Bevor
auf die einzelnen Spezifikationen des P.R.O. Lobster Glove eingegangen wird,
lässt sich ein auffälliges Marketing Pearl Izumis festhalten: Mit seinem
Produkt aus der firmeneigenen P.R.O.-Linie wird ein Handschuh angeboten, der
sowohl die kalte als auch die warme Jahreszeit bedienen soll. Was sich hieraus
ergibt, ist ein Konzept, das flexibel grundverschiedene Klimabedingungen berücksichtigen
soll.
Pearl
Izumi hat diesen Gedanken – und die sich hieraus ergebenen Probleme – mit einer
zentralen Detailgestaltung angepackt. Entlang der Handrückenseite des
Handschuhs befindet sich eine kleine Tasche, in der zwei „Überzieher“ aus Wind
abweisendem Material verstaut sind. Aufgrund der minimalen Konstruktion sollen
diese innerhalb der Tasche als kaum merklich und daher auch nicht als störend
erscheinen; je nach Bedarf sollen sie nun bei kälteren Bedingungen über alle
Finger bis auf den Daumen gestülpt werden können, um so ein deutliches
Auskühlen zu vermeiden.
Diese
Umsetzung ermöglicht es, den Handschuh ansonsten alles in allem recht dünn,
flexibel und letztlich leicht zu konstruieren. Aufgrund dieser Tatsache soll
der P.R.O. Lobster Glove beispielsweise auch beim Laufen problemlos eingesetzt
werden können.
Als
zweites wesentliches Innovationsmerkmal gibt Pearl Izumi die Gestaltung der
Handinnenfläche an: Unter dem Namen „Clarino“ ist ein Leder verarbeitet, das
mit Gelkissen an besonderen, strategischen Stellen versehen ist. Hiermit wird
ein dauerhaft komfortables und stoßabsorbierendes Fahrgefühl angestrebt.
Material
und Aufbau
Seinem
Konzept entsprechend erweist sich der P.R.O. Lobster Glove als ein leichter und
ergonomisch konstruierter Handschuh.
Die
in der oberen Abbildung erkennbaren schwarzen Bereiche sind hierbei aus einer
dünnen Mikrofaser gewirkt, die Zwischenräume und Seiten der Finger – bis auf
den Daumen – aus Mesh. Die auf dem Handrücken als grau erkennbaren Teile
bestehen aus einem Stretch-Stoff, der sich bis zu dem auf der Unterseite des
Handgelenks befindlichen Klettverschluss hinzieht.
Die
Daumenunterseite besteht aus dem üblichen, Schweiß saugenden Fleece und die
bereits erwähnte Leder-Handinnenfläche ist neben den Gelkissen entlang der
Finger mit silikonähnlichen Grip-Flächen bestückt.
Die
Oberseite beider Überzieher besteht aus einem dünnen Windblock-Textil, die
kurzen Unterseiten aus Stretch-Material; beide sind mit Reflektorstreifen
versehen – wie auch der Zeigefinger, ein Logo sowie ein Schriftzug auf dem
Handrücken reflektieren.
Tragekomfort
und Funktionalität in der Praxis
Bereits
beim ersten Anziehen (noch ohne Benutzung der Überzieher) wird dem Träger des
P.R.O. Lobster Glove auffallen, dass er einen flexiblen, sehr leichten und
unauffälligen Fahrradhandschuh anhat, mit weicher, griffiger Innenhand. Die
gesamte Konstruktion – einschließlich des kleinen Klettverschlusses –
gewährleistet optimale Bewegungsfreiheit und in etwa das Gefühl einer zweiten
Haut; auch die Bewegungsfreiheit des Handgelenkes stößt auf keinerlei
unliebsame Widerstände.
Beim
Griff zum Lenker während der Fahrt lässt sich über die bereits beschriebene
Handinnenfläche Licht und Schatten festhalten: Auf der einen Seite reduziert
die Gelpolsterung auf in der Tat Stoßschocks und unangenehmes Drücken zufrieden
stellend. Und auch deren recht minimalistisch gehaltene Konstruktion erzeugt
das Gefühl, dass man einen direkten, nicht zu schwammigen Kontakt zum Lenker
behält. Umso mehr ist es auf der anderen Seite schade, dass ein einziges Detail
deutlich in der Wahrnehmung auffällt: Das längliche Polster für den Handballen
mag genau dort positioniert sein, wo sich der Druckpunkt zum Lenker befindet,
doch genau hier erwies sich unser Testmodell als störend. Es war stets ein deutlicher
Druck genau dieses Polsters zu verzeichnen, welcher kein neutrales Fahrgefühl
zuließ, mag es auch evtl. sein, dass hier eine gewisse Gewöhnung dazugehören
muss.
