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ECCOs "Natural Running"
Der zweitgrößte Schuhher-
steller der Welt ECCO bringt
in kürze einen innovativen
"natürlichen" Schuh für das
aktive Laufen raus: Der Biom
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Freiheit für die Füße
Sonntag, 28 August 2005
Nike Free WomenDer Nike Free ist in aller Munde. Seit diesem Jahr mehr denn je, was an der großen Werbekampagne liegen mag. Viel Propaganda und nur vereinzelt Meinungen über ihn haben noch kein Gesamturteilsbild ergeben und der Free bleibt nach wie vor bestaunt. Was steckt wirklich hinter ihm? Was soll er bringen?







Nike Free Women

Produkt: Free 5.0

Hersteller: Nike

Tel.: 0 61 05 / 20 5 - 152

URL: www.nikefree.com
         www.nikerunning.com
         www.nikeid.com

Preis: ca. 100,- €

Details:
alle möglichen Farben
hohe Flexibilität
leicht


Die Theorie

Der Free wird seit je her als „natürlicher“ Laufschuh propagiert, der versprechen soll, dem Barfußlaufen sehr nahe zu kommen. In unserer heutigen Gesellschaft leben wir seit klein auf mit Schuhen, die, so auch wissenschaftlich fundiert, die natürliche Bewegung des Fußes minimieren. Schuhdämpfungen und Schuhdicke übernehmen vielfach die eigentlichen Aufgaben des Fußes und zwar die des Schützens. Propriozeptive Reize können nicht mehr gut verarbeitet werden, was so viel heißt wie, auf Körpersignale nicht mehr rechtzeitig reagieren zu können. Ein Beispiel wäre das leichte Wegknicken, was man mit einem natürlichen Gefühl der Füße in den meisten Fällen noch positiv beeinflussen kann, beim Tragen eines Schuhs in wenigen Fällen.

Man beachte auch die Tatsache, dass beim reinen Barfußlaufen der Fuß anders aufsetzt als mit Schuhen und zwar mit dem Mittel- oder Vorderfuß. Deswegen spricht man auch von einem natürlichen oder aktiven Laufstil, wenn man Mittelfuß- oder gar Vorfußbetont läuft, was in Fachkreisen auch als anstrebsam geraten wird. In den meisten Schuhen hingegen wird man zum Versengang/Versenlauf verleitet, da, wie bereits angedeutet, der Schuh viel an Funktionalität des Fußes übernimmt.

Nike Free 5.0  Nike Free 5.0

Hier greift der Free. Er soll dem Fuß während des Alltages und vor allem auch während des Sportes seine „Freiheit“ zurückgeben, indem er mit den gleichen Eigenschaften des Barfußlaufens aufwartet und somit einen aktiven Laufstil unterstützt. Warum nicht gleich barfuß ist eine immer wieder aufkommende Frage. Im Alltag, in dem der Free auch getragen werden soll, ist es schwer, ohne Schuhwerk auszukommen, ohne sich Verletzungen (u.a. Schürf- und Schnittwunden) zuzuziehen. Die Trainingseinheiten auf dem Rasen oder ähnlichen fußfreundlichen Untergründen reichen eigentlich nicht aus, um dem Fuß den herkömmlichen Schuh zu entwöhnen. Außerdem steht nicht jedem unmittelbar ein barfußfreundlicher Untergrund zur Verfügung. Somit soll verdeutlicht werden, dass hinter dem Free nicht nur das Konzept der Förderung des natürlichen Ganges/Laufes steht, sondern auch ein weitläufiger Einsatzbereich. Durch ihn soll „barfußlaufen“ überall möglich sein und das, ohne auch nur einen Kompromiss eingehen zu müssen, wenn man das Design außer Acht lässt.


Die Praxis – Funktionalität

Sofort nach dem ersten Anziehen des Schuhs bei unseren Probanden viel auf, dass der Schuh einem reinen Barfußgefühl nicht ganz gerecht wird. Im Fußbett an den Innenseiten des Schuhs spürt man sofort eine leichte Pronationsunterstützung, die allerdings nur im ersten Moment recht eindeutig auffällt, da man von jeglicher barfußunfreundlichen Technik absehen möchte und sie nicht unbedingt in einem „natürlichen“ Laufschuh erwarten würde.

Mit zunehmender Tragedauer des Free, während der Trainingseinheiten und im Alltag spürte man die Pronationsstütze kaum noch. Wohl eine psychologische Angewohnheit, etwas Reines zu erwarten, es aber nach einer gewissen Enttäuschung der Erwartung doch nicht als gravierend negativ zu erachten.

