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Kälte ist relativ
Samstag, 29 August 2009

Image Mit der FW 507 75 ARIA stellt der italienische Textilhersteller SMS Santini eine Jacke bereit, die vor allem bei winterlichen Temperaturen zum Einsatz kommen soll. Doch das Softshellmodell macht auch bei kühlen Graden im Herbst, Frühling und sogar an unangenehmen Sommertagen eine gute Figur. Zusammen mit den FW 1180 MAX ARIA Tights ergibt sich eine Kombination, die der Frische trotzt.







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Hersteller: SMS Santini
Produkt: FW 507 75 ARIA
Preis: € 177,95,-
Größen: XS-4XL
Farben: schwarz, weiß/schwarz,
              blau/schwarz, rot/schwarz
Gewicht: 443 g
Besonderheiten: viele Reflektoren,
                                fünf Taschen
Hersteller: SMS Santini
Produkt: FW 1180 MAX ARIA
Preis: € 89,00,-
Größen: XS-4XL
Farben: schwarz, weiß
Gewicht: 340 g
Besonderheiten: viele Reflektoren,
                                zwei kleine Taschen


Aufbau/Konzept
Die aus flexiblen Softshell-Material bestehende Windjacke ist Teil von Santinis „Aria“ Serie. Die Modelle aus dieser Reihe sind im hauseigenen „E2-Cut“ geschnitten, was die Passform an Rennsituationen orientieren soll; dabei liegt das Textil nicht ergonomisch, sondern leicht locker an. Wie der Name schon verrät, soll alles in allem ein Gefühl von Leichtigkeit vermittelt werden.
Das leicht stretchfähige und antistatische Material aus 96% Polyester und 4% Karbon soll durch Atmungsaktivität bestechen und wird durch Fleecestreifen jeweils innen an den Torsoseiten sowie an der Unterseite des Ärmels (siehe schwarzen Bereich auf der Abbildung unten) ergänzt. Außerdem ist der Kragen von innen mit Fleece bestückt. Saum- und Ärmelabschlüsse bestehen aus stretchfähigerem und verjüngtem Polyester-Gewebe.
Auf der Vorderseite befindet sich eine RV-Tasche, hinten drei großzügige offene und noch eine RV-Tasche. Alle Reißverschlüsse der Taschen reflektieren, die Front- und die Rückenpartie sind ebenfalls mit langen Reflektorenbändern ausgestattet. Hinzu kommen ein kleines Reflektorlogo vorne, ein großes hinten, die Taschensäume sowie drei große Punkte auf dem Rücken.

Santinis Langbeinhose besteht zu 80% aus Polyamid und zu 20% aus Elastan und entstammt ebenfalls der „Aria“-Serie. Dieser Materialmix führt zu einer sehr starken Flexibilität der Hose, was als eine der entscheidenden Eigenschaften herausgestrichen werden kann. Die Innenseite ist dabei großzügig mit Fleece ausgelegt, nur die Rückenpartie und eine Hälfte der Träger bestehen aus atmungsaktivem Mesh (siehe weißen Bereich auf der Abbildung unten).
Die Beinabschlüsse entsprechen denen der Aria-Jacke – ohne Verschlussmöglichkeit oder Silikonstreifen, dafür mit verengtem Stretch. Knapp über dem Gesäßbereich sind zwei kleine Taschen, hier findet sich auch ein Reflektorband vor. Ähnlich wie bei der Jacke sind überhaupt Reflektoren sehr zahlreich: Horizontal am Oberschenkel und in den Kniekehlen finden sich weitere Streifen vor, an den Waden warnen wieder drei große Punkte.


Tragekomfort/Funktionalität
Was zunächst auffällt, ist, dass die FW 507 75 ARIA ihrem Namen alle Ehre macht: Es ergibt sich ein locker-leichtes Tragegefühl, wofür weniger das Gewicht an sich, sondern vielmehr der Schnitt und das stretchfähige Softshell-Material verantwortlich sind. Die Passform ist angenehm – leicht ergonomisch, dabei dennoch locker. Die Ärmelabschlüsse erweisen sich als angenehm und gut abschließend; eine Verstellmöglichkeit in etwa in Form eines Reißverschlusses wird hier nicht vermisst. Gleiches gilt für den Bund, der knapp am Körper anliegt. Der Kragen erweist sich als ideal hoch, sodass auch bei unangenehmem Wind Schutz gegeben ist, und bleibt dabei stets bequem sanft. Beim Kauf sollte beachtet werden, dass italienische Maße vorliegen; für klassische M-Träger ist daher Größe L empfehlenswert.
Die versprochene Atmungsaktivität ist gut, könnte allerdings einen Tick besser sein. Auf unseren Testfahrten im Herbst und Winter war dies insbesondere dann zu spüren, wenn das Klima noch recht neutral war, gegen Sonnenuntergang die Luft jedoch kühler wurde. Die im Inneren der Jacke entstandene Feuchtigkeit führte dann schon merklich zu einer Kühlung. Positiv überzeugt hat dabei, dass das Material den Wind gut fern hielt – lediglich bei starken Böen zeigt das Wind blockende Textil Schwächen, für den breiten Einsatz ist es aber sehr gut gerüstet.
Zwar weist Santini die FW 507 75 ARIA als Winterjacke für die wirklich kalten Bereiche aus, dennoch muss festgehalten werden, dass bei sehr harten Bedingungen jenseits der 0° C Schwächen auszumachen sind. Zwar kann man diese mit entsprechender Unterbekleidung durchaus ausgleichen, aber für den wirklich schneidenden Winter erweist sich die Jacke einfach als zu leicht. Dieser am Konzept gemessenen Negativpunkt kann allerdings relativiert werden: Durch ihre Klimaeigenschaften erwies sich die Jacke in unserem Test als außerordentlich flexibel, was ihr Einsatzgebiet angeht. Ist der Sommer immer mal wieder für eine kalte Überraschung gut, so macht sie auch hier eine gute Figur. An Herbsttagen oder milderen Winterbedingungen war sie stets optimal und angenehm neutral zu tragen.


