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Die Nacht zum Tag machen
Mittwoch, 16 März 2005
Otto XNachtaktive Triathleten, ob durch den Beruf bedingt oder wegen der „optimalen“ Trainingszeit, stehen oft vor dem Problem, ausreichend Licht ins Spiel zu bringen. Meist läuft es darauf hinaus, eine helle Frontleuchte für das Rad zu kaufen und beim Laufen eine Stirnlampe zu nutzten. Doch eine gute Ausleuchtung ist selten der Fall. Legitim ist auch die Frage, ob es eine Allzwecklampe gibt, für Rad und den Lauf? Aus dem abwechslungsreichen Sortiment des Leuchtenherstellers Lupine haben wir für euch das Flaggschiff, die Otto X,  eingehend getestet und herausgefunden, ob die Nacht zum Tag gemacht werden kann.




 Otto X 

Produkt: Otto X

Hersteller: Lupine

Tel.: 0 91 83 / 90 23 - 10

URL: www.lupine.de

Preis: 639, - €

Details:
Gewicht von 520g
Schnelles Ladegerät
Li-Ionenakku
Zwanzig LEDs (3W)
Halogenstrahler (25W)
1,5 bis 38 Std. Leuchtdauer
2 Jahre Garantie (ohne Reflektor)


Verarbeitung

Nach dem Auspacken der Otto X war der erste Eindruck recht „massig“. Das robuste Kopfband, die Kabelführung und vor allem der Lampenkopf samt Halterung erinnern eher an eine Höhlenforscherlampe als an einen Trainingspartner für die Dunkelheit. In der Tat finden die Lupine-Strahler ihren Einsatz auch dort und müssen vor allem hier stabil verarbeitet sein. Die Otto X, die nach Absprache mit Lupine wohl der geeignetste Strahler für den Ausdauersportler sei, steht dem im nichts nach.

In erster Linie überzeugte uns der Lampenkopf von hoher Qualität: Dem Kripton-Halogen-Brenner mit 34 mm Durchmesser ist ein Quarzglas-Reflektor integriert, der wiederum mit Palladium (zur Gruppe der Platinmetalle gehörend) bedampft ist. Somit werden die 7,2 Volt des Scheinwerfers optimal ausgenutzt. Um den Reflektor herum ordnen sich 20 LEDs an, die sauber in das Lampengehäuse eingearbeitet sind. Das Lampengehäuse selber besteht aus 7020 Aluminium mit zur Stirnseite verlaufenden Kühlrippen. Weiterhin besitzt es eine Shot-Peen Oberflächenbehandlung, ist salzwasserfest eloxiert und wasserdicht. Die Halterschrauben und der Sprengring wurden aus V2A-Edelstahl gefertigt. Die Halterung des Lampenkopfes besteht hingegen aus Carbonfaser-Thermoplasten und wird durch einen EPDM-Neopren-Befestigungsring verschlossen. Die Steckverbindungen des Kabelbaums sind vergoldet, so wie es oft im hochklassigen Segment der Fall ist. Dies gewährt eine optimale Leitfähigkeit der Kontakte. Nach Herstellerangaben sind alle Verbindungen im Kabelbaum verlötet. Vor Verschleiß schützen abriebfeste und elastische Elastromerschläuche. Der Akku ist in eine Tasche eingebettet, die aus wasserfestem 550dtex-Cordura besteht und bei 40 Grad mit Wollprogramm auch waschmaschinenfest ist. Für das Tragen am Gürtel wurde auch an eine Gürtelschlaufe gedacht. 


Montage

Die aktuelle Otto X-Version wird einsatzbereit verschickt, was soviel bedeutet, wie keinerlei Zusammenbauen verschiedenster Teile. Der Lampenhalter befindet sich an einem 4 cm breiten Stirnband, das für alle erdenklichen Kopfgrößen einstellbar ist und das in wenigen Sekunden. Auch ist die Lampe angenehm über Mützen zu tragen. Einmal richtig am Kopf befestigt, rutscht die Otto X nicht mehr so leicht und gibt ein erstaunlich angenehmes Tragegefühl für die doch sehr klobig wirkende, 520g „leichte“ Lampe. Ein 1,20 m langes Verlängerungskabel liegt der Otto X mit bei, das sich auch als äußerst sinnvoll erweist, um den Akku bestmöglich im Rucksack, der Radtrikottasche oder an der Gürtelschlaufe zu verstauen.

Wer allerdings die Lampe statisch an seinem Fahrradrahmen montieren möchte, muss lediglich am Lampenkopfhalter des Stirnbandes den Neoprenbefestigunsgring entfernen, der wiederum die Lampe am Lenker fixieren soll. Je nach Lenkerdicke kann es aufwendiger werden, den Ring über die Lenkerstange zu bekommen, aber generell sollten nahezu alle Lenker passen.


Funktionalität

Uns hat ehrlich gesagt die Otto X nach der Inbetriebnahme von Anfang an begeistert. Nach erhalt der Lieferung sofort einsatzbereit, machten wir uns auch schon auf den Weg, den Doppelstrahler unter die Lupe zu nehmen. Alleine der erste Eindruck des Halogenlichtes überzeugte, denn an die Otto X kommt in Sachen Ausleuchtung keine herkömmliche Lampe heran.

