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„Tour de France-bewährt,
einzigartiges Design, der absolut beste Helm für Tempo und Emotion.“ – so
titelt Giro. Ein Helm für Tempo und Emotion? Beim Atmos 2007 schwelgt die
Sporthelmfirma Giro in Superlativen und scheint dabei die wesentliche Antwort
auf die Frage nach Schutz in ihrem Marketingkonzept vergessen zu haben. Schützt der Atmos?
Fakt ist: Autofahrer überholen behelmte
Radfahrer in geringerem Seitenabstand als Radfahrer ohne Helm. Das hat ein
englischer Psychologe bei einem Selbstversuch ermittelt. Trug er einen Helm,
rauschten die Wagen durchschnittlich 8,5 Zentimeter dichter an ihm vorbei. Und
eine neuseeländische Studie beweist: Das Tragen eines Helms hat keinerlei
Auswirkungen auf Häufigkeit und Schwere von Kopfverletzungen.
Der Helm – ein Auslaufmodell?
Mitnichten. Selbst Helme wie der
Atmos haben ihre Daseinsberechtigung. Auch wenn sein Dasein sich auf luftig
leichte 256 Gramm beschränkt und er zahlreiche Windtunnel besitzt. Gleich 26
davon sind in den Roadhelm integriert, leiten kühlende Luft an den Kopf heran
und transportieren Wärme ab. So entsteht ein angenehmes Kopfklima. Karbonverstärkungen
machen den Luftikus sehr stabil. Für eine gute Passform sorgt RocLoc4 mit
voneinander unabhängigen Einstellmöglichkeiten von Helmweite und Helmposition. Bei
der so genannten In-mold-Konstruktion wird die
schlagzähe, äußere Helmschale mit dem EPS-Innenschaum dauerhaft verbunden.
Dadurch werden In-mold-Helme in kritischen Zonen um Belüftungsöffnungen herum
und an Rippen verstärkt. Der I.C.R.-Cage vereinigt den internen Roll Cage mit
einer Reihe von Kohlefaser-Rippen, was eine sehr effiziente Verstärkung gewährleistet.
Legitimiert wird die Existenz des
Atmos vor allem durch seine aggressive Optik. Natürlich sollten auch
Trainingszustand und Mentalität des Helmträgers entsprechend sein. „Fahranfänger
fahren schließlich auch keinen Porsche, sondern Golf“. Den Atmos gibt es zum
Preis von 200 Euro in den Größen S 51-55 cm, M 55-59 cm sowie L 59-63 cm
Kopfumfang in den Farben Weiß, Schwarz, Rot, Pink, Blau und der schwarzgelben Special
Edition Livestrong. Von jedem verkauften Atmos Livestrong erhält die Lance Armstrong
Foundation einen Anteil am Erlös.
 Der Atmos Livestrong
Eindruck
In Deutschland bestehen keine gesetzlichen Vorschriften zum
Tragen von Radhelmen im Straßenverkehr. Berechtigterweise, denn es liegen keine
gesicherten Studien vor, die einen Beitrag von Radhelmen zur Volksgesundheit beweisen.
Im Gegenteil. Das Tragen eines Helmes kann bei schweren Unfällen das Risiko von
Gehirnschädigungen durch hohe Rotationsbeschleunigungen des Kopfes erhöhen.
Schutzwirkung und Gefährdung heben sich praktisch auf. Da ist es nur
verständlich, wenn Giro seinen Atmos Atmos nennt und nicht Asphaltspalter oder
Bahnschrankenbrecher. Atmos kommt aus dem Griechischen und heißt Luft. Der Name
ist Programm, denn der Atmos überzeugt durch geringes Gewicht, exzellente
Kopfbelüftung und ansprechendes Design. Spitzenfahrer wie Freire oder Petacchi fahren
diesen Helm. Wer sich also mit diesen (aggressiven) Herren identifizieren kann
oder einfach noch schneller aussehen will als ohnehin schon, für den ist der
Atmos genau der Richtige.
Thomas Külper
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