Der flache Sattel kann oft Leid bringen, wenn man nicht sorgfältig auswählt. Auf dem Sattelmarkt gibt es viele firmeneigene Innovationen und Passformen - da kann man leicht den Überblick verlieren. In unserem Test findet ihr die derzeit aktuellen Sättel renomierter Hersteller.
Übersicht
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| | Modell: | Toupé
| Alias
| | Hersteller: | Specialized
| Specialized
| | Tel.: | stand zu Redaktionsschluss nicht fest
| stand zu Redaktionsschluss nicht fest
| | URL: | www.specialized.com
| www.specialized.com
| | Preis: | € 109,95
| € 79,95
| | Maße: | Länge 270 mm, Breite 143 mm
| Länge 174 mm, Breite 143 mm
| | Spezifikationen |
|
| | Gewicht: | 164 g
| 263 g
| | Obermaterial: | Kunstleder
| Kunstleder
| | Gestell: | Titanium
| Titanium
| | Schale: | karbonverstärktest Kunststoff
| karbonverstärktes Kunststoff
|
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| | Modell: | Arione Carbon Braided
| Arione Tri2 Wingflex
| | Hersteller: | fi'zi:k
| fi'zi:k
| | Tel.: | stand zu Redaktionsschluss nicht fest
| stand zu Redaktionsschluss nicht fest
| | URL: | www.fizik.it
| www.fizik.it
| | Preis: | € 279,-
| € 169,-
| | Maße: | Länge 300 mm, Breite 132 mm
| Länge 300 mm, Breite 132 mm
| | Spezifikationen |
|
| | Gewicht: | 179 g
| 245 g
| | Obermaterial: | Leder mit Karbon-Inlays
| Microtex
| | Gestell: | Titanium
| Karbon
| | Schale: | Kunststoff
| Karbon
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| | Modell: | SLR XP
| 612
| | Hersteller: | Selle Italia
| SQ-Lab
| | Tel.: | 0 7 11 / 25 88 - 02
| 0 81 70 / 9 98 30
| | URL: | www.selleitalia.com / www.paul-lange.de
| www.dersattel.de
| | Preis: | € 98,-
| € 69,90
| | Maße: | Länge 275 mm, Breite 131 mm
| Länge 271 mm, Breite 140 mm
| | Spezifikationen |
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| | Gewicht: | 180 g
| 303 g
| | Obermaterial: | Leder
| SQ-Nanotop
| | Gestell: | Vanox
| Cromo Tube
| | Schale: | karbonverstärktes Kunststoff
| Kunststoff
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| | Modell: | Strike Evolution
| | Hersteller: | Selle SMP
| | Tel.: | 0 55 61 / 93 05 11
| | URL: | www.sellesmp.com / www.ferrometa.de
| | Preis: | € 195,-
| | Maße: | Länge 266 mm, Breite 129 mm
| | Spezifikationen |
| | Gewicht: | 233 g
| | Obermaterial: | Leder
| | Gestell: | Inox Tube
| | Schale: | Kunststoff
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Specialized Toupé
Sitzkomfort
Der Toupé von Specialized ist ein reinrassiger Straßensattel. Er verzichtet auf ein hohes Maß an Polsterung, bietet allerdings durch seine Trans-Am Konstruktion (Aussparung im Mittelteil des Sattels), eine Geleinlage und geschickt geformten Flügel ein ausreichendes Maß an Komfort. Es sind auch noch einmal die Flügel des Sattels zu erwähnen, die keinerlei Bewegungseinschränkungen aufkommen lassen. Selbst montiert auf dem Mountainbike macht der Toupé eine recht gute Figur. Einziges Manko ist der vordere Nasenanteil des Sattels, der aus Kunststoff besteht und aufgrund eines Höhenunterschiedes im Verhältnis zum übrigen Sattel das Sitzen auf dieser unangenehm wirken lässt.
Den Toupé gibt es in zwei verschiedenen Breiten: 130 mm und 143 mm und ebenso als Gel-Variante für etwas mehr Komfort.
