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Pearl Izumis Allround-Talent
Sonntag, 11 Januar 2009
Image 

Hersteller: Pearl Izumi
Produkt: P.R.O. Lobster Glove
Preis
: € 44,95
Größen: S-XXL; 7,5-11
Farben: schwarz-(silber)grau

 

Das Konzept

Bevor auf die einzelnen Spezifikationen des P.R.O. Lobster Glove eingegangen wird, lässt sich ein auffälliges Marketing Pearl Izumis festhalten: Mit seinem Produkt aus der firmeneigenen P.R.O.-Linie wird ein Handschuh angeboten, der sowohl die kalte als auch die warme Jahreszeit bedienen soll. Was sich hieraus ergibt, ist ein Konzept, das flexibel grundverschiedene Klimabedingungen berücksichtigen soll.
Pearl Izumi hat diesen Gedanken – und die sich hieraus ergebenen Probleme – mit einer zentralen Detailgestaltung angepackt. Entlang der Handrückenseite des Handschuhs befindet sich eine kleine Tasche, in der zwei „Überzieher“ aus Wind abweisendem Material verstaut sind. Aufgrund der minimalen Konstruktion sollen diese innerhalb der Tasche als kaum merklich und daher auch nicht als störend erscheinen; je nach Bedarf sollen sie nun bei kälteren Bedingungen über alle Finger bis auf den Daumen gestülpt werden können, um so ein deutliches Auskühlen zu vermeiden.
Diese Umsetzung ermöglicht es, den Handschuh ansonsten alles in allem recht dünn, flexibel und letztlich leicht zu konstruieren. Aufgrund dieser Tatsache soll der P.R.O. Lobster Glove beispielsweise auch beim Laufen problemlos eingesetzt werden können.

Als zweites wesentliches Innovationsmerkmal gibt Pearl Izumi die Gestaltung der Handinnenfläche an: Unter dem Namen „Clarino“ ist ein Leder verarbeitet, das mit Gelkissen an besonderen, strategischen Stellen versehen ist. Hiermit wird ein dauerhaft komfortables und stoßabsorbierendes Fahrgefühl angestrebt.


Material und Aufbau

Seinem Konzept entsprechend erweist sich der P.R.O. Lobster Glove als ein leichter und ergonomisch konstruierter Handschuh.
Die in der oberen Abbildung erkennbaren schwarzen Bereiche sind hierbei aus einer dünnen Mikrofaser gewirkt, die Zwischenräume und Seiten der Finger – bis auf den Daumen – aus Mesh. Die auf dem Handrücken als grau erkennbaren Teile bestehen aus einem Stretch-Stoff, der sich bis zu dem auf der Unterseite des Handgelenks befindlichen Klettverschluss hinzieht.
Die Daumenunterseite besteht aus dem üblichen, Schweiß saugenden Fleece und die bereits erwähnte Leder-Handinnenfläche ist neben den Gelkissen entlang der Finger mit silikonähnlichen Grip-Flächen bestückt.
Die Oberseite beider Überzieher besteht aus einem dünnen Windblock-Textil, die kurzen Unterseiten aus Stretch-Material; beide sind mit Reflektorstreifen versehen – wie auch der Zeigefinger, ein Logo sowie ein Schriftzug auf dem Handrücken reflektieren. Image


Tragekomfort und Funktionalität in der Praxis


Bereits beim ersten Anziehen (noch ohne Benutzung der Überzieher) wird dem Träger des P.R.O. Lobster Glove auffallen, dass er einen flexiblen, sehr leichten und unauffälligen Fahrradhandschuh anhat, mit weicher, griffiger Innenhand. Die gesamte Konstruktion – einschließlich des kleinen Klettverschlusses – gewährleistet optimale Bewegungsfreiheit und in etwa das Gefühl einer zweiten Haut; auch die Bewegungsfreiheit des Handgelenkes stößt auf keinerlei unliebsame Widerstände.
Beim Griff zum Lenker während der Fahrt lässt sich über die bereits beschriebene Handinnenfläche Licht und Schatten festhalten: Auf der einen Seite reduziert die Gelpolsterung auf in der Tat Stoßschocks und unangenehmes Drücken zufrieden stellend. Und auch deren recht minimalistisch gehaltene Konstruktion erzeugt das Gefühl, dass man einen direkten, nicht zu schwammigen Kontakt zum Lenker behält. Umso mehr ist es auf der anderen Seite schade, dass ein einziges Detail deutlich in der Wahrnehmung auffällt: Das längliche Polster für den Handballen mag genau dort positioniert sein, wo sich der Druckpunkt zum Lenker befindet, doch genau hier erwies sich unser Testmodell als störend. Es war stets ein deutlicher Druck genau dieses Polsters zu verzeichnen, welcher kein neutrales Fahrgefühl zuließ, mag es auch evtl. sein, dass hier eine gewisse Gewöhnung dazugehören muss.

