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Gute Reise mit B&W?
Montag, 04 Juni 2007

Image Wen es zum nächsten Wettkampf weit weg in das Ausland verschlägt, steht vor einer wichtigen Frage: Wie kann ich mein geliebtes (und meist teures) Rad sicher im Flugzeug transportieren lassen? Da die „Reisesaison“ gerade losgegangen ist, stellen wir euch eines der größten Fahrradkoffermodelle vor, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind – das „Case“ vom beliebtesten Fahrradkofferhersteller Europas B&W International.





Image           Produkt: Case
         
          Hersteller: B&W International
         
          Tel.: 0 54 51 / 89 46 0
         
          URL: www.b-w-international.com
         
          Preis: € 305,-
         
          Details:
          Schalenmaterial: ABS-Kunststoff mit
          Aluminium-Schienen
          Gewicht (leer): 14 kg
          Nutzbare Innenmaße: 1260 x 850 x 320 mm
          Außenmaße: 1280 x 880 x 325 mm
          Aluminiumgestell für die Fixierung des Radrahmens
          und der Laufräder









Volle Laderäume, zentnerschweres, aufeinander gestapeltes Gepäck und unvorsichtiges Flughafenpersonal – wer gerät bei diesem Gedanken nicht in Sorge um empfindliche Schaltgruppen, die schönen Aerolaufräder oder sündhaft teures Karbon?
Mittlerweile gibt es eine breite Palette an Angeboten, sein Rad mit auf Reisen zu nehmen: Viele Hersteller warten mit praktischen Taschen oder Koffern, der schwereren aber auch deutlich sichereren Variante, auf. B&W International hat in diesem Zusammenhang die beliebteste Hartschale Europas zu bieten: die „Bike Box“. Deutlich mehr Ladevolumen hat sein großer Bruder, das „Case“ als Spitzenmodell der deutschen Firma.
Klar lockt diese Tatsache, schließlich hat man so mehr Platz für Peripheres wie Helme, Laufräder, Ersatzschläuche, etc.
Wie groß dieser Vorteil wirklich ist und wie sich das Case ansonsten schlägt, konnten wir in der Praxis selbst nachprüfen: Zum Strongman/Miyakojima ging es mit dem schwarzen Koffer auf lange Flugreise nach und durch Japan.


1. Gestaltung und Verarbeitung:

Was von außen schon deutlich sichtbar ist, bestätigt sich beim Öffnen und späterem Befüllen: Das Case ermöglicht – ganz seinem Konzept entsprechend – durch sein sehr hohes Ladevolumen die flexible Mitnahme nicht nur seines Fahrrades und eines Satzes Laufräder. Mehrere kleinere Gegenstände, Helme, der Neoprenanzug, u.U. sogar ein zweiter Laufradsatz können verstaut werden. Dabei sorgt ein mitgelieferter Alurahmen für die separate Fixierung des Rahmens und der Räder.
Was prinzipiell bis hierhin sehr komfortabel und gut durchdacht erscheint, ist es allerdings nur mit Einschränkungen: Die Laufräder werden in das Alugestell direkt neben dem Fahrradrahmen über die Schnellspanner fixiert. Somit nimmt die Zusammenstellung Rahmen und Laufräder im Gestell die gesamte Breite des Koffers ein. Nun aber kann es zu einem ernsthaften Problem kommen – die „Arme“, an denen die Räder montiert worden, sind relativ einfach nach innen zum Rahmen hin zu biegen; Das weiche Aluminium lässt diesen ungewollten und unstabilen Umstand zu. Dies kommt besonders dann zum Tragen, weil – wie beschrieben – die gesamte Konstruktion die volle Tiefe des Koffers einnimmt; erfolgt nun ein Druck von außen gegen die dünnen und daher recht flexiblen Kofferwände, können die Achsenden gegen den Rahmen stoßen. Besonders böse kann dies ausfallen, da bei der Fixierung selbiger an den Alurahmen die Schnellspanner zwangsläufig den blanke Achsenstift zum Sitzrohr des Rahmens entblößen.
Wenn man sich entscheidet, das zum Case gehörige Gestell zu benutzen, sollte man daher größte Sorge tragen, dass man sein Rad an der entsprechenden Stelle zusätzlich polstert.
Lässt man es weg, ist zu empfehlen, weitere Schaumstoffmatten an die Kofferwände zu legen, da die Polsterung des Koffers an sich recht gering ausfällt.


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Die empfohlene Aufbewahrung des Fahrrades im Innern des Koffers fällt folglich nicht sehr lobenswert aus. Positiver hingegen erscheinen die vier Tragegriffe, die jeweils paarweise an der Oberpartie der Seiten angebracht sind. Sie ermöglichen ein relativ angenehmes Heben des durch seine Größe leicht sperrigen Koffers in vielen Situationen. Dies ist auch wichtig, da das große Format in einigen Situationen schon recht unpraktisch werden kann – beispielsweise beim Beladen des Kofferraumes im Auto oder beim Koffer-Check-In. Ebenso komfortabel  präsentieren sich die vier Rollen, die in Kombination mit dem klappbaren Ziehgriff ein recht einfaches Befördern von A nach B zulassen. Lediglich bei schon kleinsten Erhebungen im Boden schleift die Unterseite des Cases auf selbigem. In diesem Zusammenhang fällt außerdem der nicht sehr hochwertige Verarbeitung des Ziehgriffes auf; in unserem Test löste sich recht rasch eine Verankerungsschraube, der Griff fiel halb ab.
Der, wie beschrieben, recht dünne, flexible, aber auch resistente Kunststoff der Kofferwand schließt im Bereich der Öffnungskanten mit einer Aluminiumleiste ab, auf der sich auch je an den Seiten ein, an der Oberseite zwei Schlösser befinden. Sie fällt vor allem durch ihre Flexibilität auf: einfach lässt sich auch im geschlossenen Zustand durch leichtes Drücken zwischen den Schlössern Spalte erzeugen, die groß genug sind, um durch sie in das Kofferinnere zu sehen – kein gelungener Schutz des Inhaltes z.B. vor Regenwasser.


