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Der überarbeitete Nike Free
Sonntag, 29 Oktober 2006
Nike Free 5.0 v2 Der Nike Free ist in seiner neuen Auflage erschienen. Er wurde robuster verarbeitet, dezente Farbvariationen tragen zu einer netten Auswahl bei. Wie sieht es allerdings mit der Funktionalität beim 5.0 v2 aus?

Der Free der ersten und zweiten Generation war ebenso geliebt wie gehasst. Geliebt aus dem Grund, da er selbst beim Tragen während der alltäglichen Mobilität einen gewissen Trainingseffekt bietet (im Folgenden wird näher darauf eingegangen). Gehasst, da die Halbwertzeit des Schuhs, und hier ist vordergründig das Obermaterial des Fersenbereichs gemeint, sehr gering war. Alle uns bekannten Athleten, die den Free 5.0 trugen, hatten offene Fersen. Der Free in der überarbeiteten Version soll das allseits bekannte Problem behoben haben. Wie sieht es tatsächlich aus?


Verarbeitung

Seit mehreren Wochen haben wir uns nun mit dem Free im Alltag als auch im Sport befasst – der Schuh hielt einwandfrei. Keinerlei offene Nähre oder Ansätze zu einem Riss in bewegungsintensiven Bereichen. So soll es sein. Rückblickend kann man nur sagen, dass es schade ist, dass Nike dieses Problem erst jetzt behoben hat, denn das Problem ist sicherlich nicht nur bei den Athleten bekannt. Nike richtete sogar einen Reparaturservice für den 5.0 ein. Kurzum: der Free 5.0 v2 weist keinerlei vorzeitigen Materialverschleiß auf.


Theorie

Wie in unserem Artikel zum Free 5.0 würden wir noch einmal gerne verdeutlichen, welche Intention hinter dem Free steht. Seit einigen Jahren wir der Free als „natürlicher“ Laufschuh beworben, was dadurch zu verstehen ist, dass aufgrund der Segmentierung der Laufsohle ein enormer Bewegungsbereich des Fußes entsteht. Im Gegensatz zum konventionellen Schuhwerk ist der Fuß im Free aktiver, er geht mehr Richtungsänderungen ein, was effektiv bedeutet, dass mehr Fußmuskulatur angesprochen wird. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass konventionelle Schuhe, ob im Sport Nike Free Segmentierung oder im Alltag, durch die verbauten Technologien zunehmend mehr Funktion des Fußes übernehmen, was maßgeblich die Dämpfung und die Stabilität ausmacht. Dies kommt dadurch zustande, dass der Fuß relativ fix im Schuh liegt und der Abrollbewegung der Schuhkonstruktion unterworfen ist. Wie bereits geschildert, ist dies beim Free nicht der Fall. Der Fuß schöpft so sein nahezu volles Spektrum an Bewegung aus, was letztendlich von Nike als „natürlich“ aufgefasst wird. In der Tat kommt der Free dem Barfußlaufen sehr nahe und vor allem aktive Läufer (Vor- oder Mittelfuß) werden im Free ein gutes Schuhwerk finden, um laufartenspezifische Muskeln weiterhin durch das Schuhwerk zu unterstützen. Aber Vorsicht vor Überlastungen: Der Free ist nach und nach zu tragen, was meint, dass es Gewöhnungsphasen wie den Alltag geben sollte, bevor man kürzere Strecken mit ihm Läuft. Es sei auch erwähnt, dass der Free in jeglicher Ausführung kein Langdistanzschuh ist.

Noch einmal zum Bewegungsspektrum durch den Free: Lernt der Fuß, aus seiner starren Haltung erneut natürlicher zu gehen und zu laufen, dann werden propriozeptorische Reize um ein vielfaches besser verarbeitet, da die Propriozeption (Eigenwahrnehmung) steigt. In der Praxis könnte es so aussehen, dass man ein Umknicken im unwegsamen Gelände vermeiden könnte, da die Rückmeldung des Fußes schneller verarbeitet wird, da Rezeptoren hierfür ausgeprägter sind, und durch die gestärkte Muskulatur wird dem Umknicken entgegengewirkt. Durch statischere Schuhe ist diese Eigenwahrnehmung weniger gut ausgeprägt.

Nike Free 5.0 v2

Praxis

Als erstes ist aufgefallen, dass der Free in der neuen Version im Vergleich zum Vorgänger etwas steifer wirkt Das „Free-Gefühl“ war etwas ausgeprägter in der 5.0er-Variante. Dennoch wird dem Free-Prinzip kein Abbruch getan: Der Bewegungsspielraum ist unvergleichlich hoch, zudem ist der Schuh äußerst angenehm zu tragen. Für kurze Läufe bis hin zu 10 km hatten wir keinerlei Probleme mit dem Schuh. Er lief sich sehr locker und bevorteiligt eindeutig Vorfußläufer. Aber selbst Fersenläufer werden kaum Probleme mit dem leichten Schuh haben. Lediglich auf der Bahn bei sehr schnellen Einheiten oder bei intensiveren Lauftechnikeinheiten war der Free zu schwammig, da das Obermaterial des Schuhs den Fuß nicht ausreichend bei Seitenkräften stabilisiert und im Sohlenbett fixiert.


Fazit

Der Free 5.0 v2 ist rundum gelungen. Endlich keine Materialprobleme, allerdings nach Aussagen unserer Probanden etwas weniger „Free“ als der Vorgänger – mehr Materialstabilität für geringfügig weniger Freiheit als zuvor. Auf die aktuelle Version kann man sich verlassen. Viele Athleten haben dies bereits erkannt. So werden auch wir nach diesem Artikel den Free, ob als Trail oder in der normalen Version, weiterhin nutzen, denn die Gesundheit wird es danken. 

Dennis Wachter


Neben dem nachwievor aktuellem Modell Free Trainer wird die Free-Familie ab Januar kommenden Jahres vom  Free 3.0, 5.0 und 7.0 bereichert. Hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack:

Nike Free 5.0 v2




 
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