.jpg) Die Serie mit dem roten M wurde wieder einmal durch den Ironman Malaysia eingeleitet und wie es auch dieses Jahr will, war Kjell Schiöberg für uns am Start. Wie er sich in der Hitze Langkawis schlug, lest Ihr im Folgenden.
Vor dem Rennen
Die
letzte Nachtruhe vor dem ersten großen Tag in 2008 war überraschend gut und das
Wettkampfhotel bietet dank seiner Lage jedem Athleten die Möglichkeit, relativ
entspannt den Tag zu starten. Übliche Routine mit Badbesuch und lockern, Beutel
nachkontrollieren. Gegen 5 Uhr war das Galgenfrühstück angesagt. Andre Stübs,
ein Athlet aus Hamburg, nahm dies mit mir zu sich. Viel bekam ich nicht runter
und der .jpg) Kaffee schmeckte nach einer Woche Entzug auch nicht so wirklich. Aus
dem Hotelzimmer die Beutel geholt und nun sollte es zu Fuß zum Start gehen. Auf
dem Weg dahin nutzen wir das Angebot eines Vollunteer Trucks mitzufahren und
ersparten uns somit die 2km Gehen. Dort angekommen, ging es weiter mit
„Business as usual“. Erst Bodymarking, danach Special Needs abgeben, Rad fertig
machen, Dixiklos besuchen und noch mal kurz Luft holen. Dank der geringen
Anzahl von Athleten, ca. 700 Starter, kam man mit seinen Vorbereitungen gut
durch und die Schlage am Dixiklo hielt sich in Grenzen. Auch der Pumpen-Service
klappte Klasse und das Mechaniker Team ist super. Die Radverpflegung war auch
sicher verstaut, dachte ich. Aber zu dem Fehler später mehr. Ich verzog mich in
eine ruhige Ecke, wo ich Sonnencreme auftrug, mit Vaseline wichtige Stellen
einschmierte und alles zu Recht zupfte. Startklar zu sein war nicht unbedingt
ein Grund, beruhigt zu sein. Ganz im Gegenteil, der Respekt vor dieser Strecke
war groß. 20 Minuten vor dem Start machte ich mich auf den Weg zum Schwimmstart
und ließ die Füße ins Badewannen warme Wasser hängen. Das Wasser wirkte wärmer
als die Luft. Kurzes Einschwimmen und ich versuchte mich zu orientieren, wo ich
nun die nächsten 1,89km hin musste.
Die
1. Disziplin
Das
Profifeld war so übersichtlich, dass es schon komisch war ohne jeglichen
Körperkontakt zu starten, was aber auch bedeutete, wenn ich nicht von Anfang an
jemanden zum Mitschwimmen finde, bleibe ich alleine. Und so war es auch. Nach
wenigen hundert Metern waren die Gruppen weg und ich arbeite mich allein
Richtung Wendepunkt. Probleme bereitete mir bei der Orientierung, die
Bojenplatzierung und die Kanu-Vollunteers. Aufgrund der Strömung waren die
Bojen nicht in einer Linie aufgereiht und da schon einiger Abstand dazwischen
war, schwamm ich doch ziemlich Zick-Zack. Erschwerend kam hinzu, dass die
Kanu-Vollunteers hin und wieder die Seiten des Schwimmkanals wechselten, was
nun die Sicht auf die Bojen völlig unmöglich machte. Das Wasser war trotz eines
offenen Schwimmens im Meer recht ruhig, nur die Wettkampfrichter und Boote auf
ihren Jetski produzierten Wellen. Eine von diesen Wellen hatte ich unterschätzt
und vor allem den Inhalt. Ich schluckte aus versehen ein Stück Qualle. Das
Stück kam gleich wieder hoch und dieses Ungeschick nahm mir mein Magen sehr
übel. Half ja nichts und weiter, um den Wendepunkt herum und nun gegen die
Sonne, aber dafür mit besserer Bojenführung zurück in Richtung Land und T1.
Hatte gehofft, den bzw. die ersten Age Grouper nicht vor mir aus dem Wasser
kommen zu lassen. Doch Andre Stübs aus Hamburg erwischte einen sehr guten Tag
im Wasser und kam als erster AgeGrouper aus dem warmen Nass. Ich versuchte mein
Wechselprogramm abzurufen und es klappte ganz gut und zügig. Auch die
Kompressions-Strümpfe kosteten nicht viel Zeit. Meine Falt-Technik funktioniert
wirklich, gerade nach dem Schwimmen ist die Haut ja ein wenig aufgequollen und
die Socken lassen sich sehr schwer auf die Waden ziehen.
