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Es gibt Rechtsradikale und Linksradikale. Wenn sie aus dem
Gefängnis frei kommen (nicht über Los und keine 4000,- €), nennt man sie „freie
Radikale“. Speziell ausgebildete Polizeieinheiten haben in jahrelangem
Training gelernt, den freien Radikalen die Umgebungsluft wegzuatmen, um sie
somit unschädlich zu machen. Dieser Tatsache zum Dank erhielten die Mitglieder
dieser Spezialeinheit den Namen „Antioxidantien“.
Allgemeines
Spaß bei Seite. Unter den so genannten freien Radikalen versteht man
Teilstücke von Molekülen, die in ungebundener (freier) Form vorkommen. Zwar spielen sie bei verschiedensten biologischen Prozessen
eine nützliche, gar wichtige Rolle (z.B. zur Keimabwehr), doch gerade ihre
Eigenschaft, andere Stoffe zu oxidieren (ihnen ein Elektron zu nehmen), kann
auch zu gefährlichen Zellschädigungen führen:
Freie Radikale können im Innern des Körpers durch
Überlastung der Verbrennungsorganellen (Mitochondrien) der Muskeln entstehen
und sich an andere Moleküle anlagern. Hierdurch kann sich von dem neu
gebildeten Molekül ebenfalls ein freies Radikal abtrennen, welches sich genauso
verhält wie ersteres und somit Teil einer Kettenreaktion wird.
Für die Körperfunktionen wichtige Moleküle werden folglich
umgewandelt, Gefährliche gebildet und letztlich biologisches Gewebe zerstört. Als Carcinogene (= Krebs erregende Faktoren) wirken freie
Radikale darüber hinaus vor allem auch, wenn Moleküle der DNA angegriffen
werden und dadurch Leerstellen im genetischen Code entstehen; hier ist die
Erbinformation nicht mehr richtig ablesbar.
Doch nicht nur körperinnere Vorgänge führen zum Entstehen
der Radikale. Äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, ionisierende (radioaktive)
Strahlung, Alkohol sowie große Hitze sind ebenso Faktoren, durch die mittels
Teilung körpereigener Moleküle freie Radikale gebildet werden. Ebenso kann der
Mensch über die Nahrung, die bereits freie Radikale enthält oder durch
Zigarettenrauch belastet werden. In der Folge können Zellschädigungen und hierdurch
u.a. Krebserkrankungen hervorgerufen werden. Über die genannte Bedeutung der freien Radikale hinaus wird
ihnen auch ein bedeutender Anteil an Alterungsprozessen nachgesagt.
Für seine Abwehr- und Reparaturmechanismen nutzt der
menschliche Körper eine Reihe von Stoffen, zu denen vor allem spezifische
Hormone, Enzyme und Co-Enzyme gehören.
Als „Radikalfänger“ dienen die so genannten Antioxidantien,
die die freien Radikale binden und somit neutralisieren können. Einige der
bekanntesten davon sind das Vitamin A, Vitamin C (Ascorbinsäure), Harnsäure,
das Co-Enzym Q10 und das stärkste Antioxidans Hydridion H-.
Bedeutung für den Sport
Für Sportler bedeutet dies – da sie ihre Muskeln besonders
belasten –, dass sie dem Körper regelmäßig Antioxidantien zuführen sollten, um
die lebensnotwendigen körpereigenen Schutzmechanismen zu unterstützen. Hier
bieten sich etwa Citrusfrüchte (z.B. in Saftform), Knoblauch, Zwiebeln, Spargel,
Tomaten, Vollreis, Sonnenblumenkerne, Petersilie, Gurken, Ingwer, Tee, u.v.a.
an. Auch die Getränkeindustrie wirbt neuerdings mit dem
Spezialgetränk „Xan“ für die Bekämpfung freier Radikale.
Genaue Wirkweise
Innerhalb eines Moleküls sind die einzelnen Atome durch
Elektronenpaare miteinander verbunden. An der Stelle eines freien Radikals, die im ursprünglichen
Molekül mit dem restlichen Teil verbunden war, befindet sich jedoch ein Atom
mit einem ungepaarten Elektron (so genanntes „odd electron“). Da die Elektronen
eines Atoms allgemein die Eigenschaft haben, sich in Paaren zusammenzulagern,
„sucht“ sich das ungepaarte Elektron ein zweites. Trifft nun ein Atom (auch als
Bestandteil eines Moleküls) mit einem ungepaarten Elektron auf ein anderes
Atom, das bereits eine Elektronenpaarbindung mit einem weiteren besitzt, kann
es sein, dass sich zweiteres aus der bestehenden Bindung löst und sich mit
ersterem paart.
Zu erklären ist dies damit, dass verschiedene
Atomkombinationen verschieden starke Elektronenpaarbindungen innehaben. Ist die
Bindung zwischen zwei Atomen nun geringer als die, die das eine davon mit dem
Atom mit ungepaartem Elektron hätte, „springt es über“. Dabei nimmt es stets
ein Elektron aus der alten Bindung mit. Übrig bleibt der frühere „Partner“
(evtl. als Teil eines Moleküls), welcher nun seinerseits ein ungepaartes
Elektron besitzt – ein neues freies Radikal ist entstanden.
Oxidation (ein Elektron wird einem Molekül samt dem
dazugehörigen Atom entzogen) ist also Auslöser für die Kettenreaktion, die
immer weitere freie Radikale entstehen lässt, welche neue Moleküle angreifen.
Ein Gewebe kann hierbei in so genannten oxidativen Stress
versetzt werden, was das Altern desselbigen zur Folge hat.
Wissenswertes
Beobachten kann man die Wirkung von Antioxidatien, wenn man
einen Apfel oder eine Kartoffel zerschneidet und die Schnittstelle
beispielsweise mit Zitronensaft beträufelt. Im Ergebnis wird der betroffene
Bereich nicht so schnell braun, d.h. der Luftsauerstoff kann nicht mit der
Schnittoberfläche reagieren – die Oxidation bleibt aus.
Christian Wachter
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