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Triradschuh von Northwave
Sonntag, 21 August 2005

Northwave TribalTriathlonschuhe im Radsportbereich gibt es alles andere wie Sand am Meer. Aber die rare Sektion bekommt neuen Zulauf: Die Firma Northwave hat dieses Jahr einen Triathlonradschuh namens „Tribal“ auf den Markt gebracht. Was ist von dem Schuh zu halten, da er wenig präsent ist im Gegensatz zu seinen reinrassigen Radschuhbrüdern, die bei der Tour zahlreich anzutreffen waren?


 Image

Produkt: Tribal

Hersteller: Northwave

Tel.: 0 49 / 89 66 59 35 52 0

URL: www.northwave.it

Preis: 149,- €

Details:
karbonverstärkte Sohle
Anti-Rutschgummi am Fersenteil
Lasche zum Fixieren
Velcrohalter
zwei Verschlüsse
minimaler Schnitt


Tragekomfort und Design

Unverwechselbar anderes erlebten wir den Tribal bei der Anprobe: Der Schuh fällt deutlich weiter und größer aus als alle anderen bis dato uns bekannten Schuhe anderer Hersteller. Die Turnschuhgröße kann nahezu eins zu eins auf den Tribal übernommen werden.

Northwave TribalAuffällig neben dem schlichten und doch ansprechenden Design ist das fehlen einer Schuhzunge, dem Stück, das den Spannen im Schuhinneren überdeckt. Unsere Befürchtung war die, dass beide Seiten des Schuhs, die sich am Spannen treffen und genau unterhalb des Klettverschlusses liegen, Druckpunkte darstellen, da die nötige und bis hierhin übliche Pufferung fehlt. Es erwies sich aber als eine unbegründete Befürchtung: es entstand während unserer Tests kein Gefühl eines unangenehmen Druckpunktes.

Generell lässt sich sagen, dass der Tribal einen guten Komfort bietet, allerdings würden wir uns die karbonverstärkte Sohle noch härter wünschen, um möglichst optimal die Kraft auf die Pedale bringen zu können.

Design ist für bekanntlich subjektiv, aber auffällig beim Tribal im Gegensatz zu seinen Mitkonkurrenten ist, dass er schlicht aussieht und mit Farben aufwartet, die eine gewisse Eleganz verleihen, insofern man davon sprechen kann. Die Farben schwarz und weiß fügen sich zu jeder Rahmen- und Bekleidungsfarbe ein. Der Schuh ist minimal geschnitten, was soviel bedeutet wie eine gute Knöchel- und Achillessehnenfreiheit.   


Verarbeitung

Für einen Schuh dieser Preisklasse ist die Verarbeitung des Tribals tadellos und steht seinen doch etwas teureren Konkurrenten in nichts nach. Solide Nähte, eine gut eingefügte Sohle und das optimal funktionierende Verschlusssystem lassen einen guten Eindruck entstehen. Einzig störend empfanden wird das Fehlen eines Anti-Rutsch-Gummies an der Spitze der Sohle. Beim Laufen mit dem Schuh rollt man zwangsweise auch nach vorne hin ab und hier entstehen deutliche Abschürfspuren und hinzukommend potentielle Rutschzonen. 

Northwave Tribal                                                             Tribal - Sohle

Die karbonverstärkte Sohle besteht zum größten Teil aus Nylonfasern und ist mit einem Gummi überzogen, was den Sinn hat, den Abrieb zu minimieren.


Funktionalität

Wie vielleicht dem Vorangegangenen bereits zu entnehmen, spricht einiges für den Tribal von Northwave, was sich zwangsweise auch auf die Funktionalität bezieht. Der Schnitt des Schuhs verspricht schnelle Wechsel, von uns ausgiebig getestet, auch bei mehreren Wettkämpfen. Das Befestigen des Schuhs am Rahmen mittels eines Gummibandes verläuft einwandfrei und ermöglicht einen angenehm schnellen Aufstieg auf das Rad samt schnellem Reinschlüpfen in den Schuh. Durch den Vecrohalter wird der Schuh offen gehalten, was ein wesentlicher Garant dafür ist, dass der Einstieg in den Schuh problemlos verläuft. Das Befestigen des Schuhs am Fuß verläuft gewohnt unkompliziert, die Befestigungslasche wird zum Verschluss von außen nach innen geführt. Für all diejenigen, die nicht den Schuh auf dem Rad anziehen sei gesagt, dass man mit dem Tribal angenehm laufen kann, bedingt durch die nicht allzu harte Steifigkeit der Sohle – zu Ungunsten der Kraftübertragung ? – und das Anti-Rutsch-Gummies an der Ferse. Einmal im Schuh, kann es auch schon los gehen, ganz egal, welches Pedalensystem ihr fahrt.

Zu keiner Zeit sammelte sich während unserer Tests zu viel Wärme im Inneren des Schuhs an, ob während des Wettkampfes oder bei langen oder intensiven Radeinheiten. Sicherlich kommen hier das Fehlen der Schuhzunge und die zahlreichen kleinen Belüftungslöcher zum Tragen.

Northwave Tribal


Handhabung

Tatsache ist, dass es unkomplizierter kaum geht. Zum einen wird ein großzügiger Einstieg in den Schuh gewährt und zum anderen ist die Befestigungsmöglichkeit des Schuhs am Rahmen als auch am Fuß durchdachter denn je. Der Velcrohalter ermöglicht es, den Schuh offen zu halten, denn es handelt sich hierbei entgegen des Verschlussstreifens des Kletts um einen zusätzlichen, weiter außen befindlichen Streifen, um den Befestigungsstreifen äußerlich zu fixieren. Die Verschlüsse zur Fixierung des Schuhs am Fuß ist unkompliziert und ähnlich der anderer Hersteller. Die derzeitige Einzigartigkeit des Schuhs ist der kleine Haken an der Innenseite des Schuhs, unterhalb des Knöchels. Es handelt sich hier um eine kleine Öse, die dazu dienen kann, den Schuh optimal am Rahmen oder der Tretgarnitur mittels eines Gummibandes zu befestigen. Herkömmlich hierfür war bis jetzt immer die Lasche am Fersenbereich. Durch die zweite Lasche wird mehr Variabilität gewährleistet.


Fazit

Der Tribal ist ein gut gelungener Schuh, für den Preis allemal. Angenehm zu tragen, gut durchlüftet, schnell im Ein- und Ausstieg, schlicht im Design, gute Befestigungsmöglichkeiten – was will man mehr? Passt einem der recht breit geschnittene Schuh, eröffnet er sein volles Potential. Für Wettkämpfe jeglicher Distanzen als auch für Trainingseinheiten beliebiger Längen ein echt angenehmer Schuh, wenn man mit einer nicht allzu harten Sohle leben kann.


Anmerkung:

Auf der aktuellen Homepage von Northwave ist der Tribal derzeit nicht vorzufinden. Laut Hersteller wird dieser zur kommenden Saison eingepflegt, weitere Infos können aber gerne erfragt werden, bei uns oder direkt bei Northwave.

Dennis Wachter


 
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