Mit der FW 507 75 ARIA stellt der
italienische Textilhersteller SMS Santini eine Jacke bereit, die vor allem bei
winterlichen Temperaturen zum Einsatz kommen soll. Doch das Softshellmodell
macht auch bei kühlen Graden im Herbst, Frühling und sogar an unangenehmen
Sommertagen eine gute Figur. Zusammen mit den FW 1180 MAX ARIA Tights ergibt
sich eine Kombination, die der Frische trotzt.
Hersteller: SMS Santini Produkt: FW 507 75 ARIA Preis: € 177,95,- Größen: XS-4XL Farben: schwarz, weiß/schwarz,
blau/schwarz, rot/schwarz Gewicht: 443 g Besonderheiten: viele Reflektoren,
fünf Taschen
Hersteller: SMS Santini Produkt: FW 1180 MAX ARIA Preis: € 89,00,- Größen: XS-4XL Farben: schwarz, weiß Gewicht: 340 g Besonderheiten: viele Reflektoren,
zwei kleine Taschen
Aufbau/Konzept
Die aus flexiblen Softshell-Material
bestehende Windjacke ist Teil von Santinis „Aria“ Serie. Die Modelle aus dieser
Reihe sind im hauseigenen „E2-Cut“ geschnitten, was die Passform an Rennsituationen
orientieren soll; dabei liegt das Textil nicht ergonomisch, sondern leicht
locker an. Wie der Name schon verrät, soll alles in allem ein Gefühl von
Leichtigkeit vermittelt werden.
Das leicht stretchfähige und antistatische
Material aus 96% Polyester und 4% Karbon soll durch Atmungsaktivität bestechen
und wird durch Fleecestreifen jeweils innen an den Torsoseiten sowie an der
Unterseite des Ärmels (siehe schwarzen Bereich auf der Abbildung unten)
ergänzt. Außerdem ist der Kragen von innen mit Fleece bestückt. Saum- und Ärmelabschlüsse
bestehen aus stretchfähigerem und verjüngtem Polyester-Gewebe.
Auf der Vorderseite befindet sich eine
RV-Tasche, hinten drei großzügige offene und noch eine RV-Tasche. Alle
Reißverschlüsse der Taschen reflektieren, die Front- und die Rückenpartie sind
ebenfalls mit langen Reflektorenbändern ausgestattet. Hinzu kommen ein kleines
Reflektorlogo vorne, ein großes hinten, die Taschensäume sowie drei große
Punkte auf dem Rücken.
Santinis Langbeinhose besteht zu 80% aus
Polyamid und zu 20% aus Elastan und entstammt ebenfalls der „Aria“-Serie.
Dieser Materialmix führt zu einer sehr starken Flexibilität der Hose, was als
eine der entscheidenden Eigenschaften herausgestrichen werden kann. Die
Innenseite ist dabei großzügig mit Fleece ausgelegt, nur die Rückenpartie und
eine Hälfte der Träger bestehen aus atmungsaktivem Mesh (siehe weißen Bereich
auf der Abbildung unten).
Die Beinabschlüsse entsprechen denen der Aria-Jacke
– ohne Verschlussmöglichkeit oder Silikonstreifen, dafür mit verengtem Stretch.
Knapp über dem Gesäßbereich sind zwei kleine Taschen, hier findet sich auch ein
Reflektorband vor. Ähnlich wie bei der Jacke sind überhaupt Reflektoren sehr
zahlreich: Horizontal am Oberschenkel und in den Kniekehlen finden sich weitere
Streifen vor, an den Waden warnen wieder drei große Punkte.
Tragekomfort/Funktionalität
Was zunächst auffällt, ist, dass die FW 507
75 ARIA ihrem Namen alle Ehre macht: Es ergibt sich ein locker-leichtes
Tragegefühl, wofür weniger das Gewicht an sich, sondern vielmehr der Schnitt
und das stretchfähige Softshell-Material verantwortlich sind. Die Passform ist
angenehm – leicht ergonomisch, dabei dennoch locker. Die Ärmelabschlüsse
erweisen sich als angenehm und gut abschließend; eine Verstellmöglichkeit in
etwa in Form eines Reißverschlusses wird hier nicht vermisst. Gleiches gilt für
den Bund, der knapp am Körper anliegt. Der Kragen erweist sich als ideal hoch,
sodass auch bei unangenehmem Wind Schutz gegeben ist, und bleibt dabei stets
bequem sanft. Beim Kauf sollte beachtet werden, dass italienische Maße
vorliegen; für klassische M-Träger ist daher Größe L empfehlenswert.
Die versprochene Atmungsaktivität ist gut,
könnte allerdings einen Tick besser sein. Auf unseren Testfahrten im Herbst und
Winter war dies insbesondere dann zu spüren, wenn das Klima noch recht neutral
war, gegen Sonnenuntergang die Luft jedoch kühler wurde. Die im Inneren der
Jacke entstandene Feuchtigkeit führte dann schon merklich zu einer Kühlung.
Positiv überzeugt hat dabei, dass das Material den Wind gut fern hielt –
lediglich bei starken Böen zeigt das Wind blockende Textil Schwächen, für den
breiten Einsatz ist es aber sehr gut gerüstet.
