News

Ergomo von Insolvenz betroffen

Image Gegen Ergomos Herstellerfirma SG Sensortechnik GmbH & Co. KG wurde im Juli ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

weiter …
 

Google-Anzeigen


Home
Rezension: „17 Stunden zum Ruhm“
Samstag, 13 Oktober 2007

Image Frisch zum wichtigsten Rennen im Jahr präsentieren wir Euch das neue Werk des Autoren Mathias Müller, der sich mit dem Titel „17 Stunden zum Ruhm – Mythos Ironman Hawaii“ dem härtesten Ausdauerwettkampf der Welt und all seinem Pathos widmet. 17 Teilnehmer mit ihren ganz persönlichen Geschichten werden eingehend vorgestellt – vom unerfahrenen Anfänger, sein Leben lang vom Traum beseelt, nur einmal auf Hawaii starten zu dürfen, zur Legende Julie Moss oder Mark Allen – um so den Facettenreichtum dieses einzigartigen Rennens zu verdeutlichen.

















Image    







     Titel:
"17 Stunden zum Ruhm - Mythos Ironman Hawaii"
     Autor: Mathias Müller
     Verlag: Delius-Klasing
     Auflage/Erscheinungsjahr: 1. Aufl., 2007
     ISBN: 978-3-7688-5251-7
     Preis: € 19,90,-
     Details: 200 Seiten; über 100 farbige Fotos
    Taschenbuch; 21,4 cm x 14,4 cm x 1,6 cm
     URL: www.mythos-ironman-hawaii.de




















Klappentext:
„Im Februar 1978 wird auf Hawaii zum ersten Mal ein Ausdauerdreikampf durchgeführt, der als Initialzündung für die Sportart Triathlon gilt. Wer die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und den abschließenden Marathonlauf über 42,2 km in weniger als 17 Stunden hinter sich bringt, erhält im Ziel den Ehrentitel 'Ironman'.

Seitdem hat sich der jährliche Wettkampf zu einem Mythos entwickelt. Fast jeder Finisher eines Triathlons träumt von der Teilnahme am Ironman Hawaii – mehr als 40 000 Athleten bewerben sich um die 2000 Starplätze! Welche Motivation, welche Disziplin, welche Geschichte hinter jedem dieser Starter steht, beschreibt der dreifache Hawaii-Finisher Mathias Müller an beeindruckenden Beispielen. Darunter sind Profis wie Norman Stadler, der auf Hawaii als bisher einziger Deutscher bereits zweimal gewinnen konnte, aber auch viele Amateure.

17 Teilnehmer und ihre bewegenden Geschichten stehen für die 17 Stunden des Wettkampfes, der um 7.00 Uhr morgens beginnt. Es sind Männer und Frauen, Alte und Junge, Menschen mit und ohne Handicap. Sie alle eint der unbedingte Wille, das Ziel bis Mitternacht zu erreichen.“


Im Aufbau stellt dieses in diesem Jahr beim Verlag Delius-Klasing erschienene Sachbuch eine Collage von 17 voneinander unabhängigen Einzelgeschichten dar. Der Autor Mathias Müller – Sport studiert, seit 1991 selbst Triathlet und heute Redakteur des Segelmagazins „Yacht“ – rückt in jeder einer solchen über einige wenige Seiten einen Athleten in das Augenmerk des Lesers. Im Verlauf erfährt dieser auf diese Weise eine bunte Abfolge verschiedenster Einzelschicksale.

So liest man beispielsweise über Marc Herremans, der sich plötzlich auf seinem Weg zur WM-Spitze mit einer Lähmung abwärts der Brust konfrontiert sieht und sich nach einigen strapazierenden Erfahrungen zum Titel des Handicap-Champions vorantreibt. Einige Kapitel weiter ist die Geschichte von Andreas Niedrig zu bestaunen, der sich vom drogenabhängigen Kettenraucher zum Top-10-Finisher auf Hawaii hinarbeitet. Aber auch Legenden wie die tragische Julie Moss oder Mark Allen werden vorgestellt, ebenso das Team Hoyt oder Schicksale wie das des Russel Craig, der sich als Arzt mit horrenden Arbeitszeiten seinen Traum vom Hawaii-Finish erfüllt.
Diese heterogene Auswahl an vorgestellten Personen ist dabei bewusst von Müller gesetzt worden – mit ihr zeigt er seinen Lesern genau das, was den Ironman Hawaii ausmacht: Dass er nämlich durch seinen Status als Mythos, das Ausdauerrennen schlechthin zu sein, die unterschiedlichsten Charaktere berührt und diese ganz unterschiedliche Bezüge und (Leidens-)Wege mit der Weltmeisterschaft verbinden. So wird der Facettenreichtum des Rennens letztlich durch die 17 Athleten versinnbildlicht, die in ihrer Anzahl analog zu den 17 Stunden Maximalzeit bis ins Ziel stehen.

