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Tod der Banane?
Sonntag, 21 Januar 2007
WADA Montreal. Die World Anti-Doping Agency prüft derzeit die Aufnahme des Stimulanziums Banane, in Szenekreisen auch Affenkotelett genannt, auf die Liste verbotener Dopingmittel. Wie ein Sprecher der Behörde mitteilte, sei Banane durch seinen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt sowie einer kritischen Menge an Ballaststoffen auffällig geworden.

Bei den Mineralstoffen in Verdacht geraten seien hohe Werte bei Kalium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Mangan und Kupfer. Daneben essentielle Spurenelemente und Selen. „Es geht nicht an, dass der Energiegehalt der Banane etwa 60-90kcal pro100g beträgt und damit fast dopppelt so hoch ist wie bei Äpfeln, Birnen oder Zitrusfrüchten“, so die WADA. In der folgenden, Tricomponents.info zugespielten Übersicht, wird das Ausmaß des für Sportler interessanten, ungewöhnlich hohen Kohlenhydratanteils mehr als deutlich:


Wasser:73,9%
Kohlenhydrate: 20%
Proteine: 1,2%
Fette:0,2%
Rohfaser:1,9%


Vor allem im Ausdauermilieu, in dem viel Flüssigkeit und damit viele Mineralien verschwitzt würden, werde Banane neben EPO, Anabolika und Wachstumshormonen als leistungssteigerndes Mittel in rauen Mengen hemmungslos eingenommen, ungern gespritzt.

„In einer Zeit der Dopinghysterie muss der Radsport absolut sauber gehalten werden. Jedes Mittel, dass sich in irgendeiner Weise leistungssteigernd auswirkt, ist ethisch nicht mehr vertretbar. Dazu gehört auch Banane“, so die WADA.

Nicht unwesentlich für die Beliebtheit des gelben Glücklichmachers sei neben dem breiten, verführerischen Lächeln und dem süßen Geschmack sein Serotoningehalt. Dieses „Glückshormon" wirke sich im Gehirn positiv auf das zentrale Nervensystem aus und sorge so für Euphorie. Um diesen Zustand der Glückseligkeit erhalten zu können, griffen viele Sportler täglich auf Banane zurück. Es gehe das Gerücht, dass Fahrer des Discovery Channel-Teams sich Bananepüree haben intravenös einflößen lassen. „Da sind wir natürlich dran“, versichert die WADA.

Ferner werde das leichtverdauliche Banane aufgrund seines hohen Magnesiumanteils gerne gegen drohende Muskelkrämpfe verabreicht. Die WADA dazu: „Wer nicht will leiden, der muss weichen.“ Die kurzkettigen Kohlenhydrate lieferten dem Körper bei kurzen Kraftanstrengungen oder einer Durchhängerphase schnell neue Energie. „Zu schnell“, meint die WADA. Die langkettigen Kohlenhydrate sorgten dafür, dass bei Ausdauersportarten der Körper über einen längeren Zeitraum mit Energie versorgt werde. „Zu lange“, moniert die WADA. Verschiedene B-Vitamine sorgten für Nervenstärke, Niacin für eine weiche Haut und Folsäure fördere die Bildung der roten Blutkörperchen. Aus dem in Banane enthaltenen Tryptophan könne der Körper das Schlafhormon Melatonin produzieren, was einer angenehmen Nachtruhe zuträglich sei. Zudem liefere Banane den  Pflanzenfarbstoff Katecholamin. Diese Substanz sorge dafür, dass wir Ruhe bewahrten und besser gegen Aufregungen und Ärger gefeit seien. Die Vitamine A, C und E hielten zudem die Körperzellen jung.

„Die Summe der für den Sportlerorganismus positiven Eigenschaften von Banane und das inflationär bröckelnde Image des Radsports werden uns dazu zwingen, Banane auf den Index zu setzen“, verkündet die WADA. „Untersuchungskommissionen zum Thema Pasta werden folgen.“

Thomas Külper

 

 
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