitere Modelle umsetzen wird. Im Schwimmsegment wäre es zumindest eine Ansage, die Erfolg versprechen könnte.

Ein noch zuletzt zu erwähnender Vorteil des Killa ist, dass es für den Triathlon konzipiert wurde und somit nicht nur das Schwimmen mit ihm bewältigt werden kann. Allerdings wurde beim Killa komplett auf einen Einsatz im Schrittbereich verzichtet. Je nach Distanz gewöhnungsbedürftig. 



















Nike

Nike EstalinaNike bietet einen eher konventionellen Schwimmanzug, wenn man die Oberflächenbeschaffenheit des verwendeten Materials betrachtet. Es kommt kein komplexes Material zur Wasserwiderstandsminimierung zum Einsatz. Der Accelerator III erinnert eher an einen normalen Badenanzugsstoff. Dennoch lässt sich der Accelerator III äußerst angenehm schwimmen; keine muskelkontraktionsbehindernde Ergonomie, optimale Schulterfreiheit und ein gut anliegender Sitz. Der Schnitt ist so gestaltet, das kaum bis kein Wasser in den Kragen einströmen kann, ein weiterer angenehmer Vorteil. Mit dem Killa bietet der Accelerator III den angenehmsten Schwimmkomfort, allerdings fällt auch die Performanceoptimierung nicht ganz so groß aus. Gerade für das Training sehr gut einsetzbar.































Speedo

Image

Der Fast Skin II ist der Anzug für Triathleten und Schwimmer, die einen gleitenden Schwimmstil bevorzugen. Diese Aussage lässt sich u. a. dadurch begründen, dass der ergonomisch enge Schnitt und die Muskelunterstützenden Nähte (vor allem im Armbereich) eine hohe Spannung erzeugen. Bei einem langsamen, gleitenden Schwimmstil liegt der Vorteil klar in der Spannung des nahezu gesamten Körpers, kraftvolle Schwimmer werden durch den Anzug etwas mehr Widerstand als ohne diesen bewerkstelligen müssen. Ein weiterer Pluspunkt ist der gut bemerkbare Auftrieb bei ruhiger Schwimmlage und guter Technik.

FastSkin II PrinzipDas Prinzip für einen effektiven Vortrieb basiert auf der „Haifischhaut“. Der Hai besitzt hingegen anderen Fischen keine Schuppen, sondern eine Vielzahl kleinster Zähne als „Haut“. Diese ermöglichen ein äußerst stromlinienförmiges Schwimmen, da in den Wasserwiderstand auf diese Weise besser geschnitten werden kann. Dadurch wird man ebenfalls innerhalb der Bewegung agiler, dies bedingt durch die leicht verbesserte Wasserbrechung. So der Haifisch. Das biologische und evolutionäre Prinzip aus dem Tierreich wurde bedingt auf Speedos Textil übertragen und ein annährend selber Effekt ist schon zu vergleichen. Auch wenn es nicht das Original ist, eine Performancesteigerung im optimalen Leistungsbereich ist durch eine bis zu 4%ige Reduzierung des passiven Wasserwiderstandes möglich. Auch unsere Tests sprechen für einen geschwindigkeitsorientierten Anzug. Speedo propagiert den FSII als schnellsten Schwimmanzug der Welt.




Arena  

Arena Powerskin X-tremeArena greift ein entwicklungs- und forschungsintensives Prinzip der Oberflächenbeschaffenheit auf: das sich bewegende Objekt sollte das gleiche Oberflächenmaterial besitzen wie das Medium, in dem es sich bewegt. Arenas Oberfläche des POWERSKIN X-TREME wurde so hingehend konzipiert, dass sich auf der Oberfläche befindliche Moleküle Wasser an sich binden und somit dem Schwimmanzug eine leichte Wasserschicht gegeben wird. Somit würde Wasser auf Wasser reiben, was den Wasserwiderstand deutlich herabsetzen würde. Nach Angaben von Arena bis zu 8,2-9,1% gegenüber den Mitbewerbern. In der Praxis sieht es leicht anders aus als die Theorie besagt. Den Molekülen fehlt die Kraft, das Wasser permanent an sich zu binden und eine homogene Fläche zu bilden. Allerdings wird Wasser gebunden, wenn auch in der Bewegung immer wieder neu, da durch Geschwindigkeit der Wasserschichtfilm konstant abgetragen wird. Nichtsdestotrotz ist der POWERSKIN X-TREME der Anzug mit den besten wissenschaftlichen Ergebnissen: bei optimaler Leistung soll der POWERSKIN X-TREME in der Langarm- und Langbeinversion einen Leistungszuwachs von ca. 3% bewirken.
















Golfballprinzipn unserer Praxis haben wir gemerkt, dass man mit dem POWERSKIN X-TREME äußerst gut gleiten kann. Auch kraftvolle Schwimmer werden hier gut bedient, denn die Ergonomie lässt keinen großen Widerstand wie beim FSII zu. Auch die Trageeigenschaften sind für einen reinen Schwimmanzug äußerst angenehm. Er sitzt wie die bekanntliche zweite Haut, dennoch ohne große Einschränkungen. Einzig, was aber Gang und Geben zu sein scheint, schauert auch der POWERSKIN X-TREME am Kragen leicht, was wiederum in Nuancen körperstaturabhängig ist. Ein sehr angenehmer Schwimmanzug mit guter Effektivität.







Fazit

Jeder Anzug hat seine Vorteile, im Tragekomfort als auch im Vortrieb. Für die Entscheidung, welcher Anzug es sein soll, ist subjektives Gespür nötig. Man sollte definitiv nicht die Katze im Sack kaufen, wenn es geht, immer vorher Probeschwimmen, insofern möglich.
Enorme Leistungszuwächse sollte man allerdings in keinem Fall erwarten. Die von uns angegebenen Prozentangaben beziehen sich auf die reine optimale, standardisierte Leistung. Inwiefern es auch Amateursportler voranbringt, sollte ebenso explorativ erkundet werden. Unser Test soll lediglich einen Überblick verschaffen und versteht sich nicht als Kaufempfehlung.

Dennis Wachter


 

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