Die
2. Disziplin
Auf
dem Rad hatte ich mir vorgenommen, erstmal zu sehen und nicht zuviel Druck zu
machen. Ich war ja mit den allerersten Alterklassenathleten auf die Strecke
gegangen, doch diese Gruppe, inklusive eines befreundeten Japaners, wollte
nicht an die Spitze der Gruppe. Ich fuhr einige Kilometer vor und war ein wenig
angesäuert. Doch hielt man meist den Abstand von 10Metern ein. Somit war es
nicht ganz so schlimm. Doch wäre ich
gern auch mal in der Gruppe gefahren. Als Andre sich nach vorne setzte, fuhren
wir mit Thomas V. einige Zeit als Gruppe und den anderen Herren. Immer darauf
bedacht, den Abstand einigermaßen einzuhalten. Racemarshalls waren wenige zu
sehen, doch hat das Draften was mit dem Sport und der Einstellung dazu zu tun.
Bis km 50 lief es optimal und die Beine waren gut, doch ein Kamerateam zerlegte
die Gruppe gänzlich. Thomas fuhr heraus und Andre mit. Die anderen
Gruppenfahrer fielen ab oder .jpg) versuchten dran zu bleiben. Ich versuchte es kurz,
nur das war klar eine Attacke, die ich mir nicht erlauben konnte. Doch fuhr ich
immer auf Sichtweite mit Andre und Thomas. An den Wendepunkten, konnte ich
sehen, dass sie nicht sehr weit weg waren. Zu meinem Problem wurde mein Magen,
da ich bei den Riegeln einen extremen Würgreiz bekam und das einzige was so
richtig rutschte, waren Bananen und die Jelly Beans. Was muss das muss und viel
Elektrolyt-Getränk trinken. Die Flaschen wurden meinst bei kleinen
Kindergruppen entsorgt, die diese aufsammeln und nutzen. Warum nicht, doch
leider hatte dies einen Stellenwert erreicht, dass einige wenige Kinder frech
wurden. Ich hatte meine gerade frischen Flaschen nicht an zwei Jungs abgegeben
und erntete dafür ein stückt Seil, welches die beiden Jungs mir versucht hatten,
in die Speichen zu werfen. Zum Glück hatte ich hinten eine Scheibe drauf und so
prallte das Seil nur ab und ich wurde sehr laut. Ein Racemarshall hatte die
Situation auch gesehen und nahm sich die beiden Jungs vor. Auch wenn das wohl
nicht viel bringt. In der dritten Runde merkte man wie die Energie verschwand
und es schwer wurde, den Druck auf die Pedale aufrecht zu halten. Mein Schnitt
sackte leider ein wenig ein und so beendete ich nicht wie gehofft. Faris und
der Rest der Männer-Pros war schon am Laufen und die sahen alle nicht gut aus.
Super dachte ich mir, doch deine Füße und auch die Beine fühlen sich alles
andere als gut an. Rad weg, schnell wechseln und loslaufen.
Die 3. Disziplin
Die
ersten Meter zeigten, irgendwas war nicht in Ordnung. Mir war extrem übel und
ich spürte meine Füße nicht richtig. Daher war das Laufen eher ein Tastlaufen,
da das Aufsetzten der Füße aus der Beinbewegung erfolgte nicht aus dem
Fußgelenk. Diesen Tiefschlag zu verarbeiten und vor allem die Symptome zu
beheben, kostete mich eine gute Marathonzeit, da ich erst nach guten 8km im
Ansatz einen Rhythmus fand. In meiner zweiten von vier Runden traf ich Petr V.
und er meinte Lauf locker so durch und du bist Top 10. Petr ist einfach irre
(im Positiven), rechnet und kontrolliert sein Tempo so, dass er sich nicht
abschießen muss, da ja schon bald der nächste Ironman kommt. Vor allem kann er
auch hervorragend einschätzen, ob es sich überhaupt noch lohnt. Und auf Faris
hatte er eine halbe Stunde bei ihm war Elmar S. den er läuferisch sicher hatte.