Ausstattung und Material
Für den Komfort kommt eine Gel-Polsterung zum Einsatz. Das Obermaterial besteht aus Kunstleder und ist gut mit der Bewegung flexibel. Das Gestell des Toupés besteht, wie bei so vielen Sätteln in dieser Klasse, aus Titanium. Generell wirkt der Toupé spartanisch gepolstert, ein hervorragendes Mindestmaß an Komfort ist allerdings gegeben. Zu Gunsten der Langlebigkeit, weniger für den Komfort, ist die Kunststoffnase des Sattels, die härter wie auch tiefer eingebettet im Sattel ist als das restliche Obermaterial. Ein Manko bei einigen Sätteln war das Reißen der Nase, was durch die Kunststoffimplementierung beim Toupé vermieden wird.
Verarbeitung
Der Toupé ist ausgezeichnet verarbeitet. Schale, Gestell als auch Obermaterial fließen harmonisch ineinander. Zudem ist der Toupé langlebig sowie einfach zu montieren. Manko beim Sattel ist der Schriftzug, der nach sehr kurzer Zeit nahezu vollkommen abgerieben ist.
Fazit
Ein äußerst angenehmer Sattel für das Training und den Wettkampf. Ein harmonisches Zusammenspiel von Komfort, aggressiver Agilität und Performance. Zudem auch noch sehr leicht. Einzig für „Nasenfahrern“ mit Einschränkungen verbunden.
Bewertung: 5,5/6
Specialized Alias
Sitzkomfort
Der Alias ist im Verhältnis zum Toupé ein absoluter Komfortsattel: die Polsterung ist mittelweich, wirkt aber dennoch sehr agil – auf dem Rennrad wie auch Mountainbike. Für längere Touren in jeglichem Terrain sehr gut nutzbar, die Sattelnase kann allerdings bei intensiveren Einheiten aufgrund ihrer Breite leicht reibend sein. Ein weiterer Vorteil liegt in der Trans-Am-Konstruktion und bewirkt auch hier keinerlei unnötiges Drücken auf den Ischiasnerv.
Ausstattung und Material
Die Ausstattung ist tadellos. Der Alias besitzt eine Titaniumschiene und einen karbonunterstützten Nylonrahmen für die Kunststoffschale, was den Übergang von Kunstleder zur Schale verdeckt. In drei verschiedenen Breiten verfügbar: 130 mm, 143 mm und 155 mm.
Verarbeitung
Die Nähte des Kunstleders und Gummipads im Obermaterial sind sehr sauber verarbeitet, ebenso die Sitzschale aus Nylon und Karbon. Die Titanschiene ist stabil und sauber in der Sitzschale verankert.
Fazit
Wer nicht den High-Performance-Sattel sucht und eher auf Komfort bei jeglichen Distanzen auf dem Rennrad oder MTB setzt, ist mit dem Alias wunderbar bedient. Er ist robust verarbeitet und bietet einen angenehmen Komfort. Der Alias ist in zwei Größen erhältlich.
Bewertung: 4,5/6
fi'zi:k Arione Carbon Braided
Sitzkomfort
Eine gelungene Kombination aus Performance und Komfort. Ähnlich agil wie der Toupé, wenn auch nicht ganz so schnittig, ist dies ein Sattel für alle Gelegenheiten. Auf der Straße ist jedwede Distanz gut auf dem Arione zu fahren, die Passform ist durch die Wingflex- und Twinflex-Technologie angenehm ausfallend und durch die lange Nase (30 cm Gesamtlänge) bieten sich wunderbare Variationsmöglichkeiten. Im Verhältnis zur Tri2-Variante weniger gepolstert, dennoch gute Druckverteilung über eine große Fläche.
Ausstattung und Material
Das Obermaterial besteht aus Leder und besitzt kleine Karbon-Inlays. Sitzschale wie auch, in dies ist recht innovativ, Gestell bestehen komplett aus Karbon. Das Gestell besitzt eine leichte Textilumwicklung, damit beim Fixieren an der Sattelstütze das Karbon nicht verkratzt. Durch die lange Schiene ist eine gute Variabilität bei der Einstellung von Sattel auf Sattelstütze gewährt.
Verarbeitung
Optimale Qualität. Das Obermaterial ist harmonisch mit der Schale und diese wiederum mit dem Gestell verbunden. Die Karbon-Schiene ist äußerst steif und zudem sehr leicht. Aufgrund des arbeitenden Materials ist der Verschleiß recht gering, was bei der Tri-Variante aus der Vergangenen Saison noch etwas anders aussah: hier kam es zu Abreibungen der Folie der Kunststoffflügel und die Nase war direkt an der Spitze anfällig für Risse durch Scheuern.
