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Test: Diadoras "Mythos Fly" in Japan
Samstag, 28 April 2007

Image Seit dieser Saison wirbt Italiens großer Sportartikelhersteller mit einem neuen Triathlon-Laufschuh. Was sich hinter dem „roten Renner“ mit dem klingenden Namen „Mythos Fly“ verbirgt, haben wir für euch direkt auf der Langdistanz-Wettkampfstrecke beim Strongman in Japan getestet.

 

 

 

 

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            Produkt:
Mythos Fly

            Hersteller: Diadora

            Tel.: 
0 64 34 / 20 08 200

            URL:
www.grofa.de

            Preis:
€ 140,-

            Gewicht:
278 g







Miyakojima/Japan – 5:00 Uhr, 23° C, bewölkter Himmel, 1500 ernste Gesichter bei den Vorbereitungen für die bevorstehenden 200,195 km und irgendwo bei den Starter-Laufbeuteln ist das einzige, das neben den paar Taschenlampen der Strongman-Hilfskräfte leuchtet, ein Paar Laufschuhe.

Nach gründlichem Einlaufen im Training werden wir an diesem Tag den knallroten M-Fly auf der Strongman-Marathonstrecke ausprobieren. Die speziell für den Triathlon ausgelegte Konstruktion lässt einiges mit Neugierde betrachten – eine eingenähte Zunge, ein Gummizug-Schnellschürsystem, ein leichtes Obermaterial und eine in die Sohle eingearbeitete Metallfeder, die bei jedem Schritt die im Schuh entstehende Spannung absorbieren und mittels eines Rückstoßes dem Läufer pro Schritt bis zu 2 cm Streckengewinn bringen soll (auf der Marathonstrecke immerhin 500 m).

Image Als die 3 km Schwimmen und die 155 km Radfahren absolviert waren, konnte sich bereits beim und kurz nach dem t2-Wechsel zeigen, ob und wie sich all dies bewährt: Zunächst einmal ist der Einstieg in den M-Fly äußerst schnell mit optimaler Fixierung möglich. Man muss dabei nicht unbedingt die Schnürung zuvor gelockert haben und beim Anziehen das Gummi über den Schnellverschluss stramm ziehen. Ebenso möglich ist es auch, die Fixierung vor dem Rennen auf Wunsch einzustellen – die Flexibilität der Schnürung sowie des Schuhs lassen dies gut zu, ohne dass letzterer zu locker säße. Lediglich das an der obersten Spannpartie gelegene Klettband muss in jedem Fall nach dem Einstieg geschlossen werden; es sorgt nicht nur dafür, dass das freie Ende der Gummischnüre nicht frei herumbaumelt, es gewährleistet auch einen stabileren Sitz des Schuhs am oberen Spann des Fußes. Und da, wie erwähnt, die Lasche an den Seiten festgenäht ist, verrutscht und verklemmt nichts beim raschen Einsteigen. Mit fortwährendem Lauf zeigten sich uns die weiteren Eigenschaften:

In Punkto Bequemheit lassen sich einige Vor- und Nachteile aufwiegen. Ganz grundsätzlich ist der Mythos Fly ein äußerst angenehm am Fuß sitzender weicher Schuh. Bei längerem Lauf wird jedoch klar, dass die großzügige Breite nicht unbedingt etwas für jedermanns Fuß ist; gerade beim Vorfußlauf rutscht die vordere Fußsohlenpartie im Schuh leicht hin und her, was uns mit der Zeit ein deutliches Wärmegefühl spüren ließ. Auch, wenn der M-Fly ansonsten sehr gut klimatisiert war, verstärkte sich der beschriebene Effekt besonders dann, wenn er nass wurde – beispielsweise durch ausgepresste Schwämme oder Duschen bei den Versorgungsstationen. Zwar war die Reibung keineswegs so gravierend, dass man Blasen bekam, dennoch ließ sich festhalten, dass der Schuh eher für Athleten mit breiteren Füßen ausgelegt scheint – bei allen anderen sitzt der gesamte Schuh doch recht locker. Was die Dämpfung der Sohle angeht, so müssen wir sagen, dass Vorfuß sowie Ferse sehr angenehm – doch keineswegs zu weich – abgefedert wurden: Jeder Schritt hinterließ zu jeder Zeit ein bequemes ungekünsteltes Gefühl. In Kombination mit der guten Bodenkontaktfreudigkeit ergibt sich ein sehr agiles und schonendes Laufgefühl. Ob oder wie uns nun die in die Schuhsohle eingearbeitete Feder wie versprochen das Laufen ein wenig „erleichtert“ hat und wir an Geschwindigkeit gewannen, lässt sich nicht wirklich festmachen. Zweifelsohne war nichts von solch einer Wirkung aktiv zu spüren; ob nun unsere Zeit ohne die Feder deutlich langsamer gewesen wäre, lässt sich wohl kaum klären. Fest steht jedoch, dass die Italiener mit dieser „Axeler-Sohle“ eine recht innovative und in der Theorie interessante Neuerung in den M-Fly eingearbeitet haben.

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Fazit: Alles in allem können wir festhalten, dass Diadoras Mythos Fly mit Einschränkungen einen wirklich gelungenen Triathlonlaufschuh mimt. Auch wenn er mit 278 g nicht der Leichteste ist, so gewährleistet er eine sehr gelungene Klimatisierung bei sehr angenehmer Passform und Federung. Dass seine Konstruktion dazu beiträgt, längere Strecken mit minimierten Fuß- und Gelenkproblemen zu absolvieren, macht ihn neben dem Einsatz im Wettkampf zu einem sehr empfehlenswerten Trainingsschuh.

Der größte Nachteil aber ist sicherlich bei dem lockeren Sitz des Fußes im M-Fly zu verbuchen. Was bei Läufern mit breiten Füßen noch sinnvoll scheint, kann bei den meisten anderen – und vor allem bei denjenigen, die einen sehr ergonomisch geschnittenen Schuh vorziehen – zu einem etwas unangenehmen Tragegefühl führen. Zwar lässt sich die Fixierung über die Schnürung noch einigermaßen erhöhen; dennoch reicht dies unserer Erfahrung nach nicht aus, um den lockeren Schnitt gänzlich wettzumachen. Das beschriebene Problem war aber alles in allem nicht so groß, dass wir Blasen an den Füßen davon zu tragen hatten – man merkt eben die Bewegungsfreiheit im Schuh.

Neben den Eigenschaften, die während des Laufens an sich zum Tragen kommen, ist in einem Triathlon-Wettkampf natürlich ebenso von Bedeutung, wie schnell und komfortabel ein Laufschuh angezogen werden kann. Hier kann der M-Fly auf ganzer Linie überzeugen: Der Fuß gleitet problemlos in den Schuh – auch bei gestraffter Schnürung -, die festgenähte Lasche verrutscht nicht und die Schnellschnürung gewährleistet eine rasche Fixierung auf Wunschmaß (für den geeigneten Fußtypen).

Ein wirklich innovativer Triathlon-Laufschuh, der sich von seinen Konkurrenten abhebt. Bequemheit, die seinesgleichen sucht – wenn man die entsprechende Fußform besitzt.

Christian Wachter


 
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