2. Diebstahlsicherung:

Wie erwähnt, verfügt das Case über insgesamt vier durch einen Schlüssel verschließbare Schlösser. Diese sind allerdings eine wirkliche Farce: Nicht nur, dass die Verschlussriegel kleine, nicht wirklich widerstandsfähige Metallstücke darstellen. Auch die Schlüssel sind beliebig austauschbar; man braucht zum Öffnen des Koffers gar nicht einmal einen Schlüssel des gleichen Modells, sondern lediglich einen länglichen Gegenstand, der in die Schlüssellöcher passt. Mit einem Einfachen Schlitzschraubenzieher ist dies problemlos möglich. Darüber hinaus funktionieren die Schlösser ab und zu nicht richtig, was sich vor allem dann zeigt, wenn das Gepäck  gegen die Innenwände drückt.
Generell lässt sich sagen, dass das Case durch seine dünne, nicht wirklich anfällige (durch Reibung oder Kratzen etwa) Kunststoffhaut eher als ein flexibler denn als ein massiver Koffer angesehen werden muss.


3. Gewicht:

Dies wäre aber auch kaum möglich, da er mit rund 14 kg eher zu den Schwergewichten zählt. Viel oder schweres Gepäck sollte man daher nicht mitnehmen, da die meisten Fluglinien ein Gepäckmaximum von 21 – 23 kg auf Auslandsflügen angeben (siehe Übersicht unten); bei Inlandsreisen ist es meist noch geringer. Was bei Karbonrennrad- oder -triathlonrahmen noch verträglich ist, wird bei Mountainbikes etwa schon deutlich schwieriger.

Letztlich muss man also festhalten, dass das hohe Ladevolumen auf Flugreisen durch das hohe Gewicht wettgemacht wird – der sehr gute Verstauraum lässt sich kaum ausreizen, es sei denn, man ist bereit, pro überschrittene Kilogramms extra zu zahlen.


4. Fazit:

Alles in allem zeigt das Case von B&W International wenig Licht und viel Schatten. Das Ladevolumen ist zwar überzeugend und unübertroffen – das hohe Gewicht steht dem aber entgegen. In Punkto Sicherheit ist gleich doppelt Vorsicht geboten: Man sollte sich schon gut überlegen, ob man seinen Rahmen und seine Laufräder in das Aluminiumgestell einspannt und etwaige Schäden am Rahmen riskiert. Das weiche Alu lässt sich schließlich selbst bei leichter Krafteinwirkung biegen. Auch die Fixierung der Befestigungsarme für die Laufräder durch Schrauben und Muttern ist unserer Erfahrung nach nicht zu 100% gewährleistet. Als Ersatz sollte man den Radrahmen noch einmal eigenständig durch Polsterungen sichern oder das Gestell weglassen und mit zusätzlichem Schaumstoff für Halt und Polsterung im Innern des Koffers sorgen.

Die zweite Sicherheitslücke stellen die mangelhaften und nicht immer gut funktionierenden Schlösser dar: Mit einfachsten Mitteln zu öffnen ist ihre nicht gerade solide Konstruktion absolut kein Hindernis für jenen, der an das Gepäck heran möchte.

Die Öffnungskanten, die wie der ganze Koffer eher flexibel als robust sind, sowie der Ziehgriff lassen zu wünschen übrig, wenn auch die Tragegriffe gerade in Bezug auf das etwas unhandliche Format wirklich praktisch sind.

Das Konzept des „großen Schwarzen“ mag zwar gut sein – qualitativ ist er allerdings nicht besonders hochwertig verarbeitet.


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Übersicht: Freigepäck-Gewichtsmaxima einiger Fluglinien (Auslandsflüge, Economy Class)

Lufthansa: 20 - 23 kg
British Airways: 23 kg
Air France: 23 kg
Iberia: 20 kg
Swiss International Airlines: 20 - 23 kg
Quantas: 20 kg
Air Canada: 23 kg
Condor: 20 - 23 kg
Air Berlin: 20 kg
TUI Fly: 20 kg

Es sind die allgmeinen Freigepäckangaben gemeint, die bei einigen Fluglinien auch für mitgeführtes Sportgepäck gelten - teilweise kostenlos zusätzlich zum restlichen Gepäck. Bei anderen aus der Liste gibt es widerum Sonderregelungen im Zusammenhang mit speziellen Flugtarifen, Club-Karten etwa oder aber mit Sondergepäck, das beispielsweise extra bezahlt werden muss, jedoch ein höheres Gewichtslimit erreichen darf. Es empfiehlt sich daher, sich vor der Reise noch einmal über die allgemeinen Angaben hinaus zu informieren.


Christian Wachter




 
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