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Ironman Germany 70.3
Montag, 20 August 2007
Image Wiesbaden, der 19. August 2007 – der „längste halbe Tag“.
Die erste Auflage des Ironman Germany 70.3 fand bei passablem Wetter statt, ein guter Start. Die Leistungsdichte der Agegrouper war groß, bei den Pros wäre es nicht schlecht gewesen, wenn mehr bezahlte Athleten an den Start gegangen wären. Die im Vorgeld stark für Aufsehen erregende Strecke lässt sich jedoch streiten.



Die Organisation des 70.3 verlief tadellos, dies gilt von der Pastaparty, über den Bike Check-In bis hin zur Wettkampfverpflegung, Streckenposten und Fürsorge nach dem Rennen.

Gestartet wurden in Startblöcken, definiert durch die Altersklassen, von jung nach alt steigend. Dem vorangestellt waren die männlichen und dann die weiblichen Profis.


Schwimmstrecke

Geschwommen wurden die 1,9 Kilometer im Schiersteiner Hafen von Wiesbaden, 7,5 Kilometer entfernt vom Stadtkern. Als Zubringer waren diverse Shuttlebusse im Einsatz.

Zunächst gelangte man über eine Rampe in das Wasser, und musste knappe 150 Meter zur Startlinie schwimmen. Nach Zielstart (kein Countdown, sondern lediglich ein stilles Anheben der Startlinie) verläuft der Kurs nahezu exakt 900 Meter  geradlinig in den Hafen hinein. Nach dem Erreichen der Wendeboje, verläuft die Schwimmstrecke parallel zum ersten Teilstück zurück Richtung T1, wobei zum Ausstieg eine leichte Neigung geschwommen wird. Unter dem Strich ein sehr orientierfreudiger Schwimmkurs. 
Das Wasser würden wir als trübe, allerdings grundlegend als in Ordnung bezeichnen.



Radstrecke

Sie hat anfänglich für Furore gesorgt, so mancher ist sie abgefahren und kehrte nüchtern zurück. Tatsächlich sind die 1500 Höhenmeter, verteilt auf 90 Kilometer, gut machbar, die entsprechende Kassettenabstufung vorausgesetzt.
Der erste Anstieg hat es in sich mit seinen 5-7%, was eigentlich nicht Angst einjagend viel ist, aber über die Länge von 10-12 Kilometer verteilt merkt man schon, was man sich da aufgehalst hat. Drei weitere „Berge“ folgen, deren Bindestücke Abfahrten sind, die nicht ohne sind. An einigen Stellen war äußerste Vorsicht geboten.

Auch hierüber lässt sich schreiben, dass die Strecke äußerst selektiv, dennoch gut machbar ist, und Technikgrundlagen für Abfahrten besitzt.

Und genau letzteres scheinen einige Athleten am Sonntag vergessen zu haben. Da Unvermögen einiger Athleten gepaart mit der aggressiven Strecke haben zu so manchen Unfällen geführt. Es kam nicht selten vor, dass defensivere Fahrer von Mitstreitern angefahren oder gestreift wurden – Stürze waren die Folge, was wir mit eigenen Augen miterlebt haben. Es kam sogar soweit, dass sich ein Athlet mit 66km/h während einer Abfahrt mehrfach überschlagen hat, da er von jemandem gestreift wurde, der es scheinbar nicht für nötig hielt, einen regelkonformen Abstand einzuhalten. Es würde noch nicht einmal für nötig empfunden, anzuhalten und sich um den gestürzten zu kümmern. Auch dies kam mehrfach vor.
Bei besagten riskanten Teilstücken der Strecke war wirklich Vorsicht geboten. Auch hier passierten einige Unfälle. Ein Athlet schaffte es, bei einer Abfahrt von der Strecke zu kommen und ist die die Scheibe eines Hauses gefahren. Glas im Körper und der Notarzt waren die Folge.


Laufstrecke

Die Laufstrecke ist sehr schön gestaltet: Es wurde hauptsächlich im und um den Kurpark gelaufen, dies in drei Runden zu jeweils sieben Kilometern. Die Laufstrecke zählt nicht zu den einfachsten – einige Steigungen sind zu erlaufen, dies zumeist auch auf dem unterschiedlichsten Profiltypen, was die ganze Sache recht interessant macht. So unterteilt sich die Strecke in große Asphaltpassagen, ebenso viele Kilometer auf Sandwegen, gefolgt von kleinen Stücken Kopfsteinpflaster, Waldboden und gar eine Kieselsteinpassage. Wir empfanden die Strecke da als motivierend abwechslungsreich, gut ersichtlich und ebenso gut einteilbar.


Fazit

Prädikat selektiv. Der 70.3 in Deutschland gilt wohl als derjenige mit dem anspruchsvollsten Radkurs, die Laufstrecke ist ebenso wenig als leicht einzuordnen. Über die Jahre wird sich sicherlich der 7ß.3 in Wiesbaden zunehmend mehr internationales Aufsehen erregen, nicht nur wegen der anspruchsvollen Strecke, sondern auch wegen der Slots für Hawaii die WM in Florida, um die man hart kämpfen muss.

Homepage: Ironman Germany 70.3


Dennis Wachter


Ergebnisse Pros

Frauen
1. Virginia Berasategui (ESP) 4:44:49 Stunden
2. Wenke Kujala (GER) 4:47:27
3. Andrea Brede (GER) 4:48:54 
4. Julia König (GER) 4:54:03
5. Imke Schiersch (GER) 4:59:00
6. Ann Banke (DEN) 5:00:27
7. Rebecca Eßmüller (GER) 5:00:27
8. Susanne Zettl (GER) 5:00:58
9. Nina Kuhn (GER) 5:03:29
10. Alexandra Behrens (GER) 5:05:00

Männer
1. Stephan Bignet (FRA) 4:06:53 Stunden
2. Alessandro Degasperi (ITA) 4:11:05
3. Nils Goerke (GER) 4:14:00
4. Michael Göhner (GER) 4:16:26
5. Konstantin Bachor (GER) 4:16:50
6. Florian Stelzle (GER) 4:17:17
7. Thomas Hellriegel (GER) 4:17:36
8. Uwe Widmann (GER) 4:19:50
9. Timo Bracht (GER) 4:20:26
10. Rolf Lautenbacher (GER) 4:21:55

 
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