Man muss sich an den Free gewöhnen, das steht außer Frage. Auch die Anleitung des Frees schlägt vor, vor Beginn des Einsatzes des Frees im Training den Schuh ausgiebig während der Freizeit und im Alltag genutzt zu haben, damit sich der Fuß an seine „wiedergegebene“ Natürlichkeit gewöhnen kann. Dahinter steckt, dass durch das Tragen herkömmlicher Schuhe nicht nur die Freiheit der Füße fehlt, sondern auch geh- und laufspezifische Muskelpartien über längere Zeit nicht so beansprucht wurden, was man in unserem Probandenkollektiv auch deutlich empfunden hat. Geföhnt man sich allerdings an den Free, merkt man, dass das Gehen (das Laufen nicht unbedingt) mit mehr Muskeln erfolgt uns sich förmlich aktiver anfühlt. Es muss nicht einmal an dem Aufsatz des Fußes mit dem Mittel- oder Vorfußteil sein. Auch das leichte Abrollen zur Seite lässt einen merken, dass mehr Fuß „greifen“ kann.

Nike Free 5.0  Nike Free 5.0

Unter dem Strich hat sich bei uns ergeben, dass der Free deutlicher denn je dem Barfußlaufen nahe kommt. Er gibt einem tatsächlich das Gefühl, dass da mehr Fuß ist als eigentlich bekannt und der Gang wird bei regelmäßiger Nutzung spürbarer. Es kam uns so vor, als ob nahezu jede einzelne Phase des Schrittes, im Alltag oder im Training, durchdacht wird, da alles bewusster erscheint. Die Einstellung zum Gehen und Laufen wurde deutlicher und intensiver, da eben ein neues Gefühl.

Es sei auch darauf hingewiesen, dass der Free keine bewusst verbaute Technik zur Dämpfung besitzt. Einzig das Material der Sohle hat dämpfende Eigenschaften. Somit sollte eigentlich ersichtlich sein, dass der Free kein Langstreckenschuh sonder viel mehr ein Trainingsschuh ist, der mit wenig durch herkömmliche Schuhe vermittelte Stabilität aufwartet und daher einer wirklichen Gewöhnungsphase mit anschließender gezielter Trainingseinheiten wie Lauftechnik und kurzen Läufen bedarf.    


Verarbeitung und Handhabung

Der Free ist leicht verarbeitet und dementsprechend weniger robust. Man beachte auch, dass der Free kein Wettkampfschuh und für lange Laufeinheiten weniger geeignet ist, was dann wiederum erklärt, dass vor allem dem Hackenteil mit Vorsicht beim Anziehen genießen ist und die Sohle nicht die abriebfesteste ist. Der weitere verarbeitete synthetische Stoff des oberen Schuhteils ist dünn und hat keine durchgehend feste Struktur; sie weißt Schlitze in der Oberfläche auf, deren Funktionalität in der Ventilation und weniger in der Stabilität liegt. Weiterhin ist der Einstieg in den Free nicht der leichteste, da dieser recht eng geschnitten ist. Somit wird eine gewisse Grundfestigkeit des Schuhs gewährleistet und die doch recht einfachen Schnürsenkel tun den Rest.

Die Sohle ist im Verhältnis zum restlichen Schuh deutlich dicker gearbeitet und lässt auf Anhieb nicht an ein Barfußlaufen denken. Die einzelnen und vielen Segmente des Free, die die Barfußähnlichkeit erst möglich macht, sind äußerst dehnbar. Damit das Ganze auch hält, ist die Sohle dicker gearbeitet. Ansonsten ist es denkbar, dass der Schuh entweder weniger flexibel sein könnte oder weniger langlebig, in der reinen Funktionalität als auch im Abriebe.

Wenn der Free sorgsam behandelt wird und man sich Zeit zum Anziehen nimmt, dann ist er ausreichend stabil gearbeitet, um seinen Zweck im Training zu erfüllen. 


Die Modelle

Derzeit in Fachgeschäften gleichermaßen vertreten sind der Nike Free 4.0, etwas modischer, die neuere Variante 5.0 und der Nike Free Trainer, der robuster gearbeitet ist und in der aktuellen Version einen Klettverschluss am Mittelfußbereich zur genaueren Fixierung besitzt.

Es gibt die unterschiedlichsten Farbvariationen, wohingegen sich die Version 4.0 von der 5.0 deutlich abhebt. Neben den gängigen Farben ist es möglich, unter www.nikeid.com seinen eigenen Free samt ID zu kreieren. Der Preis bleibt der gleiche, die 4.0-Version ist 10 Euro günstiger.

Nike Free 5.0 Women    Nike Free 5.0 Men
Nike Free 5.0 Trainer


Fazit

Den Free haben wir schätzen gelernt. Vier Wochen wurde er als Herren- und Damenmodell getestet und das bei allen möglichen Situationen und Gegebenheiten. Er ist nicht nur funktionell sondern auch äußerst bequem, was ein weiteres Tragen nur noch bestärkt. Es gab bei unseren Probanden darüber hinaus keine Probleme muskulärer Art und alles in allem ergibt sich ein Schuh, dessen angepriesene theoretische Funktionalität in der Praxis annährend gut erreicht wird. Einzig der Preis von € 110 kann abschreckend wirken, vor allem dann, wenn man den Free noch nie getragen hat. Das Geld rechtfertigt eher die Funktionalität als das verwendete Material.

Dennis Wachter


 
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