In vollständiger Aufzählung sind diese 17: Julie Moss, Robert Mc Keague, Christian Sadowski, Mark Allen, Marc Herremans, Sabine Schumacher, Thomas Hellriegel, Sarah Reinertsen, Stefan Kuhlmay, Karen Smyers, Uwe Schneider, Russel Craig, Andreas Niedrig, Marianne Rütschi, Susanne und Jochen Baumann, Team Hoyt, Normann Stadler.
Am Anfang und Ende jedes Kapitels stehen die persönlichen Mottos der Vorgestellten, die ihren Weg zum und ihre Lehre aus dem Ironman prägnant einfassen – quasi als Überschrift zu jeder Geschichte verstanden werden können.

In der Wirkung dieser Abfolge bestätigt sich dabei das genannte Konzept: Es entsteht mit fortwährendem Lesen ein tiefer Eindruck der unterschiedlichen Nuancen, wie der Mythos „Ironman Hawaii“ in verschiedenen Köpfen und Herzen wahrgenommen wird.
Gerade Anfänger/Amateure stehen für die Leiden und den Kampf mit sich selbst, die bei dem härtesten Rennen der Welt abverlangt werden, was die Darstellung solcher Martyrien – aber auch des Traumes von diesem einen entfernten und fast unmenschlich anmutenden Ziel – sehr schön veranschaulichen. Zumal die Sieger-Geschichten nicht immer die emotionalsten sind. Hinzu kommen die „Halbgötter“, die durch Schilderung ihrer Anfänge und Motivationen menschlichere Züge erhalten und klarmachen, was die Kraft des Willens alles bewirken kann. Bei allen Vorgestellten bezieht sich dies natürlich nicht nur auf das Rennen an sich, sondern auch auf die Lebensgestaltung, die Entbehrungen, die Disziplin. Und auch die restlichen Schicksale wie die gehandicapten Starter vermitteln ein eindrucksvolles Bild, was Menschen dazu treiben kann, das Hinarbeiten und die Strapazen solch eines Rennens auf sich zu nehmen. Schließlich lässt sich auf alle beschriebenen Personen das gleiche Credo anwenden, das sich als voran stehendes Zitat Wilhelm von Humboldts auf der ersten Seite liest: „Es ist unglaublich, wie viel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag.“
Nichts ist unmöglich – so der Eindruck, den man nach dem Lesen des gesamten Werkes gewinnt. Und – wie Mathias Müller selbst schreibt – als Metapher für das Leben an sich gilt beim Ironman: Die Arbeit, die Zielsetzung steht vor dem süßen Moment des Finishens, in dem unterschiedslos alle Athleten in Kona vereint sind.

Zusammenfassend betrachtet liefert die kluge Auswahl – gerade durch die persönlichen Unterschiede – ein rundes, nicht polarisierendes Bild des berühmt-berüchtigten Ironman Hawaii. Dabei versteht es Müller in lebendigen und spannenden Schilderungen jedes Athletenschicksal für den Leser erfahrbar zu machen. Reichlich Potential für eigene Inspiration oder gar Bewunderung bieten die trefflich zusammengefassten Geschichten zum einen wegen ebendieses Erzählstils, zum anderen wegen der beschriebenen Personenauswahl per se. Unterstrichen wird das Ganze durch die Botschaft, die jedes Kapitel für sich parat hält und in Form der jeweiligen Athleten-Mottos noch einmal prägnant auf den Punkt bringt.

Auf den letzten Seiten finden sich letztendlich noch Daten und Fakten zur Geschichte der Weltmeisterschaft: die schnellsten Zeiten, Einzelzeiten, die knappsten Entscheidungen, Gewinner, etc. sowie eine Auflistung aller WM-Rennen mit kurzen zusammenfassenden Erläuterungen dazu. Dem schließen sich nützliche Adressen rund um den Triathlonsport an sowie die aller Qualifikationsrennen.

Alles in allem kann gesagt werden, dass es Mathias Müller mit seinem Konzept verstanden hat, den Mythos Ironman Hawaii jedermann verständlich und nahbar zu vermitteln. Aktive Athleten mit oder ohne Erfahrung in der Szene wie Laien werden durch sein Werk gleichermaßen angesprochen, weswegen wir „17 Stunden zum Ruhm – Mythos Ironman“ wärmstens empfehlen.
Unser Lesetipp, der gerade über die Kalte Jahreszeit für die neue Saison neue Eindrücke und Motivation liefern kann.

Christian Wachter


 

 

- Anzeige -

ActiveEurope
Zoggs
© 2008 TriComponents.info Triathlon - Produkttests