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Kjell beim NYC-Marathon
Freitag, 10 November 2006
Beitragsinhalt
Kjell beim NYC-Marathon
Seite 2

ImageNY MARATHON - Bigger is not allways better …
Der New York City Marathon gilt unter allen Ausdauersportlern und gerade den Marathonläufern als eine der sehr besonderen Veranstaltungen. Auch für mich war New York immer ein Marathon, den ich unbedingt mal rennen wollte. Dieses Jahr bot es sich an, da ich ein Angebot als Pacer bekam und man so den Wettkampf am besten erkunden und beurteilen kann.



Die Teilnehmer


Mit 90.000 Meldungen gehört der New York City Marathon zu den Rennen, wo man sich entweder Qualifiziert, viel Geld an einen Reiseveranstalter bezahlt, oft genug vergeblich sich angemeldet hat (mehr als drei Mal), mehr als 15 mal gefinished hat, im NY-Runners Club Mitglied ist oder eben Profiläufer ist. Dabei werden 600.000,- US$ an Preisgeld ausgeschüttet, mit Optionen auf Sonderprämien bei Streckenrekord.

Strecke Die Anzahl der Meldungen steigt stetig an. Vom Jahr 2005 mit 87,625, so waren es dieses Jahr mehr als 90.000 Läufer die am NYC Marathon teilnehmen wollten. Von dieser Zahl werden 38.000 Läufer angenommen und im Jahr 2005 kamen 36,856 Läufer ins Ziel. In diesem Jahr waren es 38,368 Finisher. Dank der Angebote einiger Airlines (wie AirEmirates oder Lufthansa), gibt es für Internationale Starter gute Chancen einen erschwinglichen Preis für den Flug zu ergattern.

Den Marathon selbst sollte man nach meinem empfinden als Erlebnis Marathon sehen. Sportliche Bestzeiten sind sehr schwer zu erreichen, da der Kurs dies nicht hergibt. Aber dafür ist die Stadt New York, die Masse an Läufern, die Atmosphäre, die Helfer und die Eindrücke um den Marathon herum diese Reise wert.

Wegen der Preisgelder treten in NY Eliteläufer an, im Wissen hier nicht Bestzeiten aufzustellen, aber sehr viel Geld gewinnen zu können. Der Freizeitläufer stellt in New York auch keine Bestzeit auf, sondern erlebt einen einmaligen Kurs mit ca. 1.000.000 Zuschauer, die jeden Athleten über die 42km tragen!


Die Organisation

Mit der Masse an Startern geht eben auch eine logistische Meisterleistung den Veranstalters ING einher. Ob die Athletenakkreditierung, die Marathon Messe, das Carboloading im Central-Park, der Athletentransport am Wettkampfmorgen, der Marathon an sich und die Abfertigung nach dem Rennen. Alles sorgt für ein wenig mehr Wartezeit! Daher bei frischen Temperaturen wie in diesem Jahr unbedingt Warme Kleidung parat haben.

Skyline Am Wettkampfmorgen sollte man sich seinen Wecker wie bei einem Ironman mitten in der Nacht stellen. Ab 5.00Uhr muss man spätestens sein Hotel verlassen, um sich in die Schlangen zum Bustransport nach Staten Island einzureihen. Die Fahrt dauert ca. 45 Minuten und dort angekommen, werden die Plastikfolien, Schlafsäcke oder sonstige Hilfsmittel ausgepackt, um die nächsten 2-3 Stunden warm zu bleiben.

Für Früstück (Bagel, PowerBar, Kaffee, Tee, heiß Wasser, Donuts, Saft, Wasser, Obst) ist gesorgt und zu meiner verwundert sind bei der Masse an Mensche  auch genügend Toiletten vorhanden. Großes Lob!!!

In den windgeschützten Zelten verweilt man nun und unterhält sich mit anderen Athleten. Mit einer Quote von guten 50% internationalen Startern sieht man sehr viele Flaggen und Trikots, die den unterschiedlichsten Ländern zuzuordnen sind. Die deutsche Flagge ist nach der Weltmeisterschaft und dem verkauft von deutschen Flaggen, Caps und anderen Deutschland gebrandeten Dingen, gut vertreten.