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Beachtet werden muss allerdings dabei, dass die weiche Softshelloberfläche Wasser nicht wirklich abweist. Bei sehr leichtem Niesel ist dies noch kein großes Problem, bei wirklichem Regen sollte man allerdings nach einer Alternative suchen.
Überdurchschnittlich gut ist die oben beschriebene Bestückung mit Reflektoren. Auf der Straße ist man stets gut sichtbar, eine bessere Ausstattung ist kaum denkbar.

Die Trägerhose wird von Santini einem etwas moderaterem Temperaturbereich zugeordnet, was der Realität durchaus entspricht. Gerade dies macht sie auch so passend zu der FW 507 75 ARIA, denn es zeigt sich auch hier, dass ein breiter Klimarahmen bedient wird: Grundsätzlich ist der Wind bei Abfahrten oder starken Böen deutlicher zu spüren, als es vielleicht die meisten Konkurrenzmodelle zulassen. Dies wurde in unserem Test nicht als unangenehm empfunden, selbst, als die Temperaturen schon niedrig waren. Doch merklich ist, dass mehr Kälte die Beine erreicht und keine wirkliche Windabweisung erfolgt. Die FW 1180 MAX ARIA war auch stets bei Herbstwetter oder an moderaten Wintertagen angenehm neutral, was durchaus den Einsatzmöglichkeiten der Jacke entspricht.
Bestechend ist der stets bequem neutrale Tragekomfort – die Hose ist dank des flexiblen Textils kaum spürbar. Das wirklich gute Sitzpolster zeigt die Erfahrung, die der Textil-Sponsor des Leader-Trikots des Giro d’Italia und der Deutschlandtour besitzt; in unserem Test war der Sitz auf dem Sattel stets befriedigend angenehm. Die Beinabschlüsse erwiesen sich bei unseren Fahrten als ausreichend, eine Verstellmöglichkeit wurde auch hier nicht vermisst. Dennoch sei angemerkt, dass nicht jeder Beinabschluss gleich ist und wie für den Armabschluss der Jacke muss die Frage offen bleiben, ob sich dieses angenehme Gefühl auch bei Sportlern mit dünneren oder breiteren Extremitäten einstellt.
Auch die FW 1180 MAX ARIA zeichnet sich durch eine Reflektorenbestückung aus, die für eine Hose kaum besser sein kann. Santini nimmt hier in Punkto Sicherheit im Dunkeln eine Spitzenposition ein.


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Fazit
Mit der FW 507 75 ARIA stellt Santini eine Winterjacke bereit, die sich vor allem durch ihre sehr gute Flexibilität bei bequemer Passform, eine angenehme Windabweisung, großzügige Reflektorenausstattung und einen breiten Einsatzbereich hervortut. Das Etikett „Winterjacke“ sollte dabei nicht zu wörtlich genommen werden – zum einen, weil sie bei sehr niedrigen Temperaturen zu schwächeln beginnt, zum anderen, weil sie sich zu jeder Jahreszeit an kälteren Tagen einsetzen lässt. In diesem Punkt ist die FW 507 75 ARIA ein wirklicher Allrounder und gut zu empfehlen. Nur bei vermehrter Feuchtigkeit sollte man über eine Alternative nachdenken.
Die FW 1180 MAX ARIA besticht vor allem durch ihren sehr angenehm unauffälligen Sitz, der dem sehr elastischen Material geschuldet ist. Die Fleece-Innenlage hält bequem warm, nur Wind abweisend ist die Hose weniger. Das macht sie nur eingeschränkt geeignet für deutliche Minusgrade, bietet aber – ähnlich wie bei der Jacke – einen recht breiten Einsatzrahmen, was die Temperaturen angeht. Der Sitzkomfort ist überzeugend und auch bei der FW 1180 MAX ARIA steht dank vieler Reflektoren Sicherheit in der dunklen Jahreszeit an erster Stelle.
Für wen das luftige Konzept beider Modelle nicht passt, der kann unter Umständen bei den sechs weiteren Winterserien Santinis fündig werden. Alle diese verfolgen verschiedene Konzepte, was sich im Schnitt oder der Anpassung an die Außenbedingungen äußert. Näheres hierzu findet sich auf Santinis Website.


cw

 
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