Nachtaktive Triathleten, ob durch den Beruf bedingt oder
wegen der „optimalen“ Trainingszeit, stehen oft vor dem Problem, ausreichend
Licht ins Spiel zu bringen. Meist läuft es darauf hinaus, eine helle
Frontleuchte für das Rad zu kaufen und beim Laufen eine Stirnlampe zu nutzten. Doch
eine gute Ausleuchtung ist selten der Fall. Legitim ist auch die Frage, ob es
eine Allzwecklampe gibt, für Rad und den Lauf? Aus dem abwechslungsreichen
Sortiment des Leuchtenherstellers Lupine haben wir für euch das Flaggschiff, die
Otto X, eingehend getestet und
herausgefunden, ob die Nacht zum Tag gemacht werden kann.
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Produkt: Otto X
Hersteller: Lupine
Tel.: 0 91 83
/ 90 23 - 10
URL: www.lupine.de
Preis: 639, - €
Details:
Gewicht von 520g
Schnelles Ladegerät
Li-Ionenakku
Zwanzig LEDs (3W)
Halogenstrahler (25W)
1,5 bis 38 Std. Leuchtdauer
2 Jahre Garantie (ohne
Reflektor)
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Verarbeitung
Nach dem Auspacken der Otto
X war der erste Eindruck recht „massig“. Das robuste Kopfband, die Kabelführung
und vor allem der Lampenkopf samt Halterung erinnern eher an eine
Höhlenforscherlampe als an einen Trainingspartner für die Dunkelheit. In der Tat
finden die Lupine-Strahler ihren Einsatz auch dort und müssen vor allem hier
stabil verarbeitet sein. Die Otto X, die nach Absprache mit Lupine wohl der
geeignetste Strahler für den Ausdauersportler sei, steht dem im nichts nach.
In erster Linie überzeugte
uns der Lampenkopf von hoher Qualität: Dem Kripton-Halogen-Brenner mit 34 mm
Durchmesser ist ein Quarzglas-Reflektor integriert, der wiederum mit Palladium
(zur Gruppe der Platinmetalle gehörend) bedampft ist. Somit werden die 7,2 Volt
des Scheinwerfers optimal ausgenutzt. Um den Reflektor herum ordnen sich 20
LEDs an, die sauber in das Lampengehäuse eingearbeitet sind. Das Lampengehäuse
selber besteht aus 7020 Aluminium mit zur Stirnseite verlaufenden Kühlrippen.
Weiterhin besitzt es eine Shot-Peen Oberflächenbehandlung, ist salzwasserfest
eloxiert und wasserdicht. Die Halterschrauben und der Sprengring wurden aus
V2A-Edelstahl gefertigt. Die Halterung des Lampenkopfes besteht hingegen aus
Carbonfaser-Thermoplasten und wird durch einen EPDM-Neopren-Befestigungsring
verschlossen. Die Steckverbindungen des Kabelbaums sind vergoldet, so wie es
oft im hochklassigen Segment der Fall ist. Dies gewährt eine optimale
Leitfähigkeit der Kontakte. Nach Herstellerangaben sind alle Verbindungen im
Kabelbaum verlötet. Vor Verschleiß schützen abriebfeste und elastische
Elastromerschläuche. Der Akku ist in eine Tasche eingebettet, die aus
wasserfestem 550dtex-Cordura besteht und bei 40 Grad mit Wollprogramm auch
waschmaschinenfest ist. Für das Tragen am Gürtel wurde auch an eine
Gürtelschlaufe gedacht.
Montage
Die aktuelle Otto X-Version
wird einsatzbereit verschickt, was soviel bedeutet, wie keinerlei Zusammenbauen
verschiedenster Teile. Der Lampenhalter befindet sich an einem 4 cm breiten
Stirnband, das für alle erdenklichen Kopfgrößen einstellbar ist und das in
wenigen Sekunden. Auch ist die Lampe angenehm über Mützen zu tragen. Einmal
richtig am Kopf befestigt, rutscht die Otto X nicht mehr so leicht und gibt ein
erstaunlich angenehmes Tragegefühl für die doch sehr klobig wirkende, 520g
„leichte“ Lampe. Ein 1,20 m langes Verlängerungskabel liegt der Otto X mit bei,
das sich auch als äußerst sinnvoll erweist, um den Akku bestmöglich im Rucksack,
der Radtrikottasche oder an der Gürtelschlaufe zu verstauen.
Wer allerdings die Lampe
statisch an seinem Fahrradrahmen montieren möchte, muss lediglich am
Lampenkopfhalter des Stirnbandes den Neoprenbefestigunsgring entfernen, der
wiederum die Lampe am Lenker fixieren soll. Je nach Lenkerdicke kann es
aufwendiger werden, den Ring über die Lenkerstange zu bekommen, aber generell
sollten nahezu alle Lenker passen.
Funktionalität
Uns hat ehrlich gesagt die
Otto X nach der Inbetriebnahme von Anfang an begeistert. Nach erhalt der
Lieferung sofort einsatzbereit, machten wir uns auch schon auf den Weg, den
Doppelstrahler unter die Lupe zu nehmen. Alleine der erste Eindruck des
Halogenlichtes überzeugte, denn an die Otto X kommt in Sachen Ausleuchtung keine
herkömmliche Lampe heran.