Während
sich der Grip insgesamt als völlig zufrieden stellend erwies, lässt sich
festhalten, dass sich die Benutzung ohne Überzieher in milden oder auch leicht
kühleren Temperaturbereichen (wie etwa im Herbst / frühen Frühling) empfiehlt;
der Wind ist hierbei an der Handoberfläche und den Fingern spürbar.
Als
wirklich positiv erwies sich, dass sich die versprochene Funktionalität der
Überzieher in der Tat bewahrheitete. Merkt man, dass die Temperaturen für den
unaufgerüsteten Handschuh allmählich zu niedrig werden, stellt sich beim
Überziehen ein spürbar geschützteres, wärmeres Befinden ein. Allerdings muss
dazu gesagt werden, dass hier klimatische Einschränkungen bestehen: Bis etwa 0°
C lässt sich der beschriebene befriedigende Effekt verzeichnen – bei kälteren
Temperaturen beginnt auch die „aufgerüstete“ Variante zu schwächeln. Bei
Minusgraden zeigt sich schnell, dass die peripheren Bereiche (allen voran der
Daumen), d.h. die Fingerkuppen, kalt werden. Für wirklich harte winterliche
Bedingungen scheint der P.R.O. Lobster Glove dann auch nicht ausgelegt zu sein,
da sich bereits bei einigen Graden unter Null eine unangenehme Kälte einstellt.
Auch,
was die Handhabung der (auch Wasser abweisenden) Überzieher angeht, lässt sich
Positives wie auch wenige Defizite beobachten: So ließen sie sich in unserem
Test einfach und grundsätzlich sicher befestigt anbringen und waren außerdem
auch bequem im Tragegefühl. Man muss sich schon ein wenig eingewöhnen, um damit
klarzukommen, dass man nur noch – pinguinartig – je zwei Finger zusammen
benutzen kann (gerade beim Bremsen und schalten erweist sich dies als
gewöhnungsbedürftig). Doch wenn man gewohnt ist, mit drei Fingern zu bremsen
rutschte in unserem Test insbesondere auf dem Mountainbike-Lenker der kleine
Finger beidseitig gerne mal aus dem Überzieher. Dies musste sich schon als
etwas ärgerlich erweisen, da es sich während der Fahrt gar nicht als so einfach
erwies, den Überzieher zu richten – die dazu nötige andere Hand ist immerhin
auch durch die Zusammenlegung zweier Finger eingeschränkt.
Über
die genannten Punkte hinaus lässt sich festhalten, dass sich der P.R.O. Lobster
Glove in der Tat gut für das Laufen eignet.
Das
leichte Obermaterial sorgt mit einer sehr guten Atmungsaktivität für ein
angenehm unauffälliges Klima, auch die Innenhand erzeugt keinen übermäßigen
Hitzestau und erweist sich als sehr flexibel. Zudem sind die in der Tasche
befindlichen Überzieher nicht merkbar. Man kann diese zwar ebenso während des
Laufens anwenden (auch hier erwies es sich in unserem Test als gewöhnungsbedürftig,
nur noch den Daumen und zwei Fingerpaare zu haben), allerdings erstreckt sich
der Windschutz dann nicht auf den Handrücken (welcher bei der Greifposition
zumindest beim Mountainbike-Lenker hinfällig ist).
Fazit
Der
in seinem Konzept innovative P.R.O. Lobster Glove von Pearl Izumi verzeichnete
in unserem Praxistest ein relativ differenziertes Bild:
Obwohl
der reflektierende Firmenschriftzug bei unserem Testmodell alsbald abblätterte,
sind die übrigen Reflektoren in Zahl und Position positiv hervorzuheben. Eine
der großen Stärken des Radhandschuhs ist seine griffige, flexible, leichte und
ergonomische Konstruktion. Er lässt sich bequem auch bei milderen Temperaturen
fahren, auch zum Laufen erweist sich der Allrounder als praktikabel.
Griffigkeit
und Lenkergefühl stimmen – allerdings mit Ausnahme des einen besagten Polsters,
welches unangenehm auffällt.
Was
den Klimabereich belangt, so erweisen sich insbesondere die Überzieher als
wirklich funktional und Effekt-bringend. Allerdings sind dem ganzen durchaus
schnell (Temperatur-)Grenzen gesetzt: Geht es gegen 0° C, so werden die Finger
auch mit Überzieher kalt; allen voran der Daumen friert schnell aus. Für einen
Einsatz ausschließlich im positiven Temperaturenbereich ist der P.R.O. Lobster
Glove jedoch gut geeignet.
Eine
letzte Einschränkung bieten noch die Überzieher, da es unter Umständen dazu
kommt, dass etwa der kleine Finger aus ihnen herausrutscht.