Mir gab dies auf alle Fälle einen Pusch und ich pendelte mich bei 4:45-4:50
Minuten für den Kilometer ein. So .jpg) wie ich mich fühlte, sah hier jeder Läufer
aus. Ich fand, dass keiner gute aussah und wirklich gut ist auch keiner
gelaufen. Die Sonne versteckte sich hin und wieder mal hinter kleinen Wölkchen,
doch hatte die Luft sehr viel Rauch aus Indonesien, wo sie ganz Wälder
abbrennen und mit der richtigen Windrichtung, bekommt Langkawi eine Menge von
diesem Rauch ab. Auf Bildern ist dies auch sehr gut zu sehen und nach dem
Wettkampf klagten einige Athleten über Schmerzen in der Lunge. Aber wir müssen
ja alle da durch, von daher nur hier kurz erwähnt, bevor es ins Ziel geht.
Faris hatte einsam seine Kreise gezogen und mit einer halben Stunde Vorsprung
gewonnen. Bei den Frauen setzte sich Belinda G. durch, die auf dem Rad die
Grundlage für ihren Sieg legte. Für mich waren die Kilometer 30-35 die
unangenehmsten was auch an meinen Splitzeiten zu sehen ist. Um Km 35 bekam ich
eine zweite Luft und konnte trotz geplatzter Beine einigermaßen nach Hause
laufen. Dort angekommen, war ich nun 17. Gesamt geworden und 9. Profi bei den
Männern. Meine Gedanke zu dem Rennen, hier gehst du nie wieder hin, das ist die
Hölle, es gibt so viele schöne andere Rennen, warum tust du dir diese Nummer
nun schon zum dritten Mal an?!
Fazit:
Ein
sehr harter Ironman, der klimatisch sicher von keinen anderen so schnell getopt
wird. Die nun neunjährigen Geschichte merkt man leider nicht immer, da sich der
Veranstalter immer wieder mit Organisationsdingen schwer tut. Aber es wird
besser und besser von Jahr zu Jahr.
Mein
persönliches Fazit dieses Rennens:
Den
Ruf eines einfachen Qualifiers für Hawaii hat der Ironman Malaysia schon
letztes Jahr abgelegt. Die Bedingungen und die sehr hohe Leistungsdichte macht
dieses Rennen zu einem der härtesten der Serie und das bestätigen auch die
meisten Finisher (von Top-Elite bis zum 16 Stunde Finisher)! Und das liegt
einzig an den klimatischen Bedingungen, die auf Langkawi herrschen. Das
Verpflegungssystem ist weiter verbessert worden, die erneute Streckenänderung
macht das Rennen noch Interessanter und die Vor-Ort-Information sind auch
verbessert worden. Dennoch gibt es immer noch einige kleine Schwierigkeiten in
der Anreise, der Wettkampfwoche und am Wettkampftag. Aber mal sehen, was der
Ironman Malaysia 2009 zu bieten hat. Aus den guten 700 Startern sollen 900 werden
und die Organisation soll noch besser werde. Ich bin gespannt und plane dieses
Rennen fest in meine Termine für 2009 ein.
Kontaktdaten:
www.ironmanlangkawi.com.my
(Englisch, Deutsch)
Race Director
LIEM SDN. BHD.
2nd Floor, Wisma Sarma
16 & 18 Yap Ah Shak
53000 Kuala Lumpur, Malaysia
Tel: 603-2692 9034
Fax: 603-2698 2863
Email
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TIPPS
und TRICKS auf Langkawi [Insel der
Legenden]:
www.emmes.net (Englisch, Deutsch)
Auf
dieser Webseite sind, neben einer Vielzahl von Informationen zu
Sehenswürdigkeiten, Malaysia´s Kultur/Menschen/etc. auch Hotel´s zu finden und zu
buchen. Und nicht vergessen, die Ironman-Woche liegt in der Regel mitten im
Beginn vom Chinese New Year, das bedeutet, die Insel ist früh voll ausgebucht
und gute Angebote sind rar.
Geldwechsel am Flughafen von Langkawi, dort gibt es den besten
Kurs und vor allem nicht schon in Deutschland wechseln, das lohnt sich nicht!
Meine
Top-to-Does: Strandbesuche, Mangroventour, Nachmärkte, „Inselhopping“,
Shopping in Kuah und vor allem Sonnencreme benutzen!
Meine
No-No´s: Auf dem Nachmarkt im Strandlook erscheinen (Bikini, Speedo)!!! Das einheimische
Essen meiden, wilde Tiere füttern und ohne Helm Moped fahren!
Kjell Schiöberg
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