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Luftikus
Dienstag, 06 Februar 2007

Giro„Tour de France-bewährt, einzigartiges Design, der absolut beste Helm für Tempo und Emotion.“ – so titelt Giro. Ein Helm für Tempo und Emotion? Beim Atmos 2007 schwelgt die Sporthelmfirma Giro in Superlativen und scheint dabei die wesentliche Antwort auf die Frage nach Schutz in ihrem Marketingkonzept vergessen zu haben. Schützt der Atmos?




Fakt ist: Autofahrer überholen behelmte Radfahrer in geringerem Seitenabstand als Radfahrer ohne Helm. Das hat ein englischer Psychologe bei einem Selbstversuch ermittelt. Trug er einen Helm, rauschten die Wagen durchschnittlich 8,5 Zentimeter dichter an ihm vorbei. Und eine neuseeländische Studie beweist: Das Tragen eines Helms hat keinerlei Auswirkungen auf Häufigkeit und Schwere von Kopfverletzungen.


Der Helm – ein Auslaufmodell?

Mitnichten. Selbst Helme wie der Atmos haben ihre Daseinsberechtigung. Auch wenn sein Dasein sich auf luftig leichte 256 Gramm beschränkt und er zahlreiche Windtunnel besitzt. Gleich 26 davon sind in den Roadhelm integriert, leiten kühlende Luft an den Kopf heran und transportieren Wärme ab. So entsteht ein angenehmes Kopfklima. Karbonverstärkungen machen den Luftikus sehr stabil. Für eine gute Passform sorgt RocLoc4 mit voneinander unabhängigen Einstellmöglichkeiten von Helmweite und Helmposition. Bei der so genannten In-mold-Konstruktion wird die schlagzähe, äußere Helmschale mit dem EPS-Innenschaum dauerhaft verbunden. Dadurch werden In-mold-Helme in kritischen Zonen um Belüftungsöffnungen herum und an Rippen verstärkt. Der I.C.R.-Cage vereinigt den internen Roll Cage mit einer Reihe von Kohlefaser-Rippen, was eine sehr effiziente Verstärkung gewährleistet.


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Giro Atmos



Legitimiert wird die Existenz des Atmos vor allem durch seine aggressive Optik. Natürlich sollten auch Trainingszustand und Mentalität des Helmträgers entsprechend sein. „Fahranfänger fahren schließlich auch keinen Porsche, sondern Golf“. Den Atmos gibt es zum Preis von 200 Euro in den Größen S 51-55 cm, M 55-59 cm sowie L 59-63 cm Kopfumfang in den Farben Weiß, Schwarz, Rot, Pink, Blau und der schwarzgelben Special Edition Livestrong. Von jedem verkauften Atmos Livestrong erhält die Lance Armstrong Foundation einen Anteil am Erlös.


Giro Atmos Livestrong
Der Atmos Livestrong



Eindruck

In Deutschland bestehen keine gesetzlichen Vorschriften zum Tragen von Radhelmen im Straßenverkehr. Berechtigterweise, denn es liegen keine gesicherten Studien vor, die einen Beitrag von Radhelmen zur Volksgesundheit beweisen. Im Gegenteil. Das Tragen eines Helmes kann bei schweren Unfällen das Risiko von Gehirnschädigungen durch hohe Rotationsbeschleunigungen des Kopfes erhöhen. Schutzwirkung und Gefährdung heben sich praktisch auf. Da ist es nur verständlich, wenn Giro seinen Atmos Atmos nennt und nicht Asphaltspalter oder Bahnschrankenbrecher. Atmos kommt aus dem Griechischen und heißt Luft. Der Name ist Programm, denn der Atmos überzeugt durch geringes Gewicht, exzellente Kopfbelüftung und ansprechendes Design. Spitzenfahrer wie Freire oder Petacchi fahren diesen Helm. Wer sich also mit diesen (aggressiven) Herren identifizieren kann oder einfach noch schneller aussehen will als ohnehin schon, für den ist der Atmos genau der Richtige.

Thomas Külper



 
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