Nach dem Einstellen des Stirnbandes und dem Verstauen des Akkus konnte es losgehen. Anfangs noch die Größe des Akkus bestaunt, wir fanden ihn recht groß und schwer, ließ schnell der Gedanke seines Gewichts und Größe nach, denn die Begeisterung war nicht abzustreiten. Es ging ab in den Wald und das bei kompletter Finsternis. Schon in vielen Metern Entfernung konnte man die Bodenbeschaffenheit bestens erkennen, ob zu Fuß oder auf dem Rad. Während der Belastung war es ein Kinderspiel, die vier verschiedenen Lichtmodi einzustellen – selbst mit Handschuhen kein Problem. Die Ausrichtung des Lampenkopfes in der Vertikalen gefiel uns auch gut, denn es musste doch schon ein gewisser Druck ausgeübt werden. Eine haargenaue Ausrichtung ist somit ermöglicht, ganz ohne schwammiges Einstellen.

Schon auf den ersten Metern in der Dunkelheit merkte man, dass Power hinter dem 25 Watt starken Halogenstrahler steckt. Selbst bei Hagel und dichtem Schneefall konnte noch ein einigermaßen gutes Sichtfeld geschaffen werden – auch auf dem Rad. Als nächstes wurde der Halogenmodus getestet. Für das Laufen ist dieser deutlich ausreichend und nicht zu vergleichen mit einer herkömmlichen Stirnlampe. Auch im Abblendlicht konnte man noch gut die Strecke beleuchten. Auf dem Rad mag der LED-Modus noch zufrieden stellen, deutlich mehr Spaß hatten wir aber mit dem Halogenmodus. Außerdem nimmt die Sicht bei erhöhter Geschwindigkeit ab, was im Halogenmodus nicht so sehr zum tragen kommt.

Es ergab sich für uns relativ schnell die Frage, wie lange der Akku unter Vollbelastung reichen würde. Ein Zwei-Stundenlauf mit gelegentlichem Abblenden erwies sich als kein Problem. Je nach Wechseln der Modi kommt man den Angaben des Herstellers sehr nahe: bei 25 Watt 1,5 Stunden und bei einem Watt 38 Stunden. Die Umgebungstemperatur spielt hier auch einen wichtigen Faktor.   

Das 128,- € teure Ladegerät mit LCD-Display für die Anzeige von Ladestrom, Spannung und eingehender Kapazität lud während unseres Tests äußerst zügig und auch hier konnten die Angaben des Herstellers mit drei Stunden annährend erreicht werden.


Handhabung

Einfacher kann es kaum noch gehen; wie bereits eingangs erwähnt, wird der Scheinwerfer komplett am Stirnband montiert geliefert und wäre gleich einsatzbereit. Das aufwandfreie Einstellen des Stirnbandes auf die richtige Kopfgröße geschieht mittels zweier Schnallen und dies in wenigen Sekunden. Der extern gelagerte Akku lässt sich schnell und unkompliziert an die Lampe anschließen, einzig und allein die Verstauung kann Geschmackssache sein. Sein Gewicht ist gemessen an der Leistung sicherlich angebracht, aber kann dennoch störend beim Transport wirken. In einer Jackentasche oder in einer Rückentasche ist er beim Laufen deutlich spürbar. Beim Radfahren ist er hingegen unmerklicher, ob im Rucksack oder in der Trikottasche, da sich Vertikalkräfte hier nicht ständig verändern. Der Betriebsschalter mit integriertem 4-LED-Monitor (programmierbar) zur Anzeige der Dimmstufen lässt sich gut bedienen, ob auf dem Fahrrad oder beim Laufen, mit Handschuhen oder ohne. Bei längerem Drücken des Schalters schaltet sich die Lampe im Halogenmodus ein. Ein weiteres kurzes Drücken lässt zum Abblendmodus wechseln. Drückt man länger als zwei Sekunden auf den Schalter, wird in den LED-Modus gewechselt. Auch hier bewirkt ein erneutes kurzes Drücken den Abblendmodus der 20 LEDs. Positiv ist auch die vertikale Verstellbarkeit des Lampenkopfes. Selbst während einer intensiven Belastung lässt sich der Lampenkopf gut ausrichten. Das Verstellen der Position erfolgt mittels eines guten Druckes, damit das Ausrichten nicht zu schwammig wird, weil Vertikalbewegungen nicht zu schnell ausgeführt werden.


Fazit

Alles in allem ein sehr gelungener Strahler. Während unserer gesamten Testphase konnte die Otto X Licht dorthin bringen, wo sich herkömmliche Lampen die Zähne ausbeißen. Allem voran der Halogenmodus macht enorm viel Spaß und lässt kurzweilig die Dunkelheit vergessen. In der Tat ein guter Trainingspartner für diejenigen, die darauf angewiesen sind, im Dunkeln zu trainieren. Die Otto X zaubert ein wenig Tag in die Nacht und ist demnach momentan eindeutig unser Referenzstrahler.


Hinweis


Der stolze Preis von 639,- € mag abschreckend wirken. Diesbezüglich sei erwähnt, dass Lupine das Packet rund um die Otto X auch modifiziert, je nach Ansprüchen und Geldbeutel. So ergeben sich zum Beispiel Einsparungen bei einem kleineren Akku oder einem etwas kostengünstigeren Akku-Ladegerät. Alle möglichen Einzelteile eines Sets lassen sich auf der Lupine-Homepage einsehen und nach Rücksprache in euer gewünschtes Set integrieren.

Achtung: Die Otto X ist nach der StvZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) nicht zugelassen und somit nicht als „straßenuntauglich“ anzusehen.

Dennis Wachter



 
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