Nach dem Einstellen des
Stirnbandes und dem Verstauen des Akkus konnte es losgehen. Anfangs noch die
Größe des Akkus bestaunt, wir fanden ihn recht groß und schwer, ließ schnell
der Gedanke seines Gewichts und Größe nach, denn die Begeisterung war nicht
abzustreiten. Es ging ab in den Wald und das bei kompletter Finsternis. Schon
in vielen Metern Entfernung konnte man die Bodenbeschaffenheit bestens
erkennen, ob zu Fuß oder auf dem Rad. Während der Belastung war es ein
Kinderspiel, die vier verschiedenen Lichtmodi einzustellen – selbst mit Handschuhen
kein Problem. Die Ausrichtung des Lampenkopfes in der Vertikalen gefiel uns
auch gut, denn es musste doch schon ein gewisser Druck ausgeübt werden. Eine
haargenaue Ausrichtung ist somit ermöglicht, ganz ohne schwammiges Einstellen.
Schon auf den ersten Metern
in der Dunkelheit merkte man, dass Power hinter dem 25 Watt starken
Halogenstrahler steckt. Selbst bei Hagel und dichtem Schneefall konnte noch ein
einigermaßen gutes Sichtfeld geschaffen werden – auch auf dem Rad. Als nächstes
wurde der Halogenmodus getestet. Für das Laufen ist dieser deutlich ausreichend
und nicht zu vergleichen mit einer herkömmlichen Stirnlampe. Auch im
Abblendlicht konnte man noch gut die Strecke beleuchten. Auf dem Rad mag der LED-Modus
noch zufrieden stellen, deutlich mehr Spaß hatten wir aber mit dem
Halogenmodus. Außerdem nimmt die Sicht bei erhöhter Geschwindigkeit ab, was im
Halogenmodus nicht so sehr zum tragen kommt.
Es ergab sich für uns
relativ schnell die Frage, wie lange der Akku unter Vollbelastung reichen
würde. Ein Zwei-Stundenlauf mit gelegentlichem Abblenden erwies sich als kein
Problem. Je nach Wechseln der Modi kommt man den Angaben des Herstellers sehr
nahe: bei 25 Watt 1,5 Stunden und bei einem Watt 38 Stunden. Die
Umgebungstemperatur spielt hier auch einen wichtigen Faktor.
Das 128,- € teure Ladegerät
mit LCD-Display für die Anzeige von Ladestrom, Spannung und eingehender
Kapazität lud während unseres Tests äußerst zügig und auch hier konnten die
Angaben des Herstellers mit drei Stunden annährend erreicht werden.
Handhabung
Einfacher kann es kaum noch
gehen; wie bereits eingangs erwähnt, wird der Scheinwerfer komplett am
Stirnband montiert geliefert und wäre gleich einsatzbereit. Das aufwandfreie
Einstellen des Stirnbandes auf die richtige Kopfgröße geschieht mittels zweier
Schnallen und dies in wenigen Sekunden. Der extern gelagerte Akku lässt sich
schnell und unkompliziert an die Lampe anschließen, einzig und allein die
Verstauung kann Geschmackssache sein. Sein Gewicht ist gemessen an der Leistung
sicherlich angebracht, aber kann dennoch störend beim Transport wirken. In
einer Jackentasche oder in einer Rückentasche ist er beim Laufen deutlich
spürbar. Beim Radfahren ist er hingegen unmerklicher, ob im Rucksack oder in
der Trikottasche, da sich Vertikalkräfte hier nicht ständig verändern. Der
Betriebsschalter mit integriertem 4-LED-Monitor (programmierbar) zur Anzeige
der Dimmstufen lässt sich gut bedienen, ob auf dem Fahrrad oder beim Laufen,
mit Handschuhen oder ohne. Bei längerem Drücken des Schalters schaltet sich die
Lampe im Halogenmodus ein. Ein weiteres kurzes Drücken lässt zum Abblendmodus
wechseln. Drückt man länger als zwei Sekunden auf den Schalter, wird in den
LED-Modus gewechselt. Auch hier bewirkt ein erneutes kurzes Drücken den Abblendmodus
der 20 LEDs. Positiv ist auch die vertikale Verstellbarkeit des Lampenkopfes.
Selbst während einer intensiven Belastung lässt sich der Lampenkopf gut
ausrichten. Das Verstellen der Position erfolgt mittels eines guten Druckes,
damit das Ausrichten nicht zu schwammig wird, weil Vertikalbewegungen nicht zu
schnell ausgeführt werden.
Fazit
Alles in allem ein sehr
gelungener Strahler. Während unserer gesamten Testphase konnte die Otto X Licht
dorthin bringen, wo sich herkömmliche Lampen die Zähne ausbeißen. Allem voran
der Halogenmodus macht enorm viel Spaß und lässt kurzweilig die Dunkelheit
vergessen. In der Tat ein guter Trainingspartner für diejenigen, die darauf
angewiesen sind, im Dunkeln zu trainieren. Die Otto X zaubert ein wenig Tag in
die Nacht und ist demnach momentan eindeutig unser Referenzstrahler.
Hinweis
Der stolze Preis von 639,- €
mag abschreckend wirken. Diesbezüglich sei erwähnt, dass Lupine das Packet rund
um die Otto X auch modifiziert, je nach Ansprüchen und Geldbeutel. So ergeben
sich zum Beispiel Einsparungen bei einem kleineren Akku oder einem etwas
kostengünstigeren Akku-Ladegerät. Alle möglichen Einzelteile eines Sets lassen
sich auf der Lupine-Homepage einsehen und nach Rücksprache in euer gewünschtes
Set integrieren.
Achtung: Die Otto X ist nach
der StvZO (Straßenverkehrszulassungsordnung) nicht zugelassen und somit
nicht als „straßenuntauglich“ anzusehen.
Dennis Wachter
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