Image Während sich der Grip insgesamt als völlig zufrieden stellend erwies, lässt sich festhalten, dass sich die Benutzung ohne Überzieher in milden oder auch leicht kühleren Temperaturbereichen (wie etwa im Herbst / frühen Frühling) empfiehlt; der Wind ist hierbei an der Handoberfläche und den Fingern spürbar.
Als wirklich positiv erwies sich, dass sich die versprochene Funktionalität der Überzieher in der Tat bewahrheitete. Merkt man, dass die Temperaturen für den unaufgerüsteten Handschuh allmählich zu niedrig werden, stellt sich beim Überziehen ein spürbar geschützteres, wärmeres Befinden ein. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass hier klimatische Einschränkungen bestehen: Bis etwa 0° C lässt sich der beschriebene befriedigende Effekt verzeichnen – bei kälteren Temperaturen beginnt auch die „aufgerüstete“ Variante zu schwächeln. Bei Minusgraden zeigt sich schnell, dass die peripheren Bereiche (allen voran der Daumen), d.h. die Fingerkuppen, kalt werden. Für wirklich harte winterliche Bedingungen scheint der P.R.O. Lobster Glove dann auch nicht ausgelegt zu sein, da sich bereits bei einigen Graden unter Null eine unangenehme Kälte einstellt.
Auch, was die Handhabung der (auch Wasser abweisenden) Überzieher angeht, lässt sich Positives wie auch wenige Defizite beobachten: So ließen sie sich in unserem Test einfach und grundsätzlich sicher befestigt anbringen und waren außerdem auch bequem im Tragegefühl. Man muss sich schon ein wenig eingewöhnen, um damit klarzukommen, dass man nur noch – pinguinartig – je zwei Finger zusammen benutzen kann (gerade beim Bremsen und schalten erweist sich dies als gewöhnungsbedürftig). Doch wenn man gewohnt ist, mit drei Fingern zu bremsen rutschte in unserem Test insbesondere auf dem Mountainbike-Lenker der kleine Finger beidseitig gerne mal aus dem Überzieher. Dies musste sich schon als etwas ärgerlich erweisen, da es sich während der Fahrt gar nicht als so einfach erwies, den Überzieher zu richten – die dazu nötige andere Hand ist immerhin auch durch die Zusammenlegung zweier Finger eingeschränkt.

Über die genannten Punkte hinaus lässt sich festhalten, dass sich der P.R.O. Lobster Glove in der Tat gut für das Laufen eignet.
Das leichte Obermaterial sorgt mit einer sehr guten Atmungsaktivität für ein angenehm unauffälliges Klima, auch die Innenhand erzeugt keinen übermäßigen Hitzestau und erweist sich als sehr flexibel. Zudem sind die in der Tasche befindlichen Überzieher nicht merkbar. Man kann diese zwar ebenso während des Laufens anwenden (auch hier erwies es sich in unserem Test als gewöhnungsbedürftig, nur noch den Daumen und zwei Fingerpaare zu haben), allerdings erstreckt sich der Windschutz dann nicht auf den Handrücken (welcher bei der Greifposition zumindest beim Mountainbike-Lenker hinfällig ist).


Fazit

Der in seinem Konzept innovative P.R.O. Lobster Glove von Pearl Izumi verzeichnete in unserem Praxistest ein relativ differenziertes Bild:
Obwohl der reflektierende Firmenschriftzug bei unserem Testmodell alsbald abblätterte, sind die übrigen Reflektoren in Zahl und Position positiv hervorzuheben. Eine der großen Stärken des Radhandschuhs ist seine griffige, flexible, leichte und ergonomische Konstruktion. Er lässt sich bequem auch bei milderen Temperaturen fahren, auch zum Laufen erweist sich der Allrounder als praktikabel.
Griffigkeit und Lenkergefühl stimmen – allerdings mit Ausnahme des einen besagten Polsters, welches unangenehm auffällt.
Was den Klimabereich belangt, so erweisen sich insbesondere die Überzieher als wirklich funktional und Effekt-bringend. Allerdings sind dem ganzen durchaus schnell (Temperatur-)Grenzen gesetzt: Geht es gegen 0° C, so werden die Finger auch mit Überzieher kalt; allen voran der Daumen friert schnell aus. Für einen Einsatz ausschließlich im positiven Temperaturenbereich ist der P.R.O. Lobster Glove jedoch gut geeignet.
Eine letzte Einschränkung bieten noch die Überzieher, da es unter Umständen dazu kommt, dass etwa der kleine Finger aus ihnen herausrutscht.

cw


 

 
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