Eine knappe Stunde vor dem Start wird es dann ein wenig hektischer und man muss nun spätestens jetzt seine Beutel an den UPS Trucks abgeben, sich in die Toiletten-Schlangen einreihen und anschließend in seinem Startblock aufstellen. Um die Standzeit zu überwinden, sind alte Kleidungsstücke oder Plastiksäcke zu empfehlen, die man kurz vor dem Start ablegt.


Zum Wettkampf

Der Startschuss bzw. Kanoneschuss bedeutet in NY nur das die Vorderen Reihen anlaufen können. Ist man im Mittelfeld eingeteilt kann es trotz zweier Startebenen zu einer Zeitverzögerung von über 10 Minuten kommen. Doch dank des Championchipsystems kein Problem.

Die ersten Schritte ist man damit beschäftigt, keinem auf die Hacken zu treten und den ganzen Kleidungsstücken auszuweichen, wodurch eine sehr langsame Zeit auf den ersten Meilen (1-3) heraus kommt. Erschwerend kommt hinzu, dass da gerade knappe 40.000 Menschen loslaufen und alle wollen dasselbe, keine Zeit verlieren. New York ist einfach ein wunderbarer Wettkampf, wo es bis auf ganz Vorne nicht ganz so sehr auf die Zeit ankommt.

Von STATEN ISLAND  geht es über die Verazano-Narrows Brücke, auf der man ca. einen Kilometer „Bergauf“ läuft was das anlaufen sehr erschwert. Im Stadtteil  BROOKLYN angekommen wird man von Schildern und vielen interessanten Menschen empfangen, die einen anfeuern. Die Stimmung ist einzigartig und die Vielzahl an Bands an der Strecke tragen zur guten Stimmung bei. Durch viele kleinere Stadtteile, entlang des East River, geht es nach QUEENS. Dieser Strecken abschnitt ist geprägt von einer Vielzahl von Kurven, die in der Läufermasse kaum einem Laufrhythmus zulassen. Dafür ist die Stimmung unter den Läufern und die Interaktion mit den Zuschauern super.

Danach verlässt man Queens über die Queensboro Bridge welche einen über Roosevelt Island führt und auf die First Avenue bringt. Der Anblick der einem dort geboten wird ist Wahnsinn. Tausende von Menschen und zum Teil in Zweierreihen stehen an der Strecke und feuert die Läufer an. Nach dem Lauf meinte ein Zuschauer: „Als Zuschauer fühlt man sich schlecht weil man nur zuschaut und nicht mitläuft!“ Das trifft die mitreißende Stimmung genau. Man nähert sich der Kilometermarke 30 und es wird langsam schwer.

Mit Meile 20 verlässt man nun Manhattan und begibt sich in die BRONX, was aber nur für eine gute Meile der Fall ist, bevor man die Bronx wieder über eine Brücke Richtung Harlem verlässt. Die ist die letzte der 6 nennenswerten Brücken des New York City Marathons, welche viel Kraftkosten, da sie einiges an Höhenmetern mitbringen. Den Central Park erreicht man bei Meile 23. Doch die letzten 3 Meilen um und im Park sind noch sehr lang. Dies unterschätzt man leicht und legt zu früh zum Endspurt an, also nur die Ruhe. Der Central Park als Ziel liegt selbstverständlich in Mit Meile 20 verlässt man nun Manhattan und begibt sich in die BRONX, was aber nur für eine gute Meile der Fall ist, bevor man die Bronx wieder über eine Brücke Richtung Harlem verlässt. Die ist die letzte der 6 nennenswerten Brücken des New York City Marathons, welche viel Kraftkosten, da sie einiges an Höhenmetern mitbringen. Den Central ParkMANHATTAN, dem Herz von New York. Und in diesem sollte man sein Marathonfinish genießen und sich auf die sehr liebevoll gestaltete Medallie freuen.

Nach dem Ziel erhält man umgehend Getränke, kann Fotos machen lassen, bekommt eine Thermoplastikfolie zum wärmen und begibt sich auf den zeitraubenden Weg zu seinem UPS Truck, wo man warme Bekleidung im Beutel hat. Das kann allerdings sehr lange dauern. Wir haben über eine halbe Stunde gebraucht und da friert man schon ordentlich, aber das alles war es wert!!

Kjell Schiöberg


Strecke

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