Zwar weist Santini die FW 507 75 ARIA als
Winterjacke für die wirklich kalten Bereiche aus, dennoch muss festgehalten
werden, dass bei sehr harten Bedingungen jenseits der 0° C Schwächen auszumachen
sind. Zwar kann man diese mit entsprechender Unterbekleidung durchaus
ausgleichen, aber für den wirklich schneidenden Winter erweist sich die Jacke
einfach als zu leicht. Dieser am Konzept gemessenen Negativpunkt kann
allerdings relativiert werden: Durch ihre Klimaeigenschaften erwies sich die Jacke
in unserem Test als außerordentlich flexibel, was ihr Einsatzgebiet angeht. Ist
der Sommer immer mal wieder für eine kalte Überraschung gut, so macht sie auch
hier eine gute Figur. An Herbsttagen oder milderen Winterbedingungen war sie
stets optimal und angenehm neutral zu tragen.
Beachtet werden muss allerdings dabei, dass
die weiche Softshelloberfläche Wasser nicht wirklich abweist. Bei sehr leichtem
Niesel ist dies noch kein großes Problem, bei wirklichem Regen sollte man
allerdings nach einer Alternative suchen.
Überdurchschnittlich gut ist die oben
beschriebene Bestückung mit Reflektoren. Auf der Straße ist man stets gut sichtbar,
eine bessere Ausstattung ist kaum denkbar.
Die Trägerhose wird von Santini einem etwas
moderaterem Temperaturbereich zugeordnet, was der Realität durchaus entspricht.
Gerade dies macht sie auch so passend zu der FW 507 75 ARIA, denn es zeigt sich
auch hier, dass ein breiter Klimarahmen bedient wird: Grundsätzlich ist der
Wind bei Abfahrten oder starken Böen deutlicher zu spüren, als es vielleicht
die meisten Konkurrenzmodelle zulassen. Dies wurde in unserem Test nicht als
unangenehm empfunden, selbst, als die Temperaturen schon niedrig waren. Doch
merklich ist, dass mehr Kälte die Beine erreicht und keine wirkliche
Windabweisung erfolgt. Die FW 1180 MAX ARIA war auch stets bei Herbstwetter
oder an moderaten Wintertagen angenehm neutral, was durchaus den
Einsatzmöglichkeiten der Jacke entspricht.
Bestechend ist der stets bequem neutrale
Tragekomfort – die Hose ist dank des flexiblen Textils kaum spürbar. Das
wirklich gute Sitzpolster zeigt die Erfahrung, die der Textil-Sponsor des Leader-Trikots
des Giro d’Italia und der Deutschlandtour besitzt; in unserem Test war der Sitz
auf dem Sattel stets befriedigend angenehm. Die Beinabschlüsse erwiesen sich
bei unseren Fahrten als ausreichend, eine Verstellmöglichkeit wurde auch hier nicht
vermisst. Dennoch sei angemerkt, dass nicht jeder Beinabschluss gleich ist und
wie für den Armabschluss der Jacke muss die Frage offen bleiben, ob sich dieses
angenehme Gefühl auch bei Sportlern mit dünneren oder breiteren Extremitäten
einstellt.
Auch die FW 1180 MAX ARIA zeichnet sich durch
eine Reflektorenbestückung aus, die für eine Hose kaum besser sein kann. Santini
nimmt hier in Punkto Sicherheit im Dunkeln eine Spitzenposition ein.
Fazit
Mit der FW 507 75 ARIA stellt Santini eine
Winterjacke bereit, die sich vor allem durch ihre sehr gute Flexibilität bei
bequemer Passform, eine angenehme Windabweisung, großzügige Reflektorenausstattung
und einen breiten Einsatzbereich hervortut. Das Etikett „Winterjacke“ sollte
dabei nicht zu wörtlich genommen werden – zum einen, weil sie bei sehr
niedrigen Temperaturen zu schwächeln beginnt, zum anderen, weil sie sich zu
jeder Jahreszeit an kälteren Tagen einsetzen lässt. In diesem Punkt ist die FW
507 75 ARIA ein wirklicher Allrounder und gut zu empfehlen. Nur bei vermehrter
Feuchtigkeit sollte man über eine Alternative nachdenken.
Die FW 1180 MAX ARIA besticht vor allem durch
ihren sehr angenehm unauffälligen Sitz, der dem sehr elastischen Material
geschuldet ist. Die Fleece-Innenlage hält bequem warm, nur Wind abweisend ist
die Hose weniger. Das macht sie nur eingeschränkt geeignet für deutliche
Minusgrade, bietet aber – ähnlich wie bei der Jacke – einen recht breiten
Einsatzrahmen, was die Temperaturen angeht. Der Sitzkomfort ist überzeugend und
auch bei der FW 1180 MAX ARIA steht dank vieler Reflektoren Sicherheit in der
dunklen Jahreszeit an erster Stelle.
Für wen das luftige Konzept beider Modelle
nicht passt, der kann unter Umständen bei den sechs weiteren Winterserien Santinis
fündig werden. Alle diese verfolgen verschiedene Konzepte, was sich im Schnitt
oder der Anpassung an die Außenbedingungen äußert. Näheres hierzu findet sich
auf Santinis Website.