Ab 2008 starten die Pro-Tour-Fahrer erstmalig mit einem
Blutpass. Diese verpflichtende Auflage wurde am 22.10.2007 auf
dem Anti-Doping-Gipfel in Paris beschlossen.

UCI-Präsident Pat McQuaid (links) eröffnete den Pariser Gipfel, auf dem der Pass als "komplett neuer Ansatz gegen das Doping" vorgestellt wurde, zuversichtlich. Mit ihm werden also noch bestehende Regelungen, die lediglich
Höchstsätze bestimmter Werte im Blut enthaltener Stoffe/Zellen festlegen,
abgelöst durch eben solch einen Blutpass.
Dabei sollen über die Saison hinweg regelmäßig aller Voraussicht nach vier Urin- und 12 Blutproben erfolgen, wobei zehnmal im Training gemessen
werden wird. Anhand dieses Profils für Blut und Steroide lässt sich im
Anschluss eine präzise Kurve ermitteln. Hierdurch kann dann nachvollzogen
werden, ob es größere Sprünge der Wertamplituden zu verzeichnen gibt, oder zu
bestimmten Zeiten die Werte von Stoffen oder Blutzellen bewusst knapp unter das
Maximum gedrückt worden sind. Auswerten soll dann die Graphen ein noch zu
bildendes Kollegium, das durch die WADA und die UCI bestimmt wird.
Allgemein fand das Modell guten Anklang, nicht zuletzt wegen
der Aussagekraft der zu sammelnden Werten. Bislang ist allerdings noch unklar, welche Strafen in
bestimmten Fällen angewendet werden sollen; die Expertenmeinungen schwanken
diesbezüglich zwischen den bekannten Schutzsperren (2 Wochen) und mehrjährigen
Sanktionen.
Für die kommende Tour de France bedeutet dies alles in allem
ob der knappen Zeit immerhin noch eine Überprüfung im Umfang von mindestens
sechs Blutproben. Aus ihnen seien aussagekräftige Informationen zu gewinnen, so
von offizieller Seite.
Es bleibt abzuwarten, wie sich – vor allem in den nächsten
Jahren mit komplettem Kontrollsoll – die Einführung des Blutpasses auswirken wird und, noch wichtiger, welche weiteren Maßnahmen gegen das Doping ergänzt
werden.