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Auf der Straße und im Gelände: Der Casco Ares
Montag, 08 Dezember 2008
Unter der klingenden Bezeichnung des griechischen
Kriegsgottes bietet Casco mit dem „Ares“ Schutz und Performance für den
leistungsbezogenen Sportler. Was das Vorzeigemodell für’s Mountain- und
Roadbike aus deutschen Landen bietet und wie es sich in unserem Praxistest
schlug, könnt Ihr im Folgenden lesen.
Produktkonzept und -konstruktion
Wie alle Topmodelle der ambitionierten Fahrradhelmhersteller
lässt der „Ares“ erkennen, worum es ihn geht: Leichtigkeit in Kombination mit
optimaler Belüftung auch unter härtesten Bedingungen, bequemer Sitz gepaart mit
einer leicht zu handhabenden Bedienung. Dass ein ausreichender Schutz hierzu
treten muss, versteht sich von selbst.
Der genannte Anspruch soll dabei von folgenden Features
gewährleistet werden:
Die obligatorischen Kunststoffschalen auf der Oberseite
werden ergänzt durch Segmente von hellem Karbon, das sicherlich auch dem
optischen Empfinden einen gewissen Reiz verleiht.
Für den richtigen Sitz soll ein herkömmliches Riemensystem
inklusive eines Kinnpolsters sorgen; ergänzt wird dieses schließlich durch ein
gummiertes Reglerrad zur Weitenanpassung an die Kopfgröße des Sportlers.
Die Unterkante an den Seiten und am Hinterkopf fällt dabei
alles in allem recht hoch aus.
Im Übrigen bleiben die weiteren Komponenten im Bereich des
Gewohnten: Eine leichte (vormontierte) Polsterung ist per Klett an das – bei
allen Modellausführungen stets mittelgrauen – Styroporgerüst fixiert, mit dem
man alles in allem auf ein Gesamtgewicht von 290 gr. kommt.
Zu erwähnen bleibt jedoch noch, dass sich der Helm bei der
Mountainbikeausführung mithilfe eines mitgelieferten Visiers aufrüsten lässt; hierzu
muss es lediglich in zwei jeweils an den Seiten befindlichen Einlässen und an
eine an der Stirnseite gelegenen massiven Plastikschiene gesteckt werden.
Praxis
Handhabung
Vor der ersten Ausfahrt lässt sich der „Ares“ unkompliziert
und flexibel auf die individuellen Bedürfnisse anpassen – die Regler zur
Abwinklung der das Ohr umschließenden Riemen sowie die Weiteneinstellung
erreichen zuverlässig den Erwarteten Nutzen.
Als sehr praktisch erweist sich hierüber hinaus das Reglerrad
zur Anpassung an den Kopfumfang: Mit einer Hand kann der weit hervorstehende
Griff gepackt werden; mithilfe der sehr griffigen Gummierung kann so eine sehr
sichere wie auch fein abgestimmte Drehung stufenweise in die gewünschte
Richtung erfolgen.
Auch die stabile Fixierung des Gelände-Visiers erwies sich
in unserem Test zunächst als positiv: Sehr fest uns sicher sitzt es an den drei
genannten Punkten. Bei der Montage bzw. der Demontage sollte man jedoch
besonders im Mittelteil vorsichtig sein. Denn die Klemme, mit der das Visier an
der Schiene sitzt, bricht leicht ab, wendet man zu viel Gewalt; ein
vorsichtiges, leicht mühevolles Vorgehen Loslösen ist hier zu empfehlen.
Komfort und Wirkung
Schon während des ersten Anprobierens, aber auch in
besonderer Weise während des Fahrens, machte sich die Passform des Ares
bemerkbar – man verspürt besonders an den Seiten viel Freiraum, die Ohren haben
viel Platz nach oben hin. Und auch bei der Kopfumfangregelung muss man weiter
nach oben greifen, so hoch gelegen ist die Unterkante. Dabei ist in Punkto
Sicherheit hier jedoch keine Schwachstelle zu bemängeln: Der untere Bereich des
Helmes tritt so weit hervor, dass bei unseren Probanten der Schädelknochen oder
auch die Schläfen keinerlei Angriffsfläche boten.
Erfreulich erschien hingegen, dass viel Freiraum für das
Tragen einer Sportbrille besteht, denn der der hohe Abschluss vermeidet, dass
sich Helmkante und Brillenbügel begegnen, oder gar letztere unter den Helm
wandern müssen. Ein unangenehmes Drücken am Kopf ist in diesem Bereich also
verhindert.
Hervorgerufen wurde es in unserem Test allerdings durch
etwas ganz anderes, nämlich die hohe Kante selbst. Hier stellte sich teilweise
durch das bloße Tragen ein leicht, jedoch wahrnehmbar unangenehmes Gefühl ein,
das durch ein Drücken des Kantenbereiches an dem Schläfenansatz hervorgerufen
wurde. Insbesondere beim Kauen und den hiermit verbundenen Bewegungen wurde
dies verspürt.
Ansonsten fiel der Tragekomfort in Hinblick auf das Gewicht
gut aus – der Ares ist auf dem Kopf kaum spürbar und auch der wirklich feste
allgemeine Sitz tat hierzu sein Übriges. Auch die Polsterung im Innenbereich
wurde einem sehr neutralen Sitz in diesem Bereich gerecht.
Hinzu kommt, dass das kleine längliche Kinnpolster die
Riemenschnalle effektiv aus der Wahrnehmung verschwinden lässt, wobei es vor
der Ausfahrt gut positioniert werden sollte; es ist nur an einer Seite fixiert
und kann insbesondere bei etwas gelockerte Riemeneinstellung somit verrutschen.
Letztlich bleibt die Ventilation zu nennen, die Casco hier in zufrieden stellendem Maße bereitgestellt
hat. Die 30 Luftein- und -auslässe lieferten auch bei erhöhter Intensität einen
soliden Eindruck ab.
Fazit
Casco bietet mit dem Ares einen Helm für das Road- und
Mountainbiking an, der seinem Anspruch als Performance-Modell alles in allem durchaus
gerecht wird.
Der Preis von € 169,90,- lassen ihn dabei auch finanziell
etwa im Mittelfeld unter seinen Konkurrenten erscheinen. Der wirklich feste
Sitz, die praktische Unterkantenhöhe sowie die sehr gute und sichere
Einstellmöglichkeit am hinten gelegenen Regler zählen sicherlich zu seinen
Stärken. Die Ventilation erscheint zufrieden stellend und auch das Visier
hinterlässt einen guten Eindruck (auch, wenn beim Anbringen/Abnehmen
Fingerspitzengefühl geboten ist).
Abstriche müssen jedoch in folgendem Bereich hingenommen
werden: Es kann sich (sicherlich in Abhängigkeit von der eigenen Kopfform) ein
unbequemer Druck auf den Schläfenbereich ausüben, welcher sich gerade auf einem
längeren Zeitraum gesehen bemerkbar macht.
Alles in allem ergibt sich ein solides Bild des
karbonverstärkten Ares von Casco.