Montreal. Die World Anti-Doping Agency prüft derzeit die
Aufnahme des Stimulanziums Banane, in Szenekreisen auch Affenkotelett genannt, auf
die Liste verbotener Dopingmittel. Wie ein Sprecher der Behörde mitteilte, sei
Banane durch seinen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt sowie einer
kritischen Menge an Ballaststoffen auffällig geworden.
Bei den Mineralstoffen in Verdacht geraten seien hohe Werte
bei Kalium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Mangan und Kupfer. Daneben essentielle
Spurenelemente und Selen. „Es
geht nicht an, dass der Energiegehalt der Banane etwa 60-90kcal pro100g beträgt
und damit fast dopppelt so hoch ist wie bei Äpfeln, Birnen oder Zitrusfrüchten“,
so die WADA. In der folgenden, Tricomponents.info zugespielten Übersicht, wird
das Ausmaß des für Sportler interessanten, ungewöhnlich hohen Kohlenhydratanteils
mehr als deutlich:
| Wasser: | 73,9%
| | Kohlenhydrate: | 20%
| | Proteine: | 1,2%
| | Fette: | 0,2%
| | Rohfaser: | 1,9%
|
Vor allem im
Ausdauermilieu, in dem viel Flüssigkeit und damit viele Mineralien verschwitzt
würden, werde Banane neben EPO, Anabolika und Wachstumshormonen als leistungssteigerndes
Mittel in rauen Mengen hemmungslos eingenommen, ungern gespritzt.
„In einer Zeit der Dopinghysterie muss der Radsport absolut
sauber gehalten werden. Jedes Mittel, dass sich in irgendeiner Weise
leistungssteigernd auswirkt, ist ethisch nicht mehr vertretbar. Dazu gehört
auch Banane“, so die WADA.
Nicht unwesentlich
für die Beliebtheit des gelben Glücklichmachers sei neben dem breiten, verführerischen
Lächeln und dem süßen Geschmack sein Serotoningehalt. Dieses
„Glückshormon" wirke sich im Gehirn positiv auf das zentrale Nervensystem
aus und sorge so für Euphorie. Um diesen Zustand der Glückseligkeit erhalten zu
können, griffen viele Sportler täglich auf Banane zurück. Es gehe das Gerücht,
dass Fahrer des Discovery Channel-Teams sich Bananepüree haben intravenös
einflößen lassen. „Da sind wir natürlich dran“, versichert die WADA.
Ferner werde das leichtverdauliche Banane aufgrund seines
hohen Magnesiumanteils gerne gegen drohende Muskelkrämpfe verabreicht. Die WADA
dazu: „Wer nicht will leiden, der muss weichen.“ Die kurzkettigen Kohlenhydrate
lieferten dem Körper bei kurzen Kraftanstrengungen oder einer Durchhängerphase
schnell neue Energie. „Zu schnell“, meint die WADA. Die langkettigen
Kohlenhydrate sorgten dafür, dass bei Ausdauersportarten der Körper über einen
längeren Zeitraum mit Energie versorgt werde. „Zu lange“, moniert die WADA.
Verschiedene B-Vitamine sorgten für Nervenstärke, Niacin für eine weiche Haut
und Folsäure fördere die Bildung der roten Blutkörperchen. Aus dem in Banane
enthaltenen Tryptophan könne der Körper das Schlafhormon Melatonin produzieren,
was einer angenehmen Nachtruhe zuträglich sei. Zudem liefere Banane den Pflanzenfarbstoff Katecholamin. Diese
Substanz sorge dafür, dass wir Ruhe bewahrten und besser gegen Aufregungen und
Ärger gefeit seien. Die Vitamine A, C und E hielten zudem die Körperzellen jung.
„Die Summe der für den Sportlerorganismus positiven
Eigenschaften von Banane und das inflationär bröckelnde Image des Radsports
werden uns dazu zwingen, Banane auf den Index zu setzen“, verkündet die WADA.
„Untersuchungskommissionen zum Thema Pasta werden folgen.“
Thomas Külper
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