Fazit
Ein sehr gelungener Sattel: guter Komfort, hohe Performance und Bewegungsfreiheit, ein Leichtgewicht. Das Einsatzgebiet kennt keine Grenzen sowie keine Distanzbeschränkungen. Der Arione ist in unterschiedlichen Ausstattungen verfügbar. Unsere Empfehlung.
Bewertung: 5,7/6
fi'zi:k Arione Tri2 Wingflex
Sitzkomfort
Ist man nicht mit dem Vorgänger aus der letzten Saison vertraut, wirkt der Tri2 ebenso weich auf der Nase. Wingflex und Twinflex kommen hier ebenso wie bei der Arione-Serie zum Einsatz, fallen aber etwas weicher aus. All dies trägt zu einem sehr hohen und kaum schwammigem Komfort auf allen Distanzen bei, in voller Stärke im Triathlon auf der Langen. Eine Gute Bewegungsfreiheit und die Variationsmöglichkeiten in der Sitzposition wie auch der Fixiermöglichkeit kreieren einen sehr komfortablen und ausgewogenen Sattel.
Ausstattung und Material
Das Obermaterial besteht aus Microtex, das Gestell aus Titanium. Im Vergleich zum Vorgänger scheint das Obermaterial robuster zu sein. Hinzu kommen noch die fünf Kiemen an jeweils beiden Seiten, die Knautschzonen ausgleichen und das Material nicht reißen lassen. Ob die Schwachstelle Nase, die aufgrund des spitzen Zulaufes und darauf lastenden Druck beim Vorgänger gerne mal aufscheuerte, nach wie vor besteht, bleibt noch abzuwarten. Während unserer Tests hat sich nichts dergleichen angebahnt.
Verarbeitung
Die Verarbeitung ist ebenso wie bei der reinen Arione-Variante sehr gut, die Nase aufgrund der leichten Polsterung aber etwas anfälliger für Knautschungen. Die Kiemen tragen zur Materialschonung bei, die Verbundstellen sowohl des Obermaterials, der Schiene als auch des Gestells sind einwandfrei.
Fazit
Der Sattel für die Langdistanz. Sehr variabel in der Einstellung wie auch der Sitzposition. Der Komfort, die gute Agilität, wie die hohe Funktionalität offerieren einen kompletten Sattel, der seine Stärken deutlich im Triathlon ausspielt. Für die Straße ebenso gut geeignet, auf dem MTB wird es problematischer.
Bewertung: 5,4/6
Selle Italia SLR XP
Sitzkomfort
Der absolute Klassiker. Ähnlich wie der Toupé von Specialized ist der SLR XP von Selle Italia minimalistisch ausgelegt und bietet dennoch einen guten Sitzkomfort. Die Sitzpolsterung ist leicht selbst modellierend. Auch auf längeren Distanzen, auf der langen Strecke beim Triathlon und ebenso auf dem MTB ist der SLR XP einsetzbar. Das Sitzen auf der Spitze der Nase ist im Gegensatz zu anderen Satteln derselben Liga angenehm, wenn nicht im Vergleich zum Arione oder Arione Tri2.
Ausstattung und Material
Die SLR-Familie gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Für den Einsteiger ist ebenso wie für den Profi etwas dabei. Der XP ist die Standartvariante und besitzt eine Sattelschale, die aus einem Verbundwerkstoff mit einem 30%-igem Anteil an Karbon besteht. Das Obermaterial ist aus atmungsaktivem Vollnarbenleder und sehr robust. Aus Erfahrung hat ein SLR XP eine sehr lange Lebensdauer, zumeist von mehreren Jahren, wenn man die Dämpfungseigenschaften außer Acht lässt und sich auf das Obermaterial, Schale und Schiene beschränkt.
Verarbeitung
Tadellos. Wie bereits angedeutet: die Lebensdauer ist sehr lang, länger als die vieler anderer Sättel. Die Polsterung ist gut eingelassen, Sitzschale, Gestell und Obermaterial sauber im Übergang verarbeitet.
Fazit
Der Allrounder. Vielseitig einsetzbar, komfortabel und leicht. Zudem in diversen Ausstattungsmöglichkeiten erhältlich, so dass auch ein Leichtgewicht möglich ist, wohingegen der XP schon recht leicht ist. Tadellose Verarbeitung und robust konzipiert. Von diesem Sattel wird mal funktionell und qualitativ lange Zeit etwas haben.
Bewertung: 5,1/6
SQ-Lab 612
Sitzkomfort
Der Sattel hält, was er verspricht: ein absolut angenehmes und gesundheitsorientiertes Sitzen. Selbst bei stark gebeugter Haltung kommt es zu keinerlei übermäßigen Druckpunkten auf den Ischiasnerv – nichts schläft ein und dies auch über längere Zeit. Für Zeitfahrspezialisten fällt der 612 nicht so komfortabel aus, da die Nase hart und unkomfortabel wirkt. Generell ist der 612 im Verhältnis zu seiner breiten Auflagefläche nicht so weich in der Polsterung konzipiert. Die Breite des Sattels ist speziell an der Nase in Punkto Bewegungsfreiheit bemerkbar: kann je nach Einsatz und Intensität als leicht störend empfunden werden.
Ausstattung und Material
Der 612 besitzt eine Gesundheits-Formgebung: die Mittelpartie beschreibt einen leichten Bogen (der mit einer leichten Kehle versehenist), die die Nase mit der Hinterpartie verbindet. Hierdurch wird eine anatomischere Passform erreicht. Die Bauform ist sehr robust, das Kunstleder weniger, aber noch vollkommen ausreichend, flexibel, was den Sattel generell sehr unanfällig gegenüber Rissen macht – auch an der Sattelnase, die meist einen Problembereich darstellt. Abgerundet wird das ganze durch zwei Weichkunststoffinlays mit Stoßdämpferfunktion im hinteren Bereich der Schiene. In der Breite 130 mm und 140 mm erhältlich.
Verarbeitung
Der Sattel ist sehr robust gefertigt und besitzt im Obermaterial keinerlei Nähte. Die Verarbeitung im Übergang von Obermaterial zur Schale fällt weniger filigran aus, ist aber auch nicht anfällig.
Fazit
Ein optimaler Sattel für unbeschwertes und möglichst komfortables Training, wenn mit der vorgesehenen Sitzposition gefahren wird. Die Vorteile (Komfort) sind besonders bei längeren Touren merklich. Für den Wettkampf allerdings zu unagil, schwer und leicht bewegungseinschränkend. Sowohl auf dem Rennrad als auch dem MTB gleichermaßen einsetzbar.
Bewertung: 4,9/6
Selle SMP Strike Evolution
Sitzkomfort
Generell eine Form für sich. In der „Soll-Position“ ist der Strike Evolution sehr angenehm zu fahren, da es zu einer flächigen Verteilung der Belastungszonen kommt. Die abknickende Nase eliminiert konventionelle harte Kanten und bietet somit mehr und wirklich spürbaren Komfort für die primären Geschlechtsorgane. Manko dieses Sattelst ist, dass man extrem wenig Variation für Sitzpositionen besitzt. Dies ist durch die sehr geschwungene S-Form des Sattels bedingt. Für den Triathlonbereich daher ungünstig. Probiert man jedoch auf der Nase zu Sitzen, ist der Komfort im Vergleich zur „Soll-Position“ deutlich herabgesetzt, da sehr hart – die Außenrinnen des Sattels laufen hier kaum mit Polsterung zusammen und bilden zudem einen leichten Hügel, der den Druck beim Sitzen sehr zentrisch wirken lässt.
Ausstattung und Material
Die Konstruktion des Sattels ist minimalistisch und trägt somit zu einem niedrigen Gewicht bei. Das Gestell wird als „inox tube“ bezeichnet und kann Stahl wie auch rostfrei bedeuten. Ersteres wäre unterdurchschnittlich, zweiteres Standard. Gut auffallend war das Kunstleder, das recht flexibel wirkt – nicht zu hart und nicht zu weich.
Verarbeitung
Schale, Gestell wie auch Nähte sind einwandfrei verarbeitet – Handmade in Italy.
Fazit
Bei Einnahme der „Soll-Sitzposition“ im Verhältnis zu der Polsterung und dem Gewicht ein optimal angenehmer, recht agiler und leichter Sattel. Dabei hat der Strike Evolution eine äußerst eingeschränkte Flexibilität in Sachen Sitzposition, was den Fahrer deutlich einschränkt. Kann man auf Variabilität verzichten, bekommt man einen innovativen Sattel, der sehr viel Spaß machen kann.
Bewertung: 4/6
Christian Wachter